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Hummer

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Hummer: Vom Militärfahrzeug zum Luxus-Geländewagen

Ihren Ursprung hatten die Modelle des Hummer in dem für das US-Militär entwickelten "Humvee“, den der Hersteller AM General seit 1985 baute. Sieben Jahre nach dessen Produktionsbeginn stellte AM General den ersten zivilen Hummer vor. Im Jahr 1999 sicherte sich General Motors (GM) die Namensrechte und erweiterte das Programm in der Folgezeit um die Modelle Hummer H2 und H3. Die Idee von GM: Wenn das Prestige des Hummer als Geländewagen mit dem Komfort moderner Sport Utility Vehicles (SUV) auf Basis von GM-Motoren vereinigt würde, könnten die Hummer das Potential zum Kultauto haben.

Der Ursprung: Hummer H1

Im Jahr 1992 kam der Hummer in der von AM General gebauten Zivilversion als geschlossener Geländewagen und Pick-up mit V8-Motoren erstmals auf die Straßen. Technisch weitgehend am militärischen Ursprungsmodell orientiert, wurde die Innenausstattung den normalen Komfortansprüchen des Zivillebens angepasst. Trotz seiner Ausmaße von 2,19 Meter Breite, 2,00 Meter Höhe und 4,68 Meter Länge galt der 3,6 Tonnen wiegende Hummer auch in der Zivilausführung als Alleskönner im Gelände. Dafür sorgten Allradantrieb, 72 Grad Steigfähigkeit und eine kippsichere Spurbreite von 1,81 Meter. Als Antriebe konnten Kunden einen 125 kW (170 PS) Diesel, einen 147 kW (200 PS) Turbodiesel mit jeweils 6,5 Liter Hubraum oder einen 5,7 Liter Benziner wählen. Der Benziner wurde jedoch nur Mitte der 1990er Jahre für kurze Zeit angeboten. Das Spitzenmodell des Hummer war der Hummer 1 Alpha mit 221 kW (300 PS) und 6,6 Liter Hubraum. Seit der Einführung des zweiten Hummer-Modells H2 im Jahr 2003 hießen die Hummer der ersten Baureihe H1. Die Produktion des H1 lief 2006 aus.

Der Luxuriöse: Hummer H2

Der Hummer H2 war der erste von GM entwickelte SUV, der unter dem Markennamen Hummer im Jahr 2003 herausgebracht wurde. Gebaut wurde er weiterhin von AM General. Die Karosserie und die Ausmaße mit über zwei Metern Breite und Höhe sowie einer Länge von 4,82 Meter sollten bewusst an den Hummer H1 angelehnt sein. Luxuriöse Innenausstattung sowie ein leistungsstärkerer Motor von GM sollten jedoch zugleich den Komfort und die Performance der Oberklasse in die Modellreihe einführen. Da viele US-amerikanischen Käufer den Dieseln des H1 nicht viel abgewinnen konnten, gab es im Hummer H2 nunmehr ein Benzinaggregat mit sechs Liter Hubraum und 236 kW (321 PS). Mit dem Baujahr 2008 bot GM eine komplett überarbeitete Serie des Hummer H2 mit einem größerem 6,2 Liter V8-Motor mit Sechsgang-Automatik und 293 kW (398 PS) an. Die Höchstgeschwindigkeit der Hummer H2 lag bei abgeregelten 160 km/h. Die neueren Modelle erhielten zudem eine dritte Sitzreihe im Fond. Seit dem Baujahr 2005 wurde der Hummer H2 auch als Sport Utility Truck (SUT) mit offener Ladefläche ausgeliefert.

Der "Kleine“: Hummer H3

Der kleinste Hummer kam im Jahr 2006 in Deutschland mit dem Hummer H3 auf den Markt. Klein bedeutete in der Hummer-Welt: Nur 1,98 Meter breit und knapp 1,87 Meter hoch bei einer Länge von nicht ganz 4,80 Meter und einem Gewicht von 2,2 Tonnen. Geschaltet wurde der Hummer H3 mit einer Fünfgang-Handschaltung oder einem Viergang-Automatikgetriebe. Neben der V8-Version mit 5,3 Liter Hubraum gab es den Hummer H3 auch mit einem kleineren 3,7 Liter Triebwerk als Fünfzylinder. Die Ausstattungsvarianten hießen Adventure, Base und Luxury. Der Hummer Adventure bot etwa mit seinem serienmäßigen vollsperrenden Hinterachsen-Differenzial gute Geländegängigkeit mit einer Steigungsfähigkeit von 60 Prozent. Dabei beschleunigte das 2,2 Tonnen schwere Gefährt in 9,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Der Kraftstoffverbrauch wurde von Hummer mit kombinierten 13,9 Litern (330 g/km CO2) angegeben, womit der H3 der sparsamste Hummer war. Wie beim Hummer H2 bot GM den H3 auch in einer Pick-up Version als Hummer H3T an. Hergestellt wurde der H3 in den GM-Werken in Louisiana und Südafrika.

Das Ende der Marke Hummer

Im Mai 2008 waren die Absatzzahlen der Marke gegenüber dem Vorjahresmonat um über 60 % beziehungsweise von 4636 auf nur noch 1843 Fahrzeuge eingebrochen. Dabei stand der kleinste H3 noch am besten da, als einziges Modell hatte sich der Absatz „nur“ halbiert. GM stellte daher die Existenz der Marke bereits zu diesem Zeitpunkt in Frage. Groß in Kritik standen der Kraftstoffverbrauch und Schadstoffausstoß der Hummer-Fahrzeuge, die sich nur schwerlich mit neuerlichen Zielen, die Umweltverschmutzung zu reduzieren, vereinen lassen. Da GM die Lizenzen für Hummer nicht mehr verkaufen wollte, gaben sie stattdessen im Februar 2010 bekannt, die Produktion des Hummers einzustellen und die Marke abzuwickeln. Im Frühjahr 2010 liefen schließlich die letzten Exemplare der Marke Hummers vom Band.