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Kommentar: Die E-Auto-Förderung geht in die Verlängerung

Ende 2021 sollte die E-Auto-Förderung auslaufen. Bund und Industrie haben sich jetzt auf eine Verlängerung der „Innovationsprämie“ bis Ende 2025 geeinigt. Auch die angestoßene Ladepunkt-Förderung der KfW soll einen lenkenden Effekt haben. Ein Kommentar zu Sinn und Unsinn solcher Maßnahmen.

Die E-Auto-Förderung, oder auch Innovationsprämie genannt, geht in die Verlängerung. Bis Ende 2025 gibt es jetzt Geld von Bund und Industrie für die vermeintlich grüne Revolution auf unseren Straßen. Obendrauf klotzt die KfW noch ihren Ladesäulen-Zuschuss, weitere Milliarden werden in der Hinterhand gehalten. Ziemlich viel Geld steht also im Wirtschaftsraum, damit unser Lebensraum sauberer wird.

Doch ist die Förderung von E-Autos nur dann sinnvoll, wenn sie mit Augenmaß betrieben wird. Stromer für die Stadt im platzgerechten Kleinwagenformat können eine Alternative zum Verbrenner darstellen. 2,5 Tonnen schwere Elektro-SUVs eher nicht. Erkannt hat das zuletzt Frankreich, die eine Strafsteuer auf übergewichtige Fahrzeuge planen – leider aber nur auf jene mit Verbrennungsmotor.

So ist die Empörung von Umweltlobbyisten gegen die nunmehr zeitlich verlängerte Förderung auch von „dreckigen Hybriden“ (Anm. d. Red.: Aussage eines Sprechers von Fridays for Future) eine falsche. Denn erst der zunehmende Druck auf die Autoindustrie hat dazu geführt, dass in kürzester Zeit viele halbgare Lösungen auf den Markt geworfen wurden. Natürlich tragen die Autobauer durch ihr teils betrügerisches Handeln, gerade beim Dieselmotor, eine entscheidende Mitschuld. Um die immer neuen Abgas- und Flottenverbrauchsziele aber zeitnah erfüllen zu können, war und ist der Teilzeitstromer ein brauchbarer Erfüllungsgehilfe.

700 PS starke Hybrid-SUVs mit E-Kennzeichen und den damit verbundenen Privilegien sind sicherlich ein Hohn. Die immer neuen Abgasvorschriften, zuletzt gefühlt im Monatstakt beschlossen, allerdings auch. Der vorläufige Höhepunkt des Feldzuges gegen das Auto dürfte mit der Abgasnorm Euro 7 ab 2025 erreicht werden. Nach jetzigem Entwurf sollen Verbrennungsmotoren unter anderem nur noch 30 mg NOx pro Kilometer emittieren dürfen (Benziner bisher 60 mg, Diesel bisher 80 mg). Diese Werte bitte nicht mit der Grammzahl für CO2 verwechseln.

Der "Clou" dabei: die 30 mg sind unter jeden erdenklichen Lastzuständen einzuhalten. Ganz gleich ob ein Auto den Berg samt Anhänger hochfährt oder sich auf dem Beschleunigungsstreifen in den fließenden Verkehr einordnet. Realitätsnähe sieht anders aus und so würde der Gesetzesentwurf wohl das vorzeitige Ende des Verbrenners bedeuten. Es scheint, nicht nur beim Thema Auto, Mode zu sein, sich mit immer weltfremderen Ansichten und Vorschlägen Gehör verschaffen zu wollen. Moralischer Gewinner (und Abstauber von Spenden) ist jener, der mit der abstrusesten und am wenigsten umsetzbaren Idee um die Ecke kommt.

Doch hilft diese Schaumschlägerei weder der Umwelt noch dem einzelnen Bürger. Vor allem aber schadet es abertausenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, die direkt oder indirekt in der Autobranche beschäftigt sind. Technologieoffenheit tut not und sollte daher nicht nur propagiert, sondern von Politik und Industrie auch gelebt sowie von den immer neuen Umweltverbänden mitgetragen werden. Die Brennstoffzelle (Langstrecke), E-Fuels (Bestandsflotte) und neue Verbrenner können am Ende mit dem E-Auto eine sinnvolle und nachhaltige Koexistenz eingehen. Zusammen mit dem vermehrten Einsatz von Bus, Bahn, Rad und nicht zuletzt dem eigenen Paar Füße.

Wenn man denn nur will.

Hinweis der Redaktion:

Kommentare geben grundsätzlich die Meinung des jeweiligen Autors und nicht die der Redaktion und/oder des Unternehmens wieder. (Text: Thomas Vogelhuber)

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