Reparatur eines Hagelschadens – Tipps

Ihr Auto hat einen Hagelschaden erlitten? Wir geben Tipps, wie Sie den Schaden bei der Versicherung melden und bei der Reparatur am besten vorgehen.

Hagelschaden der Versicherung melden

Ein Hagelschaden wird als Elementarschaden bezeichnet, an dem Sie keine Schuld tragen. Melden Sie den Schaden umgehend der Versicherung. Bei einer Vollkaskoversicherung übernimmt die Versicherung die kompletten Kosten, liegt eine Teilkasko vor zahlen Sie lediglich den Anteil der Selbstbeteiligung. Keine Sorge um die Schadenfreiheit, diese bleibt erhalten. Für die Versicherung ist es unerheblich, ob Sie das Auto im Freien oder in der Garage geparkt haben. Entsteht ein Hagelschaden, dann springt die Kasko ein. Ein Gutachter sichtet den Schaden, anhand dessen entscheidet die Versicherung über die Schadenssumme.

Reparatur durch Ausbeultechnik

Das Alter des Fahrzeuges spielt keine Rolle, wenn kein wirtschaftlicher Totalschaden vorliegt. In diesem Fall lohnt sich für Sie eine Reparatur. Früher beseitigte eine Werkstatt einen Hagelschaden grundsätzlich durch Spachteln und Lackieren. Heutzutage gibt es eine weitere Methode Dellen zu entfernen.

  • Versicherungen bevorzugen die Ausbeultechnik, da diese am kostengünstigsten und schnellsten durchzuführen ist. Hierbei massiert der Fachmann die Hageldellen durch viel Fingerspitzengefühl und mit einer besonderen Art des Hebelns aus dem Auto und zieht sie mit speziellem Heißkleber heraus.
  • Zum Entfernen der Dellen wird der Wagen teilweise auseinander gebaut. Sind nur wenige Dellen vorhanden, findet die Dellenentfernung mittels Heißkleber statt, sodass ein Auseinanderbauen nicht nötig ist.
  • Ein wesentlicher Vorteil des Ausbeulens ist der Preis, dieser liegt bis zu 60 Prozent unter dem des Lackierens und Spachtelns. Die Höhe der Kosten ist nicht vorhersehbar, da sich diese nach Ihrem Pkw-Modell und der Größe des Schadens richten. Für eine Motorhaube können Sie in etwa mit einem Betrag von 80 bis 100 Euro die Stunde rechnen.
  • Zusätzlich sparen Sie Zeit, der Orignallack bleibt erhalten und es ist keine Wertminderung des Fahrzeugs zu befürchten.
  • Den Schaden selbst zu beheben gestaltet sich schwierig. Zum Ausbeulen ist ein spezieller Heißkleber nötig, welcher nicht im Teilezubehör erhältlich ist. Des Weiteren benötigt man eine Art Saugglocke in der ungefähren Größe des Schadens, um die Dellen aus dem Blech zu ziehen.

Spachteln und Lackieren ist zeitaufwendig

Sie können einen Hagelschaden spachteln und lackieren lassen. Versicherungen empfehlen diese Art der Reparatur nicht, da sie zu kostenintensiv ist und zum Wertverlust des Autos führt.

  • Die betroffenen Teile des Fahrzeugs werden ausgebaut und die Stellen rund um die Delle großzügig abgeschliffen. Anschließend bringt man Spachtelmasse auf, die bis zum nächsten Tag trocknen muss. Dann die aufgetragene Spachtelmasse vorsichtig abschleifen und auffüllen. Die Masse muss nun erneut trocknen.
  • Hinterher werden mehrschichtig Decklack und abschließend Klarlack aufgetragen. Zuletzt die Anbauteile zusammenfügen und mit einem Lackfinish versehen.
  • Diese Methode ist sehr kostenintensiv. Zusätzlich entsteht ein Wertverlust am Pkw. Wie hoch die Kosten ausfallen, hängt auch hier vom Fahrzeug und dem Ausmaß des Schadens ab. Die Komplettlackierung kostet bis zu 6000 Euro. Eine Teillackierung liegt bei bis zu 2000 Euro.

Um das Fahrzeug zu reparieren, sind ebenfalls Spezialwerkzeuge notwendig, über die nur eine Werkstatt verfügt. Für das Lackieren und Spachteln sind neben dem passenden Autolack, Grundierungsmittel und Klarlack, besondere Schleifmittel, Spachtelmasse und Werkzeug zum Ausbau der verschiedenen Autoteile notwendig. Weiterhin ist eine Umgebung erforderlich, die das staubfreie Trocknen des Autos garantieren kann. Nur eine Fachwerkstatt kann eine solche Arbeit vornehmen.

Den Schaden beseitigen lassen

Es ist nicht leicht, einen geeigneten Dienstleister zu finden. Obwohl es heutzutage fast überall einen sogenannten Dellendoktor und Beulendoktor gibt, besitzen nur wenige das nötige Wissen und die Erfahrung. Genügend Know-how auf dem Gebiet ist wichtig, um die unterschiedlich großen Hagelschäden professionell zu beseitigen.

Eine anerkannte Werkstatt mit einem zugehörigen Dellendoktor gilt als Fachbetrieb, insofern sie sich ausweisen kann. Wenn mehrjährige Erfahrung im Bereich Hagelschaden sowie Zertifikate vorliegen, mehr als ein Techniker für diesen Bereich vorhanden ist und die Werkstatt mit Kfz-Versicherungen sowie Autoherstellern arbeitet, können Sie Ihr Fahrzeug mit gutem Gewissen reparieren lassen.

Fragen Sie im Vorfeld Ihre Kfz-Versicherung nach einer geeigneten Werkstatt in der Umgebung und Ihrer Reparatur steht nichts mehr im Weg. Sehen Sie von einer eigenen Reparatur bitte ab, überlassen Sie die Arbeit einem Fachmann, damit Ihr Wagen nicht an Wert verliert.

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