Zum Hauptinhalt springen
AutoScout24 steht Ihnen aktuell aufgrund von Wartungsarbeiten nur eingeschränkt zur Verfügung. Dies betrifft einige Funktionen wie z.B. die Kontaktaufnahme mit Verkäufern, das Einloggen oder das Verwalten Ihrer Fahrzeuge für den Verkauf.

Ganzjahresreifen - Vorteile und Nachteile

Die ersten Schneeflocken fallen, die Straßen werden nass, rutschig und glatt. Für die meisten Autofahrer wird es Zeit, schnell einen Termin in der Werkstatt zu ergattern – außer, du hast Ganzjahresreifen montiert. Erfahre in unserem Ratgeber, welche Vor- und Nachteile Allwetterreifen haben.

Unterschied von Ganzjahresreifen zu Winter- und Sommerreifen

Ganzjahresreifen können das ganze Jahr über montiert bleiben und gefahren werden. Sie sind allwettertauglich und wahre Universalgenies. Lästiges Warten auf einen Wechseltermin beim Reifenservice oder in der Stammwerkstatt entfällt.

Winter- wie auch Sommerreifen sind hingegen Spezialisten für die jeweilige Saison.

Woran erkenne ich Ganzjahresreifen?

Besondere Merkmale von Ganzjahresreifen sind:

  • leicht erkennbarer hybrider Profilcharakter
  • umlaufende Längsrillen (typisches Charakteristikum von Sommerreifen)
  • Profilblock-Verzahnungen (typisch beim Winterreifen)
  • mehrere stabile Profilblöcke
  • Profil weniger flach als bei Sommerreifen
  • Profil weniger tief als bei Winterreifen
  • härtere Mischung des Gummimaterials
  • M+S-Kennung (Mud and Snow, bezeichnet ausreichende Oberflächenleistung bei Matsch und Schnee)
  • 3PMSF-Kennung (3 Peak Mountain Snow Flake, sogenanntes Alpine-Symbol, ab 10/2024 Pflicht)

Regionale Gesetze und Vorgaben

Regionale Gesetze und Vorgaben innerhalb der Bundesrepublik und deren Länder haben immer Vorrang. Du solltest dich über diese vorab unbedingt informieren.

Vor- und Nachteile der Allwetterreifen

Pro

Stärken

  • Bremsweg reicht nahezu an die Leistung der Saisonreifen heran
  • Reifen bleiben das ganze Jahr über montiert
  • Autofahrer ist für die meisten Situationen in den verschiedenen Jahreszeiten gewappnet
  • Werkstattkosten für Reifenwechsel entfallen
  • keine Suche nach Einlagerungsmöglichkeiten, infolgedessen keine Kosten
  • keine Anschaffung von Winter- und Sommerreifen und deren Radsätzen
  • spart Zeit und Kosten
Contra

Schwächen

  • längerer Bremsweg als Sommerreifen
  • höherer Geräuschpegel und Verschleiß (im Vergleich zu Sommer- und Winterreifen)
  • schlechteres Fahrverhalten bei extremen Wetterbedingungen (Schnee und Eis, extreme Kälte und Hitze)
  • große Temperaturunterschiede nicht ideal
  • Abstriche bei Sicherheit und Komfort
  • höherer Abrieb/Verschleiß durch Nutzung das ganze Jahr über
  • sollten aus Gründen der Sicherheit jedes Jahr neu gekauft werden

Vorteile von Winter- und Sommerreifen

In manchen Fällen bietet es sich an, anstelle der Allwetterreifen auf Winter- und Sommerreifen zurückzugreifen. Im Folgenden sind die Vorzüge der saisonalen Reifen aufgeführt.

Winterreifen zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • tiefes Profil
  • für niedrige Temperaturen geeignet
  • ausreichende Elastizität des Materials
  • spezielle Gummierung, ermöglicht optimale Geschmeidigkeit des Materials
  • erreicht ausgezeichnete Profilverzahnung mit dem zu befahrenden Straßenbelag
  • Kennzeichnung durch das Alpine-Symbol (3PMSF-Kennung)

Die Vorzüge von Sommerreifen umfassen:

  • gute Bremseigenschaften, sowohl bei extremer Nässe als auch bei Trockenheit
  • gutes Lenkverhalten in Kurven
  • Aquaplaning problemlos meistern
  • gute Bodenhaftung, auch bei nassen oder überfluteten Fahrbahnen
  • weniger Rillen (im Vergleich zu Winter- und Ganzjahresreifen
  • massive, große Rippen
  • maximaler Komfort bei gleichzeitiger Sicherheit

Doch saisonale Reifen haben auch Nachteile. Im Winter lagern die Sommerreifen, im Sommer hingegen die Winterreifen an beliebiger Stelle in Keller oder Garage. Meistens sind sie im Weg und nehmen Lagerplatz weg, der für andere Gegenstände genutzt werden könnte.

Eine Einlagerung beim Vertragshändler oder dem Reifenservice ist die einzige Alternative. Die Kosten für diese Dienstleistungen steigen permanent von Jahr zu Jahr. Sie basieren nicht zuletzt auf dem RDKS (Reifendruck-Kontrollsystem). Dieses schreibt seit 2014 vor, laut ECE-R 64 alle Neuwagen mit dem RDKS auszurüsten. Kosten für saisonale Reifen sind auch insgesamt höher und die Handhabung etwas komplizierter.

Wer hingegen Allwetterreifen besitzt, benötigt keinen Stauraum für die saisonal verschiedenen Reifensorten und kann jederzeit sorglos fahren.

Das Reifendruck-Kontrollsystem

Das Reifendruckwarnsystem soll helfen, Unfälle zu verhindern, die durch falschen Reifendruck oder schleichenden Luftdruckverlust entstehen. Außerdem sind sie hilfreich beim Spritsparen.

Diesen Umstand nutzen findige Werkstätten gerne, um an der Preisschraube beim Reifenwechsel zu drehen. Vorsicht ist geboten, wenn Werkstätten mit preiswerten Komplettpaketen locken. Laut Angebot umfassen diese sowohl den Aufwand für den Reifenwechsel als auch die Einlagerungsgebühren. Manche Anbieter addieren lediglich die Einzelkosten, was nichts mit einem günstigeren Angebot zu tun hat. Am besten ist es, sorgfältig zu vergleichen und zu prüfen.

Für welche Fahrer sind Ganzjahresreifen sinnvoll?

Wenigfahrer mit einer Fahrleistung von max. 10.000 km oder deutlich darunter können ohne Bedenken auf Allwetterreifen zurückgreifen. Auch Halter von Zweitwagen oder kleineren Fahrzeugen sind damit im Vorteil. Idealerweise beschränkt sich der Bewegungsradius auf innerstädtische Bereiche oder ähnliche kürzere Strecken.

Für Laufleistungen von deutlich mehr als 10.000 km werden die jeweiligen Spezialreifen für Winter und Sommer empfohlen. Die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe für jede Art von Reifen liegt bei mindestens 1,6 mm.

Expertentipp

Experten legen nahe, den Einsatz von Ganzjahresreifen auf klimatisch gemäßigte Zonen zu reduzieren. Bergregionen und ähnlich schneereiches Gelände eignen sich weniger für Alltagsreifen. Wer alpine Straßen befahren möchte, ist dazu verpflichtet, Winterreifen aufziehen (wenn nötig Schneeketten). Nicht zuletzt dienen diese Maßnahmen der allgemeinen Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer.

Wie sind winterliche bzw. sommerliche Verhältnisse gesetzlich definiert?

Winterliche Verhältnisse umfassen folgende Aspekte:

  • Rollsplit
  • Eis- oder Reifglätte
  • Glatteis
  • Schneeglätte
  • Schneematsch
  • geschlossene Schneedecke
  • extreme Kälte

Bei diesen Witterungsverhältnissen müssen laut § 2 Absatz 3a StVO Winterreifen oder andere Reifen eingesetzt werden, die der Richtlinie 92/23/EWG entsprechen (unter anderem Ganzjahresreifen). Bis 2017 war es ausreichend, dass Winterreifen mit der Bezeichnung M+S aufgesteckt wurden.

Seit Januar 2018 sind, gemäß der Winterreifenpflicht, Reifen mit einem Alpensymbol vorgeschrieben. Dieses Symbol zeigt ein dreigezacktes Bergpanorama mit integrierter Schneeflocke.

Sommerliche Verhältnisse beinhalten:

  • Hitze
  • Trockenheit
  • Regen
  • Gewitterschauer, Sturm und Hagel
  • überschwemmte Fahrbahnen (Gefahr von Aquaplaning)
  • Nebel (Übergangszeit Sommer/Herbst)

Wann sollten saisonale Reifen gewechselt werden?

Es existiert der weitverbreitete Irrglaube, dass Winterreifen von Oktober bis Ostern (sogenannte O-Monate) gesetzlich vorgeschrieben sind. Das ist jedoch nur eine Erfindung aus dem Volksmund zum leichteren Einprägen der Reifenwechseltermine.

In der Bundesrepublik Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht. Diese ist weder von einem Datum noch von einem bestimmten Zeitraum abhängig. Sie basiert auf Witterungsbedingungen, Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein.

Wenn du dich für einen saisonalen Reifenwechsel entschieden hast, solltest du die Sommerreifen nicht beim ersten Sonnenstrahl aufziehen. Auch mit Sommerreifen im Winter zu fahren, ist keine gute Idee. Im Umkehrschluss ist es eher kontraproduktiv, Winterreifen im Sommer aufgezogen zu lassen.

Empfehlenswert für den Reifenwechsel von Winter auf Sommer sind die Monate ab Ende März/Anfang April. Gerade im April kann es erneut zu winterlichen Wetter- und Straßenverhältnissen kommen. Hier darf auf die O-Regel zurückgegriffen werden.

Die besten Ganzjahresreifen in 2022

Vom Gesetzgeber werden Ganzjahresreifen wie Winterreifen eingestuft, wenn sie die bekannten Voraussetzungen erfüllen (M+S-Kennzeichnung vor 2018, Übergangsregelung bis 09/2024) oder das Alpine-Symbol (3PMSF-Kennzeichnung) aufweisen. Sie erreichen jedoch nicht die besten Leistungen der speziellen Saisonreifen.

Wichtig zu wissen

Wenn im Winter gefahrene Ganzjahresreifen die offizielle Profilmindesttiefe von 1,6 mm erreichen, genügen sie den Anforderungen der in der BRD gültigen situativen Winterreifenpflicht bei vollem Versicherungsschutz.

Von den zahlreichen, durchaus abweichenden Testergebnissen im Internet, haben wir einen übersichtlichen Querschnitt zusammengestellt. Die Testvoraussetzungen für das Reifenverhalten schlossen folgende Hauptkriterien ein:

  • Trockenheit
  • Nässe
  • Kraftstoffverbrauch
  • Verschleiß
  • Eis und Schnee (diese zusätzlich relevanten Hauptkriterien kamen bei Winter- und Allwetterreifen zum Tragen)

Die bestplatzierten Marken der Ganzjahresreifen sind:

  • Firestone 16729
  • Goodyear Allwetterreifen
  • Vredestein Allwetterreifen
  • Continental Allseason Contact
  • Hankook 1024114
  • Michelin CrossClimat+

Expertentipp

Aus Sicherheitsgründen sollte darauf verzichtet werden, gebrauchte Reifen zu nutzen. Denn bei schon benutzten Reifen weiß man nie, wie lange sie im Einsatz und welchem Abrieb sie ausgesetzt waren. Diese Empfehlung gilt gleichermaßen für Winter-, Sommer- und Ganzjahresreifen sowie runderneuerte Reifen.

Wie lange sind Ganzjahresreifen mit der Kennung M+S noch erlaubt?

Reifen mit der Bezeichnung M+S, die bis 2017 gekauft wurden, können noch bis einschließlich September 2024 gefahren werden. Diese Frist wurde als Übergangslösung festgelegt.

Ab Oktober 2024 dürfen nur noch Winter- sowie Ganzjahresreifen mit der 3PMSF -Kennung (Alpine-Symbol) eingesetzt werden.

Zusammengefasst:

  • Bis einschließlich September 2024: Nutzung von Allwetterreifen mit M+S-Symbol
  • Ab Oktober 2024: Alpine-Symbol verpflichtend

Unabhängig der Reifenkennzeichnung sind örtliche Gesetze immer vorrangig zu befolgen. Verkehrssünder, die sich nicht an die Vorgaben halten, riskieren ein hohes Bußgeld. Eine genaue Staffelung ist dem Bußgeldkatalog für Autofahrer zu entnehmen.

Fazit

Ganzjahresreifen sind eine Mischung der Stärken von Winter- und Sommerreifen. Wer sich dazu entschließt, das ganze Jahr über damit zu fahren, sollte sich bewusst sein, einen Kompromiss einzugehen. Von Vorteil ist jedoch der geringere Kosten- und Zeitaufwand.

Tatsächlich ist die Gesetzgebung für manchen Autofahrer undurchsichtig und uneindeutig. Besonders hinsichtlich der situativen Winterreifenpflicht wird Eigenverantwortung vorausgesetzt. Deshalb sollte der wichtigste Aspekt stets Beachtung finden: Sicherheit geht vor! Keine vermeintlichen Einsparungen beim Reifenkauf an falscher Stelle.

Alle Artikel

Kopfairbag - Luftkissen mit großer Wirkung

Ratgeber · Kfz-Technik

Autos mit Heckantrieb: Vorteile, Nachteile und beliebte Modelle

Ratgeber · Kfz-Technik

LED-Scheinwerfer nachrüsten für besseres Sehen und Gesehen werden

Ratgeber · Kfz-Technik
Mehr anzeigen