Als das erste Auto aus DDR-Produktion Ende der 1950er Jahre im sächsischen Zwickau vom Band lief, war das westdeutsche Pendant aus Wolfsburg zwar schon fast zehn Jahre auf dem Markt. Doch ähnlich rasant wie der VW Käfer die Straßen eroberte, nahm schnell auch das Trabant getaufte Modell des Herstellers Sachsenring die Position eines Volkswagens ein. Sogar die Entwicklung einer Cabriolet-Variante, mit der der VW Käfer zum westlichen Lifestyle-Auto avancierte, wurde mit dem Trabant Tramp angestrebt. Dafür standen bald neben der Limousine auch Kombis im Programm, deren Name Trabant Universal auf den praktischen Nutzen hindeutete. Nach den politischen Umbrüchen in der DDR ab 1989 sah es kurze Zeit so aus, als würde der Trabant in renovierter Karosserie und mit neuer Motortechnik von VW im sich wandelnden Markt einen Platz behaupten können. Grund für diesen Optimismus war der langanhaltende Erfolg des Modells Trabant P 601, der fast dreißig Jahre lang das Bild vom Auto aus DDR-Produktion im Westen bestimmt und auch außerhalb der DDR in vielen osteuropäischen Staaten das Straßenbild geprägt hatte.
Als der Trabant P 601 im Jahr 1964 als zweitürige Limousine, ab 1965 auch als Kombi Trabant Universal vom Band lief, war nicht abzusehen, dass er einmal zu den dauerhaftesten Baureihen der Automobilgeschichte gehören würde. Immer wieder wurden überlegungen angestellt, dass auf der Plattform des Trabant 600 aufbauende Modell durch ein neues zu ersetzen, das dem technischen Fortschritt angepasst war. Immer wieder aber fehlten dazu die ökonomischen Voraussetzungen, sodass die Ingenieure im Laufe der 26jährigen Bauzeit des Trabant P 601 nur einige wenige änderungen vornehmen konnten.
An der technischen Grundkonstruktion des Trabant P 601 änderte sich nichts. Seit dem Start der Trabant-Modellreihe im Jahr 1957 setzten die Konstrukteure auf Zweitaktmotoren, deren Vorgänger bereits in den 1930er Jahren beim Zwickauer Hersteller Auto Union in den kleinen Modellen der Marke DKW zum Einsatz gekommen waren. Im Trabant P 601 leistete der mit einem Benzin-öl-Gemisch angetriebene Zweitakter anfangs bis zu 17 kW (23 PS). Ab dem Baujahr 1969 wurde der Trabant dieser Generation mit einem Aggregat ausgerüstet, das auf maximal 19 kW (26 PS) zugreifen konnte. Damit war dank des geringen Gewichts der weitgehend aus Kunststoff aufgebauten Karosserie eine Höchstgeschwindigkeit von knapp über 100 Kilometern in der Stunde möglich.
4,5
Welche Lichtmaschine wurde ab Baujahr 1989 eingebaut?