Beliebte Familienkombis

Kombi

Die beliebtesten Kombis im Überblick

Kombis vereinen Nutzen und Sportlichkeit

Der Kombi als Vernunftauto war gestern: Heute ist die lange Limousine in Sportlichkeit, Eleganz und Komfort oft sogar Vorbild für einfachere Modelle. Kombis haben sich seit ihrer Einführung Anfang des 20. Jahrhunderts nicht nur unverkennbar weiterentwickelt, sie haben sogar auch heute einen vollkommen anderen Status als noch vor 30 Jahren. Bis in die 80er Jahre vorwiegend als Lieferantenfahrzeug und von Handwerkern genutzt, hat es heute nicht mehr viel vom biederen Vernunftauto. Mit großzügigem Platzangebot und eleganten Formen und Ausstattungen parken Kombis heute sowohl in den Garagen von Singles wie auch von Familien. Die geräumige Bauform steht dabei keineswegs im Widerspruch zu dynamischem Fahrverhalten: So sind der Audi A4 und A6 Avant, die T-Modelle der Mercedes-Benz C-Klasse und E-Klasse oder der 3er und 5er BMW Touring auf Wunsch auch mit Leistungen eines Sportwagens erhältlich. Muss es nicht unbedingt ein Neufahrzeug oder ein sehr junger Gebrauchter mit Topausstattung sein, sind gut erhaltene Kombis der Mittelklasse bereits für 8.000 Euro oder weniger erhältlich. Angemerkt sei jedoch, dass der Kombimarkt eher von Dieselmodellen dominiert wird, weshalb das Angebot von Benzinern im Vergleich etwas spärlicher ausfällt.

Begriffsdefinition und -herkunft des Kombis

Der Begriff „Kombi“ ist die Kurzform von „Kombinationskraftwagen“ und beschreibt eine Kombination aus PKW und LKW. Was sonst jeder landläufig unter „Kombi“ versteht, also vornehmlich einen PKW mit nahezu senkrechter Heckklappe sowie einer Ladefläche im Innenraum, ist tatsächlich nur die umgangssprachliche Bedeutung des Wortes. Per Definition gehören zu den Kombis namentlich auch der Kleinbus, verschiedene Arten von Hochdachkombis sowie Vans und SUVs. Was diese Fahrzeuge alle gemeinsam haben ist das im Vergleich zur Limousine längere Dach und zusätzlich zur A-, B- und C-Säule der Dach-tragenden Karosserie eine oder mehrere D-Säulen. Da das umgangssprachliche Verständnis des Kombis aber wie so oft weit mehr Verbreitung gefunden hat als die eigentliche Bedeutung des Wortes, erfahren Sie in diesem Artikel mehr über den Kombi als PKW – oder auch Kombilimousine.

Ursprüngliche Einsatzzwecke von Kombis

Bis in die späten 80er Jahre erhielten Kombis vorwiegend aus rein praktischem Nutzen Interesse: Ein Kombi war im Grunde ein normaler PKW – damals oft noch mit nur drei Türen – bot aber ein annähernd ähnliches Platzangebot wie ein kleiner Lieferwagen. Durch die lange Bauform waren Kombis zudem stärkeren Torsionskräften (Verwindung) ausgesetzt und galten ohnehin als nicht besonders komfortabel. Im Prinzip waren sie also tatsächlich Nutzfahrzeuge in PKW-Form, so dass sie bevorzugt bei Handwerker- und Kleingewerbebetrieben zum Einsatz kamen. In diesem Zuge waren Kombis auch die ersten Fahrzeuge mit umklappbaren oder gar herausnehmbaren Rücksitzen. Die Trennung von Laderaum und Sitzen erfolgt damals wie heute in aller Regel durch variable Netze oder Gitter.

Doch genau dieses Konzept machte die geräumige Karosseriebauform auch immer interessanter für Familien, so dass Kombis gleichermaßen zunehmend hochwertig gestaltet wurden und Einzug bis in die obere Mittelklasse fanden. In den 80er Jahren nahm der Trend weiter Fahrt auf, was sich schon daran zeigte, dass manche PKW-Modelle als Kombi sogar mehr Anklang fanden als die Limousinen, auf deren Basis sie ursprünglich entstanden. Ein Beispiel dafür ist der VW Passat, ebenso die meisten gängigen Modelle von Volvo und Subaru.

Hersteller-Bezeichnungen von Kombis

Kombis unterscheiden sich nicht nur je nach Hersteller – je nach Fabrikat heißen die Modelle bei jedem Anbieter anders, kurioserweise aber fast niemals „Kombi“. Das liegt zum Einen daran, dass der Begriff „Kombi“ sich nicht markenrechtlich schützen lässt, zum Anderen sollen die neuen Bezeichnungen sich bewusst vom Kombi als Nutzfahrzeug abgrenzen – und natürlich auch einen gewissen Lifestyle verkörpern: Neben den bereits erwähnten Bezeichnungen werden Kombis bei Ford als Turnier, bei VW als Variant, bei Alfa Romeo als Sportwagon, bei Opel als Caravan oder bei Renault als Grandtour bezeichnet. Im Folgenden finden Sie eine Auflistung der Namensvariationen der bekanntesten Hersteller vor:

Hersteller

Kombi-Bezeichnung

Alfa Romeo

Sportwagon / Giardinetta

Aston Martin

Shooting Brake

Audi

Avant / Sportback

BMW

Touring

Chevrolet

Estate / Handyman / Kingswood

Fiat

Multiwagon / Panorama / Station Wagon  / SW / Weekend / u.a.

Ford

Turnier

Mercedes-Benz

T-Modell / Universal

Mini

Clubman

Opel

Caravan / Voyage

Peugeot

Familial / SW

Renault

Grandtour / Nevada / Savanna / Variable

Seat

Vario / Sport Tourer

Volkswagen

Variant

Volvo

 „V“ (z.B. V70)

Es fällt eine große Bandbreite an phantasievollen Namen auf, die allesamt entweder die besondere Größe, die Familientauglichkeit, die Multifunktionalität oder die Fähigkeit zu größeren Reisen eines Kombis abbilden sollen – relativ neu ist hingegen die Betonung von Sportlichkeit. Auffällig ist außerdem, dass einige Hersteller wie etwa Fiat kaum genug Bezeichnungen für ihre großräumigeren Modelle finden können, während sich Hersteller wie Volkswagen (Variant) oder Ford (Turnier) dauerhaft mit nur einem Namen für vergleichbare Modelle bzw. Aufbautypen zufrieden geben.

Die einzigen Hersteller die zumindest die Bezeichnung „Combi“ mit im Portfolio haben, sind Škoda, Renault nebst den oben aufgelisteten Namen sowie Toyota nebst der Bezeichnung „Touring Sports“. Saab führt außerdem Fahrzeuge als „SportCombi“ und Mazda den 6er auch als „Sport Kombi“.

Kombis heute

Da Kombis in den letzten Jahrzehnten immer beliebter wurden, stieg auch das Engagement in die Entwicklungsarbeit moderner und gut ausgestatteter Kombilimousinen. Diese sind zwar in aller Regel auch teurer in der Anschaffung als vergleichbare Limousinen – schließlich ist die Produktion im Zuge der größeren Karosserie, der großen Heckklappe, zwei zusätzlicher Seitenscheiben und anderen für den Kombi typischen Sonderausstattungen oder Verstärkungen auch deutlich aufwändiger. Dafür erzielen sie aber gleichermaßen höhere Preise beim Wiederverkauf – die Differenz ist sogar größer als der Unterschied beim Neupreis zwischen Limousine und Kombi. Moderne Kombilimousinen der höheren Preissegmente besitzen zudem bisweilen eine ein- und ausfahrbare Bodenplatte zur einfacheren Beladung. Was jedoch alle Klassen von Kombis mittlerweile gemeinsam haben, ist eine deutlich sportlichere Auslegung oder zumindest die Betonung von „Lifestyle“ – sozusagen als Gegenbewegung zum Biedermann-Kombi von anno dazumal. Seit mehr als 20 Jahren sind Kombis fast nur noch als Fünftürer erhältlich und ein verkleideter und mit Teppich ausgelegter Laderaum ist längst zum Standard geworden.

SUVs als Gegentrend zum Kombi

Auf der anderen Seite verbreiten sich in Europa aus den USA hergezogen zunehmend SUVs und Minivans und machen dem Kombi zunehmend Konkurrenz: In den USA hatte der Kombi bei weitem nicht so viele Interessenten gefunden wie hierzulande, er gilt dort sogar als schwer verkäuflich, weil er anders als bei uns das spießige Image nie richtig loswerden konnte. Dafür hält sich beim SUV in Europa das Image des reinen Prestige-Fahrzeugs mit Scheinfunktionalität ebenso hartnäckig und wird es wohl auch nicht schaffen, den modernen Kombi zu verdrängen.