Nachdem die Modelle der klassischen DDR-Kleinwagenbaureihe Trabant gegen Mitte der 1960er Jahre eine neue Karosserie erhalten hatten, bei der die zuvor rundlichen Formen einem nüchternen Stil mit ausgeprägten Kanten gewichen waren, veränderten sich die vornehmlich als Limousinen und Kombis gefertigten Trabant technisch und optisch in den nächsten zwanzig Jahren nur noch wenig. Zumindest was die Motoren der traditionell mit Zweitaktern vom Band laufenden Kleinwagen betraf, sollte es in den 1980er Jahren jedoch wenigstens noch einen Fortschritt geben: Der Trabant-Hersteller erhielt die Lizenz zum Nachbau eines VW-Motors. Die damit ausgestatteten Fahrzeuge liefen ab dem Frühsommer 1990 in der Produktionsstätte im sächsischen Zwickau unter der Bezeichnung Trabant 1.1 vom Band. Es war das letzte Modell der Baureihe, die knapp ein Jahr nach Einführung des Trabant 1.1 komplett eingestellt wurde.
Der 1.1 wurde zunächst in den klassischen Karosserieformen als zweitürige Limousine sowie als dreitüriger Kombi Trabant 1.1 Universal produziert. In Kleinauflage liefen vom Trabant 1.1 zudem Cabrios und Pick-ups vom Band. In der Außenansicht unterschieden sich die Trabant 1.1 von den Vorgängern nur in wenigen optischen Details. So erhielten die Fahrzeuge ab Baujahr 1990 einen neuen Kühlergrill und breitere Stoßfänger an Front und Heck. Auch die Heckleuchten wurden neu konzipiert, um mit einem integrierten Rückfahrlicht den allgemeinen verkehrsrechtlichen Anforderungen entsprechen zu können. Die zuvor aus Kunststoff gefertigte Motorhaube musste für den Einbau des modifizierten VW-Aggregats verändert werden und wurde nun aus Stahlblech produziert.
Nachdem jahrzehntelang Zweitakter ihren Dienst im Trabant getan hatten, liefen die Kleinwagen ab dem Baujahr 1990 mit einer neuen Motorengeneration vom Band. Der Trabant 1.1 erhielt einen auf VW-Technik basierenden Viertaktmotor der 1,1 Liter Hubraumklasse, der den Kleinwagen bis auf eine Geschwindigkeit von rund 125 Stundenkilometer beschleunigen konnte.
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