Porsche 911 Dakar beendet Erprobung

Porsche tut es wirklich und bringt mit dem Dakar den ersten Serien-Elfer im Offroad-Trimm auf den Markt. Zwar darf von einer Limitierung ausgegangen werden, doch die technischen Vorzeichen versprechen Großes. Das offizielle Debüt feiert der Porsche 911 Dakar auf der L. A. Auto Show am 16. November.

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Der 953 machte den Anfang

Einen waschechten Offroad-Elfer gab es bei Porsche schon einmal. Für die Rallye Paris-Dakar 1984 bauten die Stuttgarter unter der Projektbezeichnung 953 ihren ersten Allrad-Sportwagen. Dieser gewann sogleich, pilotiert durch René Metge und Dominique Lemoyne, die härteste Rallye der Welt und lieferte die technische Grundlage für den Supersportwagen 959, der ab 1986 zu den Kunden rollte.

Im gleichen Jahr trat dieser, stark modifiziert, erneut bei der Rallye Paris-Dakar an und war ebenfalls so gut, dass nicht nur die beiden Teamfahrzeuge Platz eins und zwei belegten, sondern auch das Tank- und Begleitfahrzeug, gefahren durch Porsche Renningenieur Roland Kussmaul, noch auf den sechsten Platz der Automobilwertung fuhr.

Jetzt lesen: Porsche 959 im Fahrbericht

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Porsche pflegt eine lange Allrad-Tradition

Der Rest ist Geschichte. Mit dem 964 Carrera 4 schaffte es das Allradsystem ab 1988 in die normale 911-Großserie, spätestens ab 2003 zementierten die Stuttgarter ihre Allradaffinität dann mit dem ersten Porsche Cayenne E1 und später auch mit dem Macan. Doch einen Elfer fürs Grobe blieb man der Fangemeinde schuldig – bis heute. Zwar zeigte man bereits 2012 unter der Bezeichnung „Vision Safari“ ein höhergelegtes Projektfahrzeug auf Basis des 911 (991), doch erst ab 2023 wird der Offroad-Elfer, möglicherweise unter dem Heritage-Label, als streng limitierter Dakar auf die Pisten dieser Welt rollen. Zumindest dann, wenn er nicht direkt bei so manchem Sammler in der Garage verschwindet.

Porsche gab nun bekannt, dass die Testfahrten weitestgehend abgeschlossen seien, der Porsche 911 Dakar mehr als 500.000 Testkilometer zurückgelegt hat, wovon allein 10.000 Kilometer nur Offroad-Strecken waren. Porsche Werksfahrer Romain Dumas zeigt sich maßgeblich an der Erprobung des hochbeinigen Sportwagens beteiligt, aber auch Rallye-Legende Walter Röhrl ließ es sich nicht nehmen, das Fahrverhalten auf Eis und Schnee zu testen.

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Walter Röhrl zeigt sich im Vorfeld begeistert

Der altgediente Porsche-Markenbotschafter zeigte sich vorab begeistert: „Das Auto macht wahnsinnig viel Spaß. Es funktioniert alles präzise und ohne Aufregung. Kein Porsche-Kunde wird für möglich halten, was man mit diesem Auto alles anstellen kann, bevor er es selbst gefahren ist.“

Wenngleich Porsche bislang wenig über die Technik verrät, sickerten in den letzten Wochen, nicht zuletzt durch Erlkönig-Fotografen, so manche Details durch. So wurde ein und derselbe Dakar-Elfer während Erprobungsfahrten auf der Nürburgring-Nordschleife mit zwei unterschiedlichen Fahrwerkshöhen gesichtet. Es ist daher anzunehmen, dass Porsche für den 911 Dakar auf ein verstellbares Luftfahrwerk setzt. Einstellbar könnte die Höhe durch einen extra Fahrmodi am Mode-Schalter des Lenkrads sein – sozusagen der erste Porsche 911 mit Offroad-Modus.

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Erporbung auf 6.007 Metern Höhe

Porsche selbst wiederum jagte Chef-Tester Romain Dumas erst kürzlich mit einem stark modifizierten 911 Carrera 4S auf den mit 6.007 Meter höchsten Vulkan der Welt, den Ojos Del Salado in Chile. Wenngleich Fahrwerk, Antriebsstrang, Karosserie und selbst die Lenkung nicht mehr dem Serienzustand entsprechen – der 450 PS starke 3,0-Liter-Biturbo-Boxermotor wurde angeblich nicht verändert (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 11,1-10,2 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 253-231 g/km)².

Das könnte ebenfalls Rückschlüsse auf den 911 Dakar und dessen Motorisierung zulassen. Der 3,0-Liter-Serienboxer gilt demnach als ausreichend robust und stellte spätestens mit der Rekordfahrt unter Beweis, dass er auch unter klimatischen Extrembedingungen zum Einsatz kommen kann – also perfekt für ein Wald-, Wiesen-, Eis-, und Schneefahrzeug wie den Dakar. Spätestens am 16. November 2022 wissen wir dann mehr. Dann wollen die Stuttgarter ihren Porsche 911 Dakar im Rahmen der Los Angeles Auto Show offiziell enthüllen. (Text: tv | Bilder: Hersteller)

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Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat gilt seine besondere Leidenschaft klassischen Fahrzeugen - sein Traumwagen bleibt der Audi RS 6 Avant C5 in Goodwood Grün.

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