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Porsche: Veredelter Motorsport mit Tradition

Den Grundstein für den profitabelsten Automobilhersteller der Welt legte Ferdinand Porsche (1875 bis 1951) bereits 1897. Damals stellte der junge Konstrukteur und Testwagenfahrer den Lohner-Porsche-Elektrowagen auf der Weltausstellung in Paris vor. Für den Einsatz des damals bahnbrechenden Radnabenmotors in eben diesem Gefährt erntete Porsche weltweit Ruhm und Ehre. Anschließend wurde der Österreicher unter anderem bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft beschäftigt, wo er maßgeblich an der Konstruktion der beiden Kompressoren-Sportwagen Mercedes SS und SSK beteiligt war.

Die Gründung von Porsche

1931 gründete Ferdinand Porsche das Konstruktionsbüro Porsche in Stuttgart und legte damit den Grundstein für die heutige Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG. Die Ingenieursfirma konstruierte unter anderem Rennwagen für die Auto Union und war ebenfalls an der Konstruktion des Volkswagens (VW 38 oder auch Porsche Typ 60 genannt – der Vorläufer des VW Käfers, der jedoch erst nach dem Krieg gefertigt wurde) beteiligt. Außerdem wurde in dieser Zeit ein heute begehrtes Sammlerstück entwickelt, der Porsche Traktor Diesel.

Der Sohn von Ferdinand Porsche, Ferry Porsche, übernahm 1947 von seinem Vater den Vorsitz des Unternehmens. Dieser entwarf und entwickelte nun 1948 in Schwäbisch Gmünd nicht nur den "ersten echten Porsche“, den Porsche 356/1, einen Roadster mit Leichtmetallkarosserie auf Basis von VW-Teilen mit, sondern auch das bekannte Porschewappen selbst. Ferdinand Porsche jun. prägte den jungen Konzern und ebnete den Weg als Sportwagenhersteller.

Die 50er Jahre: Porsche, ein Familienunternehmen

Ein Jahr vor dem Tod seines Vaters 1951 beschloss Ferry, sich wieder in Stuttgart-Zuffenhausen niederzulassen und eigene Fertigungsräume und Anlagen wurden erworben: Porsche wurde zur eigenständigen Automobilfabrik. Um sich als echter Sportwagenhersteller zu profilieren, versuchte Ferry, seine Modelle auch in verschiedensten Autorennen bekannt zu machen. 1951 gewann der Porsche 356 sein erstes internationales Rennen, das 24-Stunden-Rennen von Le Mans, auf das viele weitere Erfolge auch anderer Modelle, beispielsweise des Porsche Spyder 550, folgen sollten.

Hand in Hand mit der Zahl der internationalen Rennerfolge stiegen auch die Verkaufszahlen der neuen und alten Modelle. Der 1953 veröffentlichte 550 Spyder verkaufte sich dank seiner Rennsportpopularität bestens, eine Dekade darauf folgte der noch heute heiß begehrte, unvergessene Porsche 911, dessen Karosserie wiederum der Porsche-Familie entsprang – das Design stammt von Ferrys Sohn Ferdinand Alexander Porsche. Die Modelle Porsche 914/4 und 914/6 sowie der Porsche 917, der bis heute eines der erfolgreichsten Rennsportautos weltweit ist, kamen 1969 und 1970 auf den Markt.

Porsche 911
Porsche 911

Die 70er Jahre: Porsche expandiert

1971 entstand in Weissach ein Entwicklungszentrum und damit die heutige Porsche Engineering Group, eine 100-prozentige Tochter der Porsche AG (1972 wurde Porsche unter dem Aufsichtsratsvorsitz von Ferry Porsche zur Aktiengesellschaft umgewandelt) und zuständig für Entwicklungsarbeit in den Bereichen Karosserie, Technik und vor allem Motorentechnik.

1974 wurde der erste Porsche 911 Turbo auf dem Markt gebracht, mit dem 924 stellte Porsche erstmals einen Transaxle-Sportwagen, d.h. Getriebe und Antrieb hinten, Motor vorne, vor. Mit dem Produktionsbeginn des "großen Porsche“ 928 mit V8-Leichtmetallmotor, Aluminiumfahrwerk und Transaxle-Bauweise 1977 gelang der bis heute einzige Sportwagen, der zum "Auto des Jahres“ gekürt wurde.

Die 1980er Jahre des Porsche Konzerns waren von den Rennsporterfolgen des 956 und der 1988 zum 25 jährigen Jubiläum des Porsche 911 vorgestellten 911er Carrera-Reihe geprägt. Technische Neuerungen wie die Dreiwegekatalysatorentechnik, der elektronisch geregelte Vierradantrieb oder Tiptronic, ein Viergang-Automatikgetriebe, statteten verschiedene Modelle nun serienmäßig aus.

Die 90er Jahre: Aus einem Familienunternehmen wird ein Premium-Anbieter

Nach nur dreieinhalb Jahren Forschung und Entwicklung startete 1996 die Produktion des Mittelmotor-Roadsters Porsche Boxster. Das Erfolgsmodell Porsche 911 wurde wieder und wieder veredelt: 1995 erhielt er einen Biturbo-Motor und ein On-Board-Diagnosesystem, 1997 einen wassergekühlten 6-Zylinder-Boxermotor. 1998 starb Ferry Porsche; seit seinem Ableben dürfen aufgrund zahlreicher Kompetenzgerangel um den Konzern keine Familienmitglieder mehr im Vorstand tätig sein. 1999 entstand der neue Produktionsstandort in Laipzig, wo heute der Porsche Cayenne, der Porsche Cayman und der Porsche Carrera GT hergestellt werden.

Nach der Jahrtausendwende verzeichnete die Sportwagen-Schmiede ein Rekordergebnis nach dem anderen, wozu vor allem der Porsche Cayenne beitrug, der die Absatzeinbußen von Boxster und 911 mehr als wettmachte. Für das Geschäftsjahr 2007/2008 konnte Porsche gar einen Gewinn ausweisen, der mit 8,57 Milliarden Euro vor Steuern höher als der Umsatz war.

Porsche wird umstrukturiert

Im Juni 2007 wurde das operative Geschäft der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG in eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Porsche Automobile Holding SE auszugliedern. Die neu gegründete Holding führt darüber hinaus die Beteiligung an der Volkswagen AG in Höhe von aktuell 50,76 Prozent der Stammaktien. Zielsetzung ist, die Beteiligung vorbehaltlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen 2009 auf 75 Prozent aufzustocken und damit den Weg für einen Beherrschungsvertrag frei zu machen.

Begleitet war die mehrstufige Mehrheitsübernahme an Volkswagen bisher allerdings von Auseinandersetzungen mit der niedersächsischen Landesregierung um das VW-Gesetz ebenso wie von Kritik am Führungsstil des Vorstandsvorsitzenden und von Differenzen um die Zusammensetzung des gemeinsamen Betriebsrats; Kursturbulenzen in Folge von Leerverkäufen führten im Herbst 2008 dazu, dass die VW-Stammaktie an der Börse kurzzeitig mit über 1.000 Euro gehandelt wurde. Gleichzeitig blieb auch Porsche von den Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise nicht verschont und rechnet mit einem Umsatzrückgang von über 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Dessen ungeachtet eröffnete Ende Januar 2009 nach dreijähriger Bauzeit am Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen das von den Wiener Architekten Delugan Meissl errichtete, rund 100 Millionen Euro teure Porsche-Museum. Im September desselben Jahres begann der Verkauf der fünften Baureihe: Der viertürige Gran Turismo Panamera ist seit 2013 auch als Plugin-Hybrid erhältlich.

Porsche Panamera
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