Weltpremiere: Skoda Scala – Frischer Wind und neuer Name

Wer bei den Wörtern Weltpremiere und Scala unweigerlich an eine Opern-Uraufführung in Mailand denkt, liegt meistens richtig – in diesem konkreten Fall aber ganz weit daneben.

Mit Scala ist nämlich nicht das traditionsreiche Konzerthaus gemeint, sondern Skodas jüngstes Familienmitglied, das ab Mai 2018 den Kompakten Rapid beerben soll. Auf Einladung von Skoda war AutoScout24 bei der feierlichen Enthüllung in Tel Aviv dabei. Ob es nun allein am Namen Rapid, oder besser gesagt Rapid Spaceback, wie die Hatchback-Version hieß, lag, dass der kompakte Tscheche nicht den Erfolg eingefahren hat, der im gebührt hätte, sei dahingestellt. Wahrscheinlich war sein etwas biederer Auftritt eher ausschlaggebend. Trotzdem wollen die Produktstrategen nichts dem Zufall überlassen, und mit dem neuen Namen unmissverständlich klar machen, dass sich bei der Neuauflage einiges geändert hat.

Die tritt optisch deutlich frischer und flotter auf als ihr Vorgänger, und orientiert sich erstaunlich stark an der Studie Vision RS, die Skoda vor wenigen Monaten auf dem Pariser Auto Salon gezeigt hat. Vor allem der kurze vordere Überhang hat es in die Serie geschafft und verleiht dem auf 4,36 Meter gewachsenen Scala einen sportlichen Auftritt. Dass die dreieckigen Scheinwerfer dagegen ein bisschen an Seat erinnern, war sicher nicht beabsichtigt.

Breites Heck mit neuem Schriftzug

Keinerlei Verwechslungsgefahr besteht am Heck: Mit neuen, länglichen Rückleuchten verabschiedet sich Skoda auch in der Kompaktklasse von der bislang obligatorischen C-Form und betont zusammen mit dem ausgeschriebenen Skoda-Schriftzug die Breite des Hecks. Unüblich: Die Buchstaben kleben nicht am Blech, sondern, auf der weit nach unten gezogenen Heckscheibe.

Erstmals bietet Skoda in diesem Segment auch eine elektrisch betätigte Heckklappe an, hinter der sich 467 Liter Stauraum verstecken – 50 Liter mehr als bisher. Wer die Rückbank nicht benötigt, kann sogar Platz für bis zu 1.410 Liter Gepäck schaffen. Ansonsten dürfen sich die Hinterbänkler im Scala jetzt auch über Sitzheizung freuen. Und sie können dank zweier USB-Anschlüsse problemlos ihre Handys laden. Vorausgesetzt, sie haben ein neues Typ-C-Kabel dabei.

Digitale Instrumente und High-Tech-Extras

Das braucht man auch in der ersten Reihe, der bisherige Anschluss ist komplett rausgeflogen. Alternativ steht vorne eine induktive Ladeschale für das Smartphone zur Verfügung. Details, die übrigens mit der außergewöhnlichen Wahl für den Premierenort zu tun haben. Schließlich gilt Israel als das neue Silicon Valley und als Geburtsstätte zahlreicher innovativer Technologien.

Vorreiter auf diesem Segment wird der Skoda Scala freilich nicht, aber mit digitalen Instrumenten, einem bis zu 9,2 Zoll großen Infotainmentsystem (Serie sind 6,5 Zoll), Online-Zugang, Lenkradheizung und beheizbarer Windschutzscheibe, Spurhalte-Assistent, Panoramaglasdach, Voll-LED-Scheinwerfern, automatischer Einparkfunktion und Abstandstempomat setzt er in der Kompaktklasse durchaus ein Zeichen und verabschiedet sich auf jeden Fall vom Image einer Billig-Alternative.

Der Preis bleibt heiß

Preislich dagegen soll der Scala sich nach wie vor bescheiden geben. Zwar verrät Skoda den offiziellen Tarif noch nicht, Gerüchten zufolge soll die Preisliste aber bei rund 17.000 Euro starten. Das wären nur gut 500 Euro mehr als bislang für den Rapid fällig wurden und ausstattungsbereinigt soll der Skoda sogar günstiger geworden sein. Was am Ende tatsächlich auf der Rechnung steht, hängt aber freilich nicht nur von der bestellten Ausstattung ab, sondern in erster Linie auch vom Motor.

Zum Marktstart hält Skoda zwei Einliter-Dreizylinder-Benziner mit 95 und 115 PS bereit, sowie das Allzweck-Aggregat aus dem VW-Konzernregal: den 1.5 TFSI mit Zylinderabschaltung und 150 PS. Der Vierzylinder soll vorerst auch die Speerspitze sein, obwohl die Paris-Studie als RS-Modell auftrat, ist eine sportlichere Version, zumindest zum heutigen Zeitpunkt, nicht vorgesehen. Dafür steht auch noch ein Diesel zu Wahl, ein 1.6 TDI mit 115 PS und 250 Newtonmeter Drehmoment. Ende 2019 soll außerdem eine 90 PS starke Erdgas-Variante folgen, zu Thema Elektrifizierung hat Skoda dagegen derzeit nichts zu sagen.

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