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Bremsbeläge erneuern

Um immer sicher unterwegs zu sein, sollten deine Bremsen stets gut funktionieren. Dazu gehört, regelmäßig die Bremsbeläge zu wechseln. Wann es so weit ist und welche Dinge du sonst noch beachten musst, erfährst du hier.

Die Unterschiede zwischen Bremsbelag, Bremsscheibe und Bremssattel

Eine Bremse besteht aus mehreren Bauteilen und sollte stets korrekt funktionieren, damit die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden gewährleistet ist. Deshalb sollten sie regelmäßig überprüft werden. Die einzelnen Bauteile sind einer enormen Belastung ausgesetzt und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Teile verschleißen. Die Bremsen kündigen aber im Normalfall ihren Verschleiß rechtzeitig an. Damit du alle Teile richtig zuordnen kannst, erläutern wir kurz, wie sie funktionieren.

Aufbau und Funktionsweise der Bremsen

Die Räder des Fahrzeugs sind mit einer Metallscheibe aneinandergefügt und drehen sich mit dem Reifen. Der Bremssattel verlangsamt die Fahrt, da er eine Reibung erzeugt. Das Gegenstück dazu ist die Bremsscheibe. Während des Bremsvorgangs drückt der Bremssattel ähnlich wie eine Zange auf die Bremsscheibe und erzeugt somit die gewünschte Bremsfunktion. In den Innenseiten befinden sich die Bremsbeläge, die dann die erzeugte Reibung hervorrufen. Drückst du das Bremspedal, wird ein Kolben gegen den Bremssattel gedrückt. Dadurch bewegen sich die Bremsbeläge Richtung Bremsscheibe und verlangsamen so die Drehung der Räder. Je kräftiger das Bremspedal betätigt wird, umso schneller blocken die Räder. Wenn dieser Vorgang nun an allen vier Rädern angewandt wird, kommt das Auto zum Stillstand.

Wann müssen Bremsbeläge meines Autos erneuert werden?

Die Bremsen bilden an einem Auto ein wichtiges Verschleißteil. Deshalb sollten sie in regelmäßigen Abständen kontrolliert und gegebenenfalls erneuert werden. Sind die Bremsbeläge sehr stark abgenutzt, stellt dies ein hohes Sicherheitsrisiko dar und beeinträchtigt zudem noch das Bremsverhalten. Wenn die Teile ihre Verschleißgrenze erreichen, heißt das aber nicht gleich, dass die ganze Bremse ersetzt werden muss. Gerade die Bremsbeläge lassen sich schnell und einfach wechseln, ohne dass du lange auf dein Auto verzichten musst.

Der richtige Zeitpunkt für neue Bremsbeläge

Bei jeder Inspektion, die durchgeführt wird, gehören die Bremsbeläge zu den wichtigsten Prüfungspunkten. Modernere Autos besitzen deshalb ein Warnsystem, welches darauf hinweist, dass die Beläge verschlissen sind und ausgetauscht werden müssen. Ansonsten kann der nächste Wechsel auch an der gefahrenen Kilometerzahl gemessen werden, da sich die Austausch-Intervalle einzig und allein nach dem Grad der Abnutzung richten. Auch die Fahrweise spielt dabei eine Rolle: Wer häufig bremst oder stark abbremst, kann mit einem Wechsel der Bremsbeläge nach circa 20.000 Kilometern rechnen. Eine vorausschauende und nachhaltige Fahrweise kann den Wechsel bis zu 100.000 gefahrene Kilometer – oder mehr – hinauszögern.

Einige Hersteller legen bei Scheibenbremsen eine Verschleißgrenze fest. Die Mindeststärke liegt hier bei vier Millimetern. Da Trommelbremsen nach einem anderen Prinzip funktionieren, dürfen diese noch bis zu einer Belagstärke von einem Millimeter gefahren werden. Wenn die Bauteile diese Grenze erreicht haben, gilt es auch hier, die Bremsbacken oder Beläge zu erneuern. Ansonsten ist die Fahrsicherheit extrem beeinträchtigt.

Die Verschleißgrenze kann in aller Regel selbst überprüft werden. Bei den meisten Autos wird es im Cockpit angezeigt, wann die Mindeststärke erreicht ist und der Wechsel ansteht. Manchmal kündigt sich der Wechsel auch schon vor der Warnleuchte an. Gefühlvolle Autofahrer können beim Fahren schon auf verschlissene Bremsbeläge aufmerksam werden, wenn folgende Anzeichen vorliegen:

  • schleifendes Geräusch
  • längerer Bremsweg
  • flatterndes Bremspedal
  • wenig Bremsflüssigkeit

Manchmal gerät auch Öl auf die Bremsen, wenn beispielsweise ein Fehler beim Ölwechsel gemacht wurde oder sich undichte Systeme im Motorraum befinden. Der Schmierstoff verhindert dann die Reibung und damit auch die Wirkung der Bremse. Deshalb ist ein Wechsel nicht nur bei Verschleiß, sondern auch bei verölten Bauteilen angeraten.

Beim Wechsel der Bremsbeläge nicht zu lange warten

Verschlissene Bremsbeläge bedeuten gleichzeitig eine höhere Belastung für die Bremsscheiben. Wer zu lange mit dem Wechsel der Bremsbeläge wartet, riskiert einen Wechsel der kompletten Bremsanlage, was mit höheren Kosten verbunden ist.

Wie oft müssen Bremsbeläge und -scheiben gewechselt werden?

Üblicherweise halten moderne Bremsanlagen zwischen 40.000 und 120.000 Kilometern. Wie schnell sie letztendlich verschleißen, hängt unter anderem vom Streckenprofil, dem Fahrzeug und der Fahrweise ab. Auch Korrosion durch Umwelteinflüsse (z. B. Streusalz und Feuchtigkeit) kann zum Problem werden und Schäden verursachen.

Häufig müssen die Bremsbeläge bei älteren Fahrzeugen schon einige Zeit vor den Scheiben gewechselt werden. Bei neueren Autos werden die Scheiben und Beläge üblicherweise zeitgleich ausgetauscht.

Wie erkenne ich, ob die Bremsscheiben gewechselt werden müssen?

Ein Kfz-Experte mit geschultem Blick kann oft frühzeitig erkennen, ob die Bremsbeläge noch erhalten sind. Ansonsten gilt: Wenn der Restbelag bei Scheibenbremsen bei circa zwei bis drei Millimeter und bei Trommelbremsen bei circa einem Millimeter liegt, sollten sie erneuert werden. Der TÜV hat ein besonderes Auge darauf. Bei manchen Fahrzeugen existiert auch eine Bremsverschleißanzeige im Kombiinstrument.

Auch die Bremstrommeln und -scheiben verschleißen nach einiger Zeit. Normalerweise weist der Hersteller hierfür Minimalstärken aus. Wenn diese Grenze unterschritten wird, steht ein Wechsel an.

Auf den Bremsscheibenverschleiß achten

Bremsscheiben haben gegenüber Trommelbremsen einige Vorteile, wie etwa eine gleichmäßigere Bremsleistung und bessere Wärmeabfuhr. Das bedeutet aber andererseits auch, dass sie einen höheren Verschleiß haben, da die Fläche des Reibmaterials wesentlich kleiner ist als bei der Trommelbremse.

Um eine sichere Fahrt zu gewährleisten, sind richtig funktionierende Bremsen das A und O. Deshalb sollten die Bremsen und ihre einzelnen Bauteile regelmäßig hinsichtlich ihres Verschleißzustandes kontrolliert werden. Sollten Probleme mit den Bremsen bestehen, ist sofort eine Werkstatt aufzusuchen.

Daran erkennst du Verschleiß

Verhältnismäßig leicht ist der Verschleiß an der Bremsscheibe zu erkennen. Wenn die Scheibe verschlissen ist, bildet sich am Rand häufig ein schmaler Grat, der sicht- und fühlbar ist. Dieser entsteht, weil die Scheibe dort am häufigsten der Abnutzung unterliegt, da dort das Reibmaterial des Bremsbelages aufliegt. Es gibt jedoch weitere Anlaufstellen, um Verschleiß zu erkennen:

Problem Ursache Auswirkung Empfehlung
Rillen auf dem Material Schmutzpartikel auf Belag und Bremsscheibe Bremsgeräusche, Reibung, mangelhafte Bremsleistung Bremsbeläge und -scheiben überprüfen
ungleichmäßiger Verschleiß Rundlaufabweichungen der Bremsscheibe, ungleichmäßige Funktion des Bremssattels Schwingungen, die sich auf das Lenkrad übertragen, pulsierende Effekte am Bremspedal, unregelmäßige und/oder schlechte Bremswirkung Bremsanlage kontrollieren
Oberfläche der Scheibe ist blau gefärbt Auto wurde mit angezogener Feststellbremse gefahren, Überhitzung der Bremsbeläge, da sie klemmen oder festsitzen, der Bremskolben des Bremssattels ist fest Überhitzung, Rubbeleffekte Bremsanlage ganzheitlich prüfen lassen
Druckstellen an der Anlagefläche Beschädigung der Fläche durch Verschmutzung, unsachgemäße Reinigung der Anlagefläche, die Radnabe hat sich verzogen Rubbeleffekte oder Flattern, vermehrter Seitenschlag der Bremsscheiben Bremsanlage überprüfen lassen
Verrostete Reibringfläche Beeinflussung durch korrosionsfördernde Mittel (Reinigungsmittel, Streusalz etc.), geringe Beanspruchung der Bremse, Wasser- oder Standschaden keine regelmäßige Bremswirkung mehr, Geräusche beim Bremsen komplette Bremsanlage überprüfen lassen

Wie lange hält eine Bremsscheibe?

Da es sich bei den Scheibenbremsen, Bremsbeläge, Bremsbacken und Trommelbremsen um Verschleißteile handelt, nutzen diese sich im Laufe der Zeit natürlicherweise ab. Besonders Bremsscheiben sind daneben noch hohen thermischen und mechanischen Einflüssen ausgesetzt. Die Bremsanlage sollte deshalb bei jedem Werkstattbesuch auf ihre Funktion und ihren Verschleißzustand geprüft werden. Es empfiehlt sich, beispielsweise beim Räderwechsel die Bremsanlage gleich mit überprüfen zu lassen. Heutzutage befindet sich zusätzlich fast in allen Autos eine Verschleißanzeige über die Scheibenbremsbeläge. Zum einen kann der Verschleiß elektronisch über ein Licht im Armaturenbrett angezeigt werden. Die etwas lautere Variante ist ein Metallstift, der bei Erreichen der Grenze an der Bremsscheibe kratzt. Dieses Kratzen sorgt beim Bremsvorgang für ein unüberhörbares Geräusch, das zum Werkstattbesuch auffordert.

Die Bremsscheibe sorgt dafür, dass das Auto sicher zum Stillstand kommt. Normalerweise halten Bremsscheiben weitaus länger als Bremsbeläge. Aber auch die Bremsscheiben haben nach einiger Zeit ihren Dienst erfüllt und müssen ausgewechselt werden. Wie lange solch eine Bremsscheibe hält, lässt sich nicht genau sagen. Meistens ist auch die Abnutzung der Hinter- und Vorderachse nicht einheitlich. Deshalb werden Bremsscheiben auch oftmals zu verschiedenen Zeitpunkten gewechselt. Ihre Lebensdauer beträgt zumeist 100.000 bis 150.000 Kilometer.

Wie viel kostet es, die Bremsbeläge zu wechseln?

Die Höhe der Kosten richtet sich nach den zu ersetzenden Verschleißteilen. Wenn lediglich die vorderen Bremsbeläge zu wechseln sind, ist dies meist günstiger als ein Tausch inklusive der Bremsscheiben. Auch die Größe der Beläge und Scheiben ist ausschlaggebend. Werden also die Bremsbeläge getauscht, wird mit einer Arbeitszeit von etwa 20 bis 30 Minuten pro Rad gerechnet. Pro Achse werden dafür circa 30 bis 70 Euro in Ansatz gebracht, zuzüglich der Arbeitszeit. Normalerweise werden Bremsbeläge achsenweise gewechselt.

Einige Werkstätten bieten einen Komplettpreis für den Tausch der Bremsklötze an. Je nach Modell bewegen sich die Preise dann zwischen 80 und 300 Euro. Musst du zusätzlich die Bremsscheiben wechseln lassen, kann sich der Preis verdoppeln oder sogar verdreifachen. Das liegt daran, dass die Bremsscheiben deutlich teurer sind. Die zusätzliche Arbeitszeit hält sich hingegen in Grenzen. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass gewisse Teile der Bremse festsitzen und das Lösen erschwert wird, was zu einer längeren Arbeitszeit führen kann. In diesem Fall sind jene Kunden im Vorteil, die einen Komplettpreis vereinbart haben. Ansonsten wird sich die Werkstatt eine verlängerte Arbeitszeit auch vergüten lassen.

Auch die Bremszylinder der Trommelbremse sowie die Kolben der Bremssättel können verschleißen. Dies bedeutet bei der Reparatur auch eine längere Arbeitszeit und höhere Kosten. Jedoch fallen diese Art von Reparaturen eher selten an.

Du solltest Arbeiten an den Bremsscheiben bzw. Bremsbelägen immer von Profis durchführen lassen. Es geht um deine eigene Sicherheit und auch die der anderen Verkehrsteilnehmer. Schon kleine Fehler können ein verheerendes Sicherheitsrisiko darstellen. Des Weiteren wird für den Wechsel oftmals auch Spezialwerkzeug benötigt, weshalb diese Arbeiten unbedingt von Fachleuten ausgeübt werden sollten.

Fazit

Mit einer umsichtigen Fahrweise kannst du die Lebenszeit deiner Bremsen deutlich verlängern. Haben diese irgendwann ihre Lebensdauer erreicht, kannst du dies als gefühlvoller Autofahrer anhand einiger Anzeichen frühzeitig feststellen. Du solltest aufgrund des hohen Sicherheitsrisikos direkt die Werkstatt aufsuchen und die Profis das fachgerechte Wechseln vornehmen lassen.

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