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Auto-Innenraumreinigung – Tipps und Mittel

Der Alltag hinterlässt Spuren im Auto-Innenraum. Sichtbare und unsichtbare. Wie man nicht nur Dreck, sondern auch Viren und Bakterien restlos beseitigt, zeigt unser Ratgeber. Denn für eine gründliche Reinigung reichen oft Hausmittel und ein bisschen Geduld.

Cover Auto-Innenraumreinigung

Was gehört zur Autoinnenreinigung?

Der Innenraum ist im Alltag zwar nicht so schweren Strapazen ausgesetzt wie der Lack und die Karosserie, aber er hinterlässt dann doch Spuren. Gerade mit dem Wechsel der Jahreszeiten lohnt eine gründliche Reinigung deshalb sehr.

Mit Blick auf Corona ist auch das Thema Bakterien und Viren stärker ins Bewusstsein gerückt. Denn auch im Fahrzeug-Innenraum lauern unsichtbare Gefahren, die man mit ein paar Handgriffen bei der Pflege schnell und gründlich im Griff hat.

Neben dem gründlichen Staubsaugen gehört deshalb die manuelle Reinigung aller Oberflächen zum A und O der Fahrzeuginnenreinigung. Dabei gilt es vor allem auch für die weniger beachteten Stellen: Gerade Aerosole verbreiten sich im ganzen Innenraum und bleiben so an jeder Stelle haften. Es gilt also alle Flächen, die man im Auto-Alltag berührt, gründlich zu reinigen. Unser Ratgeber gibt ihnen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Schritt-für-Schritt: Das darf bei der Innenraumreinigung nicht fehlen

Um das perfekte Ergebnis zu erlangen, braucht es nicht nur ein paar Hilfsmittel, sondern vor allem auch die richtige Reihenfolge der Arbeiten. Am besten gelingt die Innenreinigung natürlich mit Geduld, Ruhe und Zeit. Der eigene Stellplatz, idealerweise mit Stromanschluss und einem in der Nähe befindlichen Wasserhahn wären perfekt, es klappt allerdings auch auf dem SB-Waschplatz.

Zuerst geht es ans Aufräumen. Müll, Dinge, die man nicht mehr braucht, eventuelles Zubehör für den Winter wie Eiskratzer und Co sind etwa im Sommer überflüssig und sollten ausgeräumt werden. Denn es gilt: Jedes Kilo mitgeführten Ballasts kostet unnötig Sprit. Nach dem Aufräumen kann es dann mit der eigentlichen Innenreinigung losgehen.

Das wichtigste Hilfsmittel ist hierbei der Staubsauger. Fußmatten, Teppich, Ablagen und Kofferraum sind mit einem möglichst starken Sauger zu bearbeiten, denn besonders im hochflorigen Fußraum-Teppich kann sich der Dreck besonders gut festhalten. Es empfiehlt sich im Uhrzeigersinn zu arbeiten und beim Fahrersitz zu beginnen. Nach Lehnen und Polstern kommt die Fußmatte dran. Diese sollte herausgenommen werden und gründlich ausgeklopft werden. So fällt der lose Dreck schon einmal ab. Danach kann sie sorgfältig abgesaugt werden. Gleiches gilt für den darunterliegenden Teppichboden im Auto. Wichtig: Auch die Türtaschen und die Zwischenräume zwischen Sitz und Mittelkonsole sollte man saugen, hier versteckt sich oft besonders viel Dreck, weil man dort nur selten rankommt und die Reinigung entsprechend vernachlässigt.

Tipp

Wer einen Bürstenaufsatz für den Staubsauger hat, der kann damit auch die Lüftungsdüsen und das Armaturenbrett absaugen. Vorsicht allerdings vor empfindlichen Oberflächen wie Klavierlack, Softlack oder Touchscreen-Displays. Diese Bereiche sollte man nicht mit dem Staubsauger bearbeiten. Es drohen Kratzer auf den sensiblen Materialien.

Nach dem Staubsaugen geht es an das Reinigen der Oberflächen und Bedienelemente. Besondere Sorgfalt sollte man bei allen Teilen walten lassen, die man selbst oder die Mitfahrer häufig in der Hand haben, dazu zählen vor allem:

  • Lenkrad
  • Schalthebel
  • Griffe (Türgriffe, Türöffner, Dachhaltegriffe)
  • Armlehnen
  • Touchscreen
  • Radiobedientasten
  • Klimabedientasten

Schritt für Schritt Reinigung

Wie kriegt man die verschiedenen Oberflächen richtig sauber?

 „Alles, was schäumt ist gut“ stimmt nicht so ganz. Besonders bei starken und scharfen Reinigungsmitteln ist Vorsicht geboten. „Alles, was schäumt ist gut“ stimmt nicht so ganz. Besonders bei starken und scharfen Reinigungsmitteln ist Vorsicht geboten.

„Alles, was schäumt ist gut“, so sagt der Volksmund. Das stimmt allerdings nicht. Gerade moderne Cockpits bestehen teils aus sehr sensiblen Materialien. Hier muss man besonders mit starken und scharfen Reinigungsmitteln vorsichtig sein. Ein milder Allzweckreiniger und ein guter Glasreiniger reichen für die meisten Arbeitsschritte bei der Innenreinigung völlig aus. Erst bei hartnäckigen Verschmutzungen oder speziellen Flecken muss man zu Spezialchemie greifen.

Auch bei der Wahl der Lappen gilt es, ein wenig Vorsicht walten zu lassen. Besonders im Alltag sehr beliebte Mikrofasertücher können im Innenraum des Autos für böse Überraschungen sorgen. Denn ihre abrasiven Eigenschaften – besonders bei günstigen Allzweck-Mikrofasertüchern für den Küchengebrauch – sind mitunter problematisch auf Zierteilen mit glänzenden Oberflächen oder Displays. Mit zu viel Druck gearbeitet hinterlassen die günstigen Mikrofasertücher hier schnell unschöne Kratzer im Display. Zwar nur sehr fein, aber dennoch störend. Besser ist es, auf bewährte Baumwolllappen zu setzen: Das alte Unterhemd tut hier noch bestens Dienst. Natürlich gehen auch spezielle Mikrofasertücher mit einer besonderen Materialstruktur für die Autoreinigung. Sie sind allerdings recht teuer und können pro Stück schnell bis zu zehn Euro kosten.

Ein großflächiges Aufsprühen des Reinigers auf Armaturen, Lenkrad und Bedienelemente reicht meist völlig, gefolgt vom zügigen Abwischen mit dem Lappen. Zu große Einwirkungszeit sollte man nicht walten lassen, sonst kann es zu Flecken auf den Materialien kommen. Nur bei wirklich hartnäckigen Flecken, etwa auf den Polstern, kann es helfen, wenn man dem Reiniger ein bisschen mehr Wirkzeit gibt. Auf normal verschmutzten Flächen reicht das direkte Abwischen locker aus.

Wer sich nicht sicher ist, ob der Reiniger sich gut mit dem Material verträgt, der sollte einfach eine unauffällige Stelle zum Test wählen. In den meisten Fällen passiert aber nichts, sofern man scharfe Reiniger meidet. Essigreiniger oder ähnliches haben bei der Autoreinigung nichts verloren. Denn auch ein alkoholhaltiger Glasreiniger hilft etwa schon Bakterien und Viren abzutöten. Viel hilft hier nicht immer viel, sondern birgt vor allem viel Gefahr.

Die große Kunst der Auto-Innenreinigung: streifenfreie Scheiben

Wer kennt es nicht: Die Sonne steht tief und man sieht nichts, weil die Scheibe komplett verschmiert ist. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern auch gefährlich. Allen Scheiben sollte deshalb bei der Innenreinigung besondere Beachtung geschenkt werden.

Die goldene Regel für die streifenfreie Sauberkeit ist ein frischer Lappen. Wer mit einem gebrauchten oder schon benutzten Tuch mit der Arbeit beginnt, der hat schon verloren. Mit wenig Scheibenreiniger arbeiten hilft ebenfalls. Am besten klappt es, wenn man einmal feucht vorreinigt und dann mit einem zweiten, ebenfalls frischen und sauberen Tuch, nacharbeitet. Wer etwa einen Van oder ein SUV besitzt, dessen Scheibe groß und schlecht zu erreichen ist, der kann vom Beifahrersitz aus besser in die Ecken gelangen.

Auf jeden Fall gilt bei der Scheibenreinigung: Geduld zahlt sich aus. Wer es gründlich macht, der wird vom Ergebnis belohnt. Denn nichts ist angenehmer als klarer Durchblick ohne störende Streifen und gefährliche Reflexionen.

Streifenfreie Scheiben

Wie lange dauert eine Innenreinigung des Autos?

Geübte Samstags-Putzer sind schon in der ersten Halbzeit der Bundeliga-Konferenz fertig, Diskussionen mit dem Nachbar eingeschlossen. Das Saugen ist in der Regel in einer lockeren Viertelstunde erledigt. Das Abwischen aller Oberflächen braucht danach noch etwa genauso lang. Bei den Scheiben kommt es auf das eigene Geschick an. Hier kann man aber auch mal schnell eine halbe Stunde brauchen. In der Regel dauert eine ordentliche Autoinnenreinigung nicht mehr als eine Stunde.

Wer sich allerdings viel Zeit nimmt, das Leder reinigt und pflegt und auch alle Flächen noch einmal mit spezieller Cockpitchemie behandelt, der kann auch ein paar Stunden, wenn nicht gar einen ganzen Tag mit der Pflege verbringen. Allerdings dürften das nur wirkliche Auto-Enthusiasten auf sich nehmen.

Wie viel kostet eine professionelle Autoinnenreinigung?

Wer die Innenreinigung seines Autos nicht selbst übernehmen möchte, der hat gleich mehrere Möglichkeiten. Viele Aufbereiter bieten die professionelle Aufbereitung des Interieurs gleich in verschiedenen Stufen an. Von der einfachen Reinigung, die meist in einer guten Stunde erledigt ist, geht es ab etwa 100 Euro los. Wer eine gründliche Aufbereitung wünscht, etwa mit einer Lederreinigung und Pflege, der sollte mindestens 250 Euro für das frische Interieur anlegen.

Sollte an ihren Sitzwangen das Leder abgewetzt oder die Farbe abgeschürft sein, so ist auch das für die meisten Aufbereiter kein Problem mehr. Mit modernen Smart-Repair-Methoden ist die Schadstelle schnell nachgefärbt und kleine Risse repariert. So wird auch ohne aufwändige Sattlerarbeiten schnell wieder ein Ergebnis nahe des Neuwagens erreicht. Der Vorher-Nachher-Effekt ist das Geld oft mehr als wert.

Tipp

Viele Waschanlagen-Betreiber haben neben der Außenreinigung auch ein Innenraum-Paket im Angebot. Auf einem Förderband sorgt ein ganzer Trupp an Aufbereitern in wenigen Minuten für ein sehr gutes Ergebnis. Neben dem gesaugten Innenraum gehören auch geputzte Scheiben und gereinigte Cockpitflächen zum Programm. Und das bei sehr geringen Kosten: Meist geht es ab 15 Euro los für die Express-Pflege des Innenraums.

Fazit

Eine gründliche Innenreinigung des Autos ist kein Hexenwerk. Schon mit einfachsten Hilfs- und Putzmitteln, die in jedem Haushalt vorhanden sind, ist das Interieur gut sauber zu bekommen. Und ein sauberer Innenraum hat neben einem angenehmen Ambiente noch weitere Vorteile: Wer die Arbeit gewissenhaft erledigt, der gibt auch Viren und Bakterien keine Chance. Es lohnt sich also in jedem Fall, ab und zu ein bisschen Zeit in die Pflege des eigenen Autos zu investieren.

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