Autopolitur

Wer seinen Wagen steht in strahlendem Glanz erleben will, greift regelmäßig zu professionellen Poliermitteln und Lackreinigern. Ob Blech, Gummi oder Kunststoff: Die richtigen Pflegemittel bringen jedes Material zum Strahlen.

Auto polieren leicht gemacht - mit der richtigen Ausrüstung

Bevor überhaupt an die Politur der Oberflächen zu denken ist, müssen diese gründlich von sämtlichen Schmutz- und Staubpartikeln, aber auch von Haaren und Pollen befreit werden. Je weniger Verunreinigungen später unter die Politur gelangen, desto besser. Rückstände wie Sand und kleinste Insektenreste können bei der Autopolitur wie Schleifpapier wirken und den Lack schädigen. Daher steht vor jeder Politur eine Wagenwäsche, bei der Sie auch den Unterboden reinigen und Reste von Streusalz entfernen sollten. Falls Sie zuhause oder in der näheren Umgebung keinen geeigneten Platz für diese Reinigung finden, lohnt sich der Besuch bei der Waschanlage. Hier können Sie sicher sein, dass sämtliche Verschmutzungen beseitigt werden. Anschließend trocknen Sie den Wagen mit einem speziellen Mikrofasertuch oder einem Leder für Autos, sodass eine saubere, glatte Fläche für die Politur gegeben ist.

Vor der Autopolitur: Kratzer entfernen

Mit etwas Zeit können Sie anschließend die Politur auftragen. Wichtig hierbei: Bessern Sie zunächst Kratzer und Lackschäden von Steinschlägen aus, die vermehrt im Bereich von Kühler, Haube und Vordertüren vorkommen. Mit einem Lackreparatur-Set lässt sich ein Lackschaden ausbessern: Dafür eignen sich Lackstifte besonders gut, die bereits für kleines Geld im Fachhandel erhältlich sind. Die betroffenen Bereiche werden zuerst mit einem Entfetter behandelt, um fremde Lackspuren sowie das alte Wachs auf der Lackierung zu entfernen. Einerseits hält so die neue Politur besser, andererseits sind dadurch Kratzer unter der Oberfläche schneller sichtbar und können gezielt ausgebessert werden. Dafür eignet sich eine motorisierte Feinschleifbürste, die Sie entlang der betroffenen Stellen bewegen, um abblätternden Lack und kleinste Verschmutzungen zu entfernen. Je nach Größe und Stelle des Kratzers kann dann mit dem Lackstift oder einer Sprühdose mit dem Originalfarbton des Fahrzeugs die Lackierung beginnen.

Tipp: Nie bei strahlendem Sonnenschein polieren! Auch wenn es naheliegend ist und sich gemeinhin wesentlich angenehmer gestaltet, sollten Sie eine Politur nie unter strahlendem Sonnenlicht durchführen, wenn Sie Ihr Auto richtig polieren wollen. UV-Strahlung und Hitzeentwicklung sorgen bei den meisten Pflegepräparaten für Flecken und Unebenheiten im Lack. Ein angenehm schattiger Platz garantiert, dass Ihr Fahrzeug keine Falten bekommt.

Gründlich und lang anhaltend - die Autopolitur per Hand

Nutzen Sie für das Auftragen der Politurflüssigkeit ausschließlich geeignete Tücher, die frei von Fusseln und Staub sind. Die Wahl der richtigen Autopolitur wird danach entschieden, wie sich das Ausmaß der Verschmutzung darstellt, welche Art von Lack behandelt wird und inwiefern dieser angegriffen wurde. Unterschiedlichste Zusammensetzungen sind im Fachhandel erhältlich. So eignen sich Hartwachs-Polituren besonders für Neuwagen und Fahrzeuge, die bereits gründlich gereinigt wurden. Mittel mit einem geringen oder mittleren Schleifanteil werden hingegen vor allem für ältere Lacke verwendet, deren Behandlung mehr Feingefühl erfordert. Geben Sie zunächst ein wenig Politur auf den Lack oder in den Lappen und reiben Sie das Auto damit langsam ein. Scheiben, Scheinwerfer und Kunststoffteile der Karosserie sind mit Plastikfolie, Zeitung oder Klebeband abzudecken, um unnötige Verschmutzungen zu verhindern. Danach warten Sie, bis sich eine milchig-weiße Schicht auf dem Lack gebildet hat und die eigentliche Politur beginnen kann. Um eine möglichst gleichmäßige Verteilung der so entstehenden milchigen Schicht zu gewährleisten, ist die Politurflüssigkeit mit kreisenden Bewegungen aufzutragen. Wenn sich zu viel Schmutz auf dem Tuch angesammelt hat, sollte entweder die Seite gewechselt oder ein neues Tuch zur Hand genommen werden. Fahren Sie in dieser Weise fort, bis Sie die gesamte Oberfläche Ihres Wagens behandelt haben. Ein abschließender Rundgang um das Fahrzeug offenbart dann letzte Politurrückstände.

Stark verwitterten Lack aufbessern - Auto polieren mit der Poliermaschine

Vorteilhaft bei der Politur mit einer Poliermaschine ist die Tiefenwirkung, die durch die Rotation des Poliertellers erzielt wird. Mittlerweile gibt es drei unterschiedliche Arten von Poliermaschinen auf dem Markt, die je nach Professionalität des Anwenders einige Vor- und Nachteile bieten:

Exzenter Poliermaschine

Dabei handelt es sich um eine Poliermaschine, deren Konstruktion so ausgerichtet ist, dass der Stützteller mit dem Polierpad rotiert und gleichzeitig auf einer orbitalen Bahn schwingt. Dadurch bleibt dem Anwender die gleichmäßige Kreisbewegung erspart, was diese Methode vor allem für Einsteiger attraktiv macht. Die geringe Hitzeentwicklung der Exzenter-Maschinen verzeiht so auch kleinere Fehler, sorgt allerdings auch dafür, dass die Politur am Auto etwas länger dauert und nicht ganz so glanzvolle Ergebnisse nach sich zieht.

Exzenter Poliermaschine mit Zwangsrotation

Die Zwangsrotation sorgt bei diesen Maschinen für eine bessere Abtragung und ermöglicht so ein schnelleres und wirtschaftlicheres Arbeiten. Zwar sind diese Modelle dafür etwas schwerer und lauter, können aber dank der geringen Hitze auch auf glasfaserverstärktem Kunststoff und Holz angewendet werden.

Rotations-Poliermaschine

Ruhiges Handling, höchste Abtragleistung und geringe Geräuschentwicklung machen diese Maschinen vor allem bei professionellen Anwendern beliebt. Die hohe Leistung sorgt allerdings auch für einen starken Zug, sodass die Kontrolle über den Verlauf der Politur etwas mehr Kraft erfordert, als bei den anderen Modellen. Aufgrund der hohen Hitzeentwicklung sollten jedoch keine empfindlichen Oberflächen damit behandelt werden.

Was bei der Autopolitur mit Poliermaschinen zu beachten ist

Grundsätzlich muss der Anwender bei der Nutzung einer Poliermaschine nur leichten Druck auf die Oberfläche ausüben, da die haptische Energie und die Rotationskraft ausreichen, um die Politur gleichmäßig zu verteilen. Hervorstehende Teile der Karosserie und Kanten sollten nicht zu sehr mit dem Gerät in Kontakt kommen, um den Lack an diesen Stellen zu schonen. Außerdem sind Scheiben und Kunststoffteile zu meiden, da hier gerade bei der Politur mit einer Poliermaschine sehr schnell unschöne Verschmutzungen entstehen können. Abschließend folgt das Nachpolieren, für das Sie unbedingt eine frische Polierhaube aufsetzen sollten. Pressen Sie die Maschine dabei mit Gefühl gegen den Lack, um alle Politurreste ohne Schlieren entfernen zu können.

Wachsen für langanhaltenden Glanz

Insbesondere bei älteren Fahrzeugen ist das Wachsen nach der Politur sinnvoll, da der Lack auf diese Weise wesentlich länger geschützt bleibt. Aktuelle Autos sind zumeist mit neuartigen Metalliclacken behandelt, auf die zusätzlich eine Klarlackschicht als Versiegelung aufgetragen wurde. Hier ist eine Nachbehandlung mit Wachs weniger nötig. Bei den sogenannten Unilacken ist der Wachsvorgang hingegen obligatorisch, weil deren Struktur beim Polieren aufgebrochen wird und somit empfänglich für Schmutzablagerungen und Verfärbungen ist. Zur Messung der Dicke der Lackschicht empfiehlt sich ein Lackschichtmessgerät.

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