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Ratgeber: Inspektion, Wartung, Intervall-Service – Was ist wie oft fällig?

Service, Inspektion, Ölwechsel, Durchsicht, Jahreswartung. Die routinemäßige Kontrolle des Autos hat viele Namen. Eines bleibt aber immer gleich: Wer Termine verstreichen lässt und Intervallzeiträume nicht einhält, der riskiert hohe Folgekosten. Unser Ratgeber klärt die Details und Preise.

Woher weiß ich, ob eine große oder kleine Inspektion fällig ist?

Jeder Hersteller handhabt die Inspektions-Hinweise anders. In vielen Fällen wird im Bordcomputer der Servicebedarf beim Start oder beim Abstellen des Motors angezeigt. Häufig wird sogar gemeldet, um welche erforderlichen Arbeiten es sich handelt, wie viele Tage noch bis zum Werkstattbesuch bleiben und wie viele Kilometer noch gefahren werden können. Andere Fahrzeuge, vor allem günstigere Modelle oder moderne Displays oder Infotainment-Systeme weisen oft mit einem Schraubenschlüssel-Leuchtsymbol auf notwendige Service-Maßnahmen hin. Selbst in vielen älteren Autos sind solche Systeme installiert, bei BMW gab es sogenannte Service-Intervall-Anzeigen schon seit Ende der 1980er.

In jedem Fall hilft ein klärender Blick ins Handbuch. Hier wird genau beschrieben, wie das Fahrzeug auf sich aufmerksam macht, wenn ein routinemäßiger Werkstattbesuch anstehen sollte.

Tipp

Nicht alle Fahrzeuge arbeiten mit einer Service-Intervall-Anzeige. Einige Hersteller behalten weiterhin das alte System fester Intervallzeiten bei, so dass das Auto immer in einem bestimmten Turnus in die Werkstatt muss. Hier kann es sein, dass kein gesonderter Hinweis im Cockpit angezeigt wird. Das Handbuch ist daher immer der beste Ratgeber.

Was ist ein Longlife-Service?

Der Longlife-Service ist eine relativ moderne Erfindung. Jedes Auto benötigt seine regelmäßigen Wartungen immer in Abhängigkeit der Benutzung und Beanspruchung. Ein Auto, das regelmäßig im Langstreckeneinsatz bewegt wird, das kaum Kaltstarts abgenötigt bekommt und selten in hohen Drehzahlregionen unterwegs ist, braucht etwa weniger häufig einen Ölwechsel als ein nur in der Stadt bewegtes Kurzstreckenauto oder ein stark beanspruchter Sportwagen. Die Hersteller können durch den Einsatz moderner Sensorik und intelligenter Steuergeräte die Belastung mittlerweile sehr exakt messen und den Zustand sehr gut einschätzen.

Nicht nur Ölstand und Ölgüte sind auf Basis der Betriebsstunden, der Temperaturprofile, des Verbrauchs und der gefahrenen Geschwindigkeit exakt vorhersagbar, selbst die verbleibende Reststrecke der Bremsbeläge kann mittlerweile von den meisten Herstellern nahezu auf 1.000 Kilometer genau vorausgesagt werden. So werden keine Ressourcen verschwendet und die Betriebskosten werden im Verhältnis zu festgelegten Wartungsintervallen unter Umständen deutlich reduziert.

Was passiert, wenn man die Inspektion nicht macht?

Es passiert nichts, das Auto wird weiterhin starten. Allerdings kann eine überzogene Inspektion empfindliche Konsequenzen haben. Die oben beschriebene Analyse und Vorhersage des Service-Bedarfs ist mittlerweile sehr genau. Eine fällige Wartung markiert sozusagen das Ende des Haltbarkeitsdatums von Öl oder Verschleißteilen. Natürlich arbeitet jeder Hersteller mit Sicherheitspuffern und ein verspäteter Service wird nicht unmittelbar zu einem Schaden führen, dennoch ist die Toleranz der Hersteller vor allem in einem späteren Schadenfall sehr gering. Versagt ein Bauteil zu einem späteren Zeitpunkt, kann zumindest nicht ausgeschlossen werden, dass es nicht mit der übergangenen Inspektion zu tun hat. Garantie- oder Kulanzleistungen rücken damit schnell in weite Ferne.

Tipp

Garantie ist eine freiwillige Leistung des Herstellers, gesetzlich ist er nur zu einer Gewährleistung verpflichtet, deren Recht relativ kompliziert ist. So gibt es etwa eine Beweislastumkehr, die nach sechs Monaten ab Kauf greift. Tritt der Schaden erst nach dieser Zeit ein, muss der Kunde nachweisen, dass der Mangel schon bei Kauf bestanden hat. Wer Streitereien vermeiden will, der sollte auf die Einhaltung der Service-Termine achten. Wege zum Sparen gibt es dennoch – etwa bei der Wahl der Werkstatt.

Was bedeutet „Scheckheftgepflegt“?

 Im Serviceheft werden von der Werkstatt alle Inspektionen und Wartungsservices eingetragen. Im Serviceheft werden von der Werkstatt alle Inspektionen und Wartungsservices eingetragen.

Eine der ersten Fragen, die man beim Begutachten eines Gebrauchtwagens häufig stellt, ist, ob der Wagen „scheckheftgepflegt“ ist. Das Scheckheft - oder auch Serviceheft - war früher ein Buch in den Bordunterlagen, in denen die Wartungsintervalle vermerkt und von der Werkstatt eingetragen und abgestempelt wurden. So konnte man die Inspektionen und Wartungsservices jederzeit nachweisen.

Allerdings muss man hier in gleich mehrerlei Hinsicht aufpassen. Ein ausgefülltes und gut gestempeltes Scheckheft muss nicht zwangsläufig auf ein gut gewartetes Auto hinweisen. Überzogene Wartungsintervalle etwa entdeckt man erst, wenn man die Daten und Kilometerstände genau kontrolliert. Auch lassen sich die Papier-Servicehefte und Werkstatt-Stempel relativ leicht kopieren und fälschen. Aus diesem Grund gibt es bei vielen Herstellern mittlerweile sogenannte „digitale Servicenachweise“. Die durchgeführten Wartungen werden von der Werkstatt in einem zentralen Server des Herstellers gespeichert und sind so fälschungssicher abgelegt. Diesen Service bieten übrigens auch die meisten freien Werkstätten an. Man ist also nicht auf den Besuch in der Vertragswerkstatt angewiesen.

Ein „scheckheftgepflegtes“ Fahrzeug ist demnach ein Auto, das zu jeder Zeit ohne Überziehen und Auslassen etwaiger Services seine Wartungen in vollem Umfang erhalten hat und dies entsprechend nachweisbar ist.

In welche Werkstatt kann ich gehen?

Die Entscheidung liegt ganz beim Fahrzeughalter. War vor vielen Jahren als Bedingung für etwaige Garantieleistungen häufig noch der Besuch der Vertragswerkstatt vorgeschrieben, hat die Gesetzgebung nun den Autofahrer deutlich bessergestellt. Auch freie Werkstätten können nun Services durchführen, ohne dass der Hersteller sich seiner Gewährleistungspflichten entziehen kann. Einzige Vorgabe: Alle Arbeiten müssen nach Herstellervorgaben ausgeführt werden und mit Teilen von vorgeschriebener Qualität. Doch diese Bedingungen werden von den meisten Werkstätten in Deutschland ohnehin erfüllt.

Natürlich hat der Markt aber auch hier seine eigenen Gesetze. Sammlerfahrzeuge etwa, oder hochpreisige Modelle wie Porsche, BMW M oder Mercedes-AMG verkaufen sich vor allem dann besonders gut, wenn man alle „Stempel“ im Scheckheft von einer Vertragswerkstatt nachweisen kann.

Wo ist der Unterschied zwischen Inspektion und Ölwechsel?

 Der Ölwechsel ist die kleinste Form der Wartung. Die Preise für diesen Service können von 50 Euro bis zu 500 Euro (zum Beispiel für Sportwagen) reichen. Der Ölwechsel ist die kleinste Form der Wartung. Die Preise für diesen Service können von 50 Euro bis zu 500 Euro (zum Beispiel für Sportwagen) reichen.

Der Ölwechsel ist im Prinzip die kleinste Form der Wartung. Hier wird, ganz im Wortsinne, nur das Motoröl und der zugehörige Filter gewechselt. Die Preise reichen von Festpreisangeboten großer Ketten ab 50 Euro bis hin zu Spezialölen besonderer Sportwagen mit hohen Füllmengen, die dann auch mit 500 Euro und mehr allein für den Wechsel des Schmierstoffs zu Buche schlagen können.

Nach dem Ölwechsel folgt die kleine Inspektion. Sie inkludiert neben dem Ölwechsel vor allem die gründliche Durchsicht aller Funktionsbauteile des Fahrzeuges, die einem Verschleiß unterliegen können. Daneben werden oft auch Luftfilter und Innenraumfilter getauscht. Die kleine Inspektion wechselt sich mit der großen Inspektion ab. Im aufwändigeren Wartungsumfang sind dann neben dem Bremsflüssigkeitswechsel, der alle zwei Jahre durchgeführt werden muss, etwa bei Ottomotoren oft auch ein Wechsel der Zündkerzen fällig. Hier werden dann neben den Verschleißteilen auch Abgasanlage, Getriebe, Achsen, Karosserie und die elektrischen Systeme auf korrekte Funktion und einwandfreien Zustand hin überprüft.

Was kostet der Service meines Autos?

Eine Vorhersage der Wartungskosten ist so gut wie unmöglich. Zwar machen immer mehr Hersteller Festpreise, die gelten jedoch oft nur für Wartungsumfänge, die exakt definierte Arbeiten beinhalten. Gerade bei den Inspektionen treten aber oft Verschleißfälle auf, die man ganz individuell instand setzen muss. Entsprechend sind auch die Kosten sehr unterschiedlich.

Wichtig ist deshalb die sogenannte Dialog-Annahme. Bei der Abgabe des Fahrzeuges werden so mit dem Service-Berater oder Mechaniker direkt am Auto die Arbeiten besprochen und ein grober Kostenumfang festgelegt. Tritt bei der späteren Durchsicht weiterer Service-Bedarf zu Tage, so sollte die Werkstatt immer erst auf eine Kostenfreigabe durch den Kunden warten. Sollte die Rechnung unangekündigt mehr als 20 Prozent über dem Kostenvoranschlag liegen, so liegen die Chancen gut, dass man vor Gericht eine Kostenübernahme durch die Werkstatt erstreiten kann.

Tipp

Teile wie Bremsen oder Fahrwerkslager – also sämtliche „sicherheitsrelevanten Baugruppen“ – können bei Mängeln oder Verschleiß auch ohne Rückfrage von der Werkstatt ausgetauscht werden. Eine Kostenfreigabe muss hier nicht erteilt werden, wenn die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs beeinträchtigt wäre.

Fazit

Eine Inspektion muss nicht teuer sein, sie kann Fahrzeughalter aber teuer zu stehen kommen. Denn die Hersteller reagieren sehr empfindlich auf überzogene Intervalle. Doch man muss nicht immer in die Vertragswerkstatt fahren, auch freie Werkstätten können nach Herstellervorgaben Ölwechsel und Inspektionen durchführen. Darüber hinaus bieten auch immer mehr Hersteller Festpreiswartungen an. Vergleichen lohnt sich also – allerdings sollte man sich rechtzeitig um einen Termin kümmern.

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