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Chiptuning

Beim Chiptuning wird die Fahrzeugleistung über die Software des Bordcomputers beeinflusst. Zur Leistungssteigerung oder aber zur Verbesserung des Kraftstoffverbrauchs kann das Chiptuning sinnvoll sein.

Was ist Chiptuning?

Beim Auto Tuning ist das Chiptuning die sauberste Art die Leistung des Fahrzeuges zu beeinflussen. Oftmals muss nicht einmal die Motorhaube geöffnet werden und trotzdem liefert der Motor nach dem Chiptuning etliche Pferdestärken mehr als zuvor. Beim Chiptuning wird die vorhandene Software für die Motorensteuerung umgeschrieben, überschrieben oder vollständig ersetzt. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Entweder es werden vorhandene Daten kopiert oder es kommt sogar ein Zusatzgerät zum Einsatz.

Ziele der veränderten Software sind in der Regel:

  • Eingespritzte Kraftstoffmenge erhöhen
  • Luftmenge im Zylinder erhöhen
  • Zündzeitpunkt optimieren
  • Drehzahl des Turboladers maximieren
  • Einstellung der Nockenwelle, bzw. der Ventile verändern

Nicht immer geht es beim Chiptuning um eine Leistungssteigerung. Einige Autofahrer lassen bei ihrem Auto ein Chiptuning durchführen, mit dem Ziel, den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch zu optimieren. Ein solches Öko-Chiptuning macht vor allem bei Fahrzeugen Sinn, die häufig weite Strecken und viele Kilometer zurücklegen. Dann lassen sich mit dieser Art des Chiptunings und in Verbindung mit einer besonders umweltbewussten Fahrweise bis zu 15 Prozent Kraftstoff einsparen. Bei einer hohen jährlichen Kilometerleistung macht das einen vierstelligen Betrag aus.

Ist Chiptuning erlaubt?

Das Chiptuning ist erlaubt, solange die Veränderung am Antrieb umgehend in die Fahrzeugpapiere eingetragen wird. Dies geschieht teilweise bereits beim Hersteller. So bietet Audi beispielsweise etliche Modelle an, bei denen die Höchstgeschwindigkeit auf 250 km/h festgelegt ist. In der Praxis greift beim Erreichen dieser Endgeschwindigkeit der Bordcomputer ein und verhindert eine weitere Geschwindigkeitssteigerung. Im Fachjargon ist dies als Abregeln bekannt. Allerdings offeriert Audi aufpreispflichtige Pakete mit Zusatzausstattungen. Diese enthalten oft eine Sportauspuffanlage. Außerdem ist ein Chiptuning von Herstellerseite Teil des Paketes, denn damit steigt die Spitzengeschwindigkeit auf 280 km/h, bei einigen Modellen sogar auf 300 km/h und mehr. Das gelingt, ohne den Motor technisch großartig zu verändern. So sorgt beispielsweise das RS Dynamik-Paket Plus beim Audi RS7 dafür, dass die Endgeschwindigkeit von 250 km/h auf beachtliche 305 km/h steigt.

Im Idealfall lässt ein Autobesitzer das Chiptuning in einer anerkannten Fachwerkstatt vornehmen, welche:

  • Für das Chiptuning zertifiziert ist.
  • Über einen Leistungsprüfstand verfügt.
  • einen Vertrag mit der DEKRA oder dem TÜV hat, sodass die Einzelabnahme direkt im Betrieb erfolgen kann.
  • ausschließlich Leistungsveränderungen durch Chiptuning vornimmt, für die ein Mustergutachten oder eine allgemeine Betriebserlaubnis bereits vorliegt.

Ist eine solche Werkstatt im Umfeld nicht verfügbar, kann das Chiptuning auch von einer versierten, möglichst zertifizierten Werkstatt vorgenommen werden. Wichtig ist dann, dass direkt im Anschluss eine Abnahme beim nächsten Stützpunkt des TÜV oder DEKRA stattfindet. Dies lässt sich durch einen festen Termin sicherstellen, beispielsweise Chiptuning am Morgen, Abnahme beim TÜV am Nachmittag.

Welche Arten von Chiptuning fürs Auto gibt es?

Es gibt am Markt für Autozubehör kleine Geräte für wenige, aber auch solche für mehrere tausend Euro, die durch ihre Programmierung in der Lage sind, in die Motorsteuerung einzugreifen. Diese technischen Systeme werden meist für bestimmte Modelle oder Baureihen hergestellt. In der Regel kommen diese Zusatzgeräte mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) oder einem Mustergutachten, sodass die Eintragung in die Fahrzeugpapiere im Normalfall problemlos möglich ist.

Anders sieht die Situation bei älteren Modellen aus, bei denen es nicht möglich ist, eine neue Software aufzuspielen. Hier muss entweder der Chip ausgelötet und gegen einen anderen ersetzt werden oder es ist notwendig, die gesamte Platine inklusive Chip auszutauschen. Dies ist nicht bei jedem Modell möglich, weil derartige Platinen, die höhere Leistungen erzeugen, nur für sehr beliebte und zumeist sportliche Fahrzeuge hergestellt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist das Chiptuning durch eine veränderte Software. Bei modernen Fahrzeugen besitzen das Motorsteuergerät oder der Bordcomputer des Autos eine Schnittstelle, über welche der Zugang zur Software möglich ist. So kann eine komplett neue oder umgeschriebene Software kopiert werden, was in der Folge die Programmierung des Steuergeräts verändert. Diese Mehtode heißt Softwaretuning. Dabei werden entweder die gesamte Programmierung überschrieben, oder nur bestimmte Teile davon.

Das sogenannte 10-Cent-Chiptuning und die Black-Box oder Power-Box arbeiten nach einem anderen Verfahren. Hier werden die Sensorwerte so verändert, dass das vorhandene Programm mehr Kraftstoff in die Zylinder einspritzen lässt. Es werden also Werte erzeugt, um mehr Leistung aus dem Motor zu kitzeln.

Eine weitere Variante ist das Power-Pedal, welches allerdings nicht zu einer Leistungssteigerung führt. Es handelt sich hierbei um eine elektronische Box, die zwischen dem Gaspedal und dem Motor installiert wird. Beim kleinsten Druck auf das Gaspedal erzeugt die Box ein Signal, durch welches der Motor sofort eine maximal hohe Leistung liefert. Im Prinzip wird also lediglich das Ansprechverhalten des Motors erhöht, nicht die Leistung.

Was ist der Unterschied zum Eco-Tuning?

Das sogenannte Eco-Tuning hat nicht die Leistungssteigerung zum Ziel, sondern bessere Verbrauchswerte und niedrigere Emissionen. In der Regel verändert sich die Motorleistung bei dieser Art des Tunings am Auto nicht.

Wann ist eine Abnahme des Chiptunings bei TÜV oder DEKRA notwendig?

Eine Abnahme eines Chiptunings beim Auto ist immer dann notwendig, wenn sich die Leistungswerte und / oder die Emissionswerte durch die Maßnahme verändert haben. Zuvor wurde die Kfz-Steuer lediglich auf der Basis des Hubraums eines Motors bemessen. Seit die neue Berechnung der Kfz-Steuer in Kraft ist, ist eine steuerlich gerechte Berechnung nur dann möglich, wenn alle Daten bekannt sind. Verändern sich diese Daten durch ein Tuning, ist eine Abnahme erforderlich, was eine Neuberechnung der Kfz-Steuer zur Folge hat.

Zudem verursacht eine Leistungssteigerung eine höhere Geschwindigkeit. Dies ruft die Versicherer auf den Plan, denn das Fahrzeug kann durch die Leistungsveränderung in eine andere Versicherungskategorie oder Gruppe rutschen, was eine Neuberechnung der Versicherungsprämie zur Folge hat.

Konsequenzen für nicht ordnungsgemäßes Chiptuning

Wird ein Chiptuning beim Auto nicht ordnungsgemäß abgenommen und in die Papiere eingetragen, kommen diese Konsequenzen zum Tragen:

  • Das Fahrzeug verliert seine Zulassung, sprich die Betriebserlaubnis und darf im öffentlichen Straßenverkehr nicht mehr bewegt werden.
  • Das Fahrzeug verliert seinen Versicherungsschutz, auch den der Haftpflicht. Bei einem Unfall leisten die Versicherer zwar in der Regel, können aber anschließend den Versicherungsnehmer in Regress nehmen und eine Rückzahlung der ausbezahlten Schadenssumme verlangen.
  • Mit dem Chiptuning verliert das Fahrzeug seine Herstellergarantie auf alle Teile, selbst wenn nichts mit dem eigentlichen Tuning zusammenhängen.

Ist Chiptuning schädlich für ein Auto?

Chiptuning kann schädlich sein, da eine Leistungssteigerung nur durch ein Mehr an Kraftstoff sowie Luft möglich. Beim reinen Chiptuning wird auf der mechanischen Seite aber keine Veränderung vorgenommen. Das bedeutet:

  • die Einspritzanlage arbeitet weiterhin mit dem gleichen Druck.
  • die Düsen haben keinen größeren Durchlass.
  • die Luftansaugschächte sind gleich groß.
  • der Turbolader besitzt keine größeren oder effizienteren Schaufeln.

Um mehr Benzin in die Zylinder zu leiten, muss das Motorsteuergerät demnach die Einspritzzeit verlängern. So passiert es, dass Benzin in den Zylinder gelangt, selbst nachdem die eigentliche Zündung bereits stattgefunden hat. Der spät einströmende Kraftstoff entzündet sich nicht durch den Funken der Zündkerze, sondern durch die Hitze der Zylinder. Dies führt im Regelfall zu einer Überhitzung des Motors und einem deutlich höheren Verschleiß.

Außerdem muss die Software, um größere Luftmengen in den Motor zu leiten, die Umdrehungszahl des Turboladers oder die Leistung des Kompressors erhöhen. Für eine derart hohe Belastung sind diese __Komponenten nicht ausgelegt, insbesondere nicht auf Dauer. Gebrochene Schaufelräder, verbogene oder gerissene Wellen und die Überhitzung des Motors sind das Resultat.

Welche Nachteile hat ein Chiptuning am Auto?

Es ist möglich, dass die Steuergeräte nicht mehr funktionieren, weil diese die Kennung des Chiptunings nicht lesen können. Die Nichtkompatibilität ist auch ein Problem bei Werkstattbesuchen oder der Hautuntersuchung beim TÜV, denn oft können die Diagnosegeräte oder die Systemkontrollen wegen des Chiptunings keine Daten mehr auslesen oder es werden falsche Daten gelesen.

Durch die höhere Geschwindigkeit nach dem Chiptuning kann es passieren, dass die Reifen ausgetauscht werden müssen, weil der Geschwindigkeitsindex nicht mehr mit der nun möglichen Endgeschwindigkeit korrespondiert.

Schlechtere Abgaswerte und bei Dieselmotoren eine erhöhte Rußbildung führen zur erhöhten Umweltbelastung und es sind höhere Kfz-Steuern zu entrichten.

Wird ein gechipptes Fahrzeug verkauft, bei dem das Tuning rückgängig gemacht wurde, ist dem Käufer mitzuteilen, dass ein erhöhter Verschleiß vorliegen kann. Dies senkt den Wiederverkaufswert deutlich. Wer das Chiptuning verheimlicht, betrügt den Käufer und riskiert eine Anzeige.

Wer haftet bei Schäden durch das Chiptuning?

Es gibt zahlreiche Hersteller im Bereich Chiptuning, die eine Garantie geben und versichern, dass keine Schäden entstehen werden. Allerdings ist es sehr schwierig nachzuweisen, dass ein Schaden am Auto tatsächlich durch das Chiptuning verursacht wurde. Selbst erfahrene Kfz-Gutachter sind kaum in der Lage, für Schäden durch das Chippen gerichtsverwertbare Beweise zu liefern. Trotzdem steht der Autofahrer in den meisten Fällen alleine da und muss den Schaden selbst tragen.

Wie viel kostet das Chippen beim Auto?

Es kommt bei den Kosten darauf an, welches Auto gechippt werden soll und welche Methode gewählt wird. Eine Black-Box oder ein Power-Pedal sind im Autozubehör oder online bereits für unter 20 Euro erhältlich. Ein professionelles Chiptuning in einer darauf spezialisierten Werkstatt kann zwischen 1.000 Euro und 10.000 Euro oder sogar mehr kosten. Bei einigen Modellen ist es möglich, diese direkt vom Hersteller tunen zu lassen.

Um beim vorgenannten Beispiel zu bleiben: Audi verlangt beim RS7 für das gesamte Dynamik-Paket inklusive Heraufsetzen der Endgeschwindigkeit von 250 km/h auf 305 km/h knapp 13.000 Euro. Dies hat aber auch den Vorteil, dass am Motor einige Maßnahmen ergriffen werden. Das Tuning hat keinerlei Auswirkung auf die Herstellergarantie.

Beim nachträglichen Chiptuning kommen die Kosten für die Abnahme hinzu, die im Einzelfall die des Tunings übersteigen können.

Darüber hinaus sind zu kalkulieren die Mehrkosten für:

  • Kfz-Steuer
  • Kfz-Versicherung
  • Erhöhter Kraftstoffverbrauch
  • Verschleiß
  • Häufigere Reparaturen

Fazit

Für manche Autofahrer ist es verlockend, das schnellste Auto eines bestimmten Modells zu fahren. Das Chiptuning gilt als einfacherer und sauberer Weg als das klassische Motortuning. Allerdings zeigt sich in der Praxis, dass die erheblichen Kosten für ein gutes Chiptuning, die höheren Betriebskosten und die häufigeren Ausfälle des Fahrzeuges aufgrund eines Schadens, den Aufwand für ein Chiptuning infrage stellen.

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