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LED-Scheinwerfer nachrüsten für besseres Sehen und Gesehen werden

Wenn dein Auto nicht bereits mit LED-Scheinwerfern ausgestattet ist, kannst du diese auch nachrüsten. Wie das geht und was du dabei beachten musst, erfährst du in unserem Ratgeber.

LED-Scheinwerfer: Vorteile und Nachteile

Die meisten Neuwagen laufen heute schon mit LED-Scheinwerfern vom Band. Kein Wunder, bieten LED-Scheinwerfer doch viele Vorteile gegenüber Xenon- oder Halogenscheinwerfern:

  • sie sind langlebiger
  • sie entwickeln weniger Wärme
  • sie liefern mehr Licht, das heißt, sie sorgen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr
  • sie verbrauchen weniger Energie

Wer LED-Scheinwerfer an seinem Auto nachrüsten will, sollte neben diesen Vorteilen aber auch den Nachteil beachten, dass sie um einiges teurer sind als andere Leuchtmittel. Dazu kommt, dass LED-Scheinwerfer laut dem Gesetz komplett auszutauschen sind, auch wenn nur einzelne Lämpchen kaputt sind.

LED: Was ist das eigentlich?

Die Abkürzung LED steht für „Light Emitting Diode” („Licht emittierende Diode”). Es handelt sich dabei um sehr kleine Elektrochips aus speziellen Halbleiterverbindungen. LEDs beginnen zu leuchten, sobald Strom durch sie fließt. Für Personenkraftwagen kamen LEDs erstmal in den 90er-Jahren zum Einsatz, etwa für Brems- oder Rückleuchten, während vollständige LED-Scheinwerfer in den 2000ern auf den Markt kamen.

Muss ich komplett neue LED-Scheinwerfer kaufen?

Wer LED-Licht an seinem Auto nachrüsten möchte, war lange am besten damit beraten, einen komplett neuen Scheinwerfer zu installieren. Das Nachrüsten der Lampen an sich war hingegen schwierig oder auch gar nicht möglich, da LEDs eine andere Stromversorgung haben und ganz anders aufgebaut sind als herkömmliche Glühbirnen. Deshalb ließen sich in einem Scheinwerfer, der mit herkömmlichen Glühbirnen arbeitet, LED-Lampen nicht ohne weiteres integrieren.

Geändert hat sich dies aber in den Jahren 2020 und 2021, als in Deutschland die ersten LED-Leuchtmittel, die Autobesitzer nun gegen eine herkömmliche Halogenlampe austauschen dürfen, ihre Zulassung bekamen. Diese neuen Leuchtmittel der Marken Philips und Osram sind unter der Bezeichnung LED-Retrofit bekannt und sowohl für H4- als auch für H7-Lampen erhältlich.

Was bedeuten H4 und H7?

H4 und H7 sind Bezeichnungen für Kfz-Halogenlampen. Sie unterscheiden sich durch unterschiedliche Lampensockel sowie die Anzahl der Metallfahnen und Glühfäden:

  • H4: drei Metallfahnen + zwei Glühfäden
  • H7: zwei Metallfahnen + ein Glühfaden

Die Anzahl der Glühfäden ist verbunden mit dem Fern- und Abblendlicht. Bei H4-Lämpchen ist ein Glühfaden für das Fernlicht, der andere für das Abblendlicht verantwortlich. H7-Lämpchen sind mit nur einem Glühfaden ausgestattet, weshalb zwei Glühbirnen nötig sind, um sowohl Abblend - als auch Fernlicht zu bedienen. Das bedeutet, dass sich bei Autos mit H7-Lampen beide Lichter gleichzeitig verwenden lassen, was bei mit H4-Lampen ausgestatteten Autos nicht möglich ist.

LED-Scheinwerfer nachrüsten: Worauf muss ich beim Kauf achten?

Wer sich zur Umrüstung entschieden hat, kann sich bei einem Zulieferer für Autozubehör erkundigen, ob es für das eigene Fahrzeug Scheinwerfer gibt, die mit LED-Licht arbeiten. Das Angebot ist auch für ältere Fahrzeuge groß. Beim Kaufprozess sind folgende Dinge zu beachten:

  • Beim Kauf von neuen Scheinwerfern ist stets der Fahrzeugschein zu konsultieren. Auf diese Weise lässt sich genau ermitteln, welches Modell das eigene Auto benötigt. Da ein Scheinwerfer exakt in die Öffnung von Motorhaube und Karosserie passen muss, ist der Kauf von Modellen für alternative Fahrzeuge in der Regel nicht möglich.
  • Der neue Scheinwerfer sollte eine ABG (Allgemeine Bauartgenehmigung) oder ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) besitzen, die in ausgedruckter Form bei jeder Fahrt mitzuführen und bei einer Verkehrskontrolle ggf. vorzuzeigen ist. Auch für die TÜV-Untersuchung ist dieses Dokument notwendig.
  • Verfügt die neue LED-Lampe über eine Leuchtstärke, die 2.000 Lumen übersteigt, ist es gesetzlich vorgeschrieben, zusätzlich eine automatische Leuchtweitenregelung und eine Scheinwerferreinigungsanlage einzubauen.
  • Für H4/H7 LEDs: Aktuell beläuft sich die Liste der Autos, die sich mit Retrofit-LED-Scheinwerfern nachrüsten lassen, auf über 100 Modelle – von Audi, BMW, Ford, Smart bis zu VW. Wer solche LED-Scheinwerfer nachrüsten möchte, kann auf den Websites von Osram und Philips Kompatibilitätslisten einsehen. Dort lässt sich überprüfen, ob diese Technologie für ihr Fahrzeug zugelassen ist.

LED-Scheinwerfer nachrüsten: So geht’s

Während es möglich ist, das Nachrüsten der LED-Scheinwerfer selbst durchzuführen, empfehlen Autoexperten, dafür eine Werkstatt aufzusuchen oder zumindest den Einbau der LEDs in der Werkstatt überprüfen zu lassen. Der korrekte Sitz der Leuchtmittel ist nämlich sehr wichtig für die Funktionsfähigkeit und Fahrsicherheit. Nicht zu vergessen ist in jedem Fall die richtige Einstellung der Scheinwerfer nach dem Umbau. Auch das ist bestenfalls in einer Kfz-Werkstatt durchzuführen, lässt sich aber auch selbst erledigen.

Anleitung zum Nachrüsten von LED-Scheinwerfern: Auswechseln des kompletten Scheinwerfers

Wer selbst Hand anlegen und seinen alten Scheinwerfer durch einen LED-Scheinwerfer ersetzen möchte, sollte sich auf folgende Schritte einstellen:

  1. Schrauben des alten Scheinwerfers lösen: Diese können sich im Motorraum, unter dem Kühlergrill oder der Stoßstange befinden. Eventuell sind manche Bauteile des Fahrzeugs zu demontieren, um an die Schrauben zu gelangen.
  2. elektrische Verbindung durch Abziehen des Steckers trennen
  3. alten Scheinwerfer entfernen
  4. neuen LED-Scheinwerfer einsetzen: elektrische Verbindung durch den Stecker wieder herstellen und den Scheinwerfer mit den Schrauben fixieren
  5. Funktionsfähigkeit testen: Um zu prüfen, ob die neuen LED-Scheinwerfer auch wie vorgesehen funktionieren, ist die Zündung auf Stufe zwei zu schalten und zunächst das Abblendlicht, dann das Fernlicht zu aktivieren.

Bei dem Einbauprozess ist dringend zu beachten, dass absolute Dichtigkeit besteht und die neuen Scheinwerfer korrekt elektrisch angeschlossen sind. Bei älteren Fahrzeugen besteht oft das Problem, dass deren Stromversorgung nicht LED-kompatibel ist. In einem solchen Fall sind dann zusätzlich Adapterstücke oder Transformatoren zu verbauen.

Nachrüsten von Retrofit-LEDs

Beim Nachrüsten von Retrofit-LED-Scheinwerfern ist vor allem auf die Einbauanleitung des Herstellers zu achten. Auch hier können Transformatoren oder Adapter nötig sein, damit die LED-Leuchtmittel im alten Scheinwerfer funktionsfähig sind.

LED-Scheinwerfer nachrüsten: Kosten

Neue LED-Scheinwerfer können zwischen 300 und 3.000 Euro kosten, je nach Fahrzeugmodell und Teilehersteller. H4- oder H7-LEDs von Osram oder Philips sind hingegen für 90 bis 140 Euro erhältlich. Wer die neuen Scheinwerfer in einer Werkstatt einbauen lässt, kann mit zusätzlichen Kosten von 50 bis 400 Euro für den Arbeitsaufwand der Kfz-Mechaniker planen.

Exkurs: LED-Scheinwerfer beim Motorrad nachrüsten

Wie auch bei Autos ist der springende Punkt für neue Bauteile am Motorrad, dass sie über eine Zulassung verfügen müssen. Ist dies nicht der Fall, erlischt die Betriebserlaubnis des Fahrzeugs. Manche Bauteile kommen bereits mit einem Prüfsiegel – etwa die Retrofit-LED-Leuchten von Osram oder Philips. Diese sind bisher allerdings noch nicht für Motorräder zugelassen – was sich in der Zukunft jedoch ändern kann. Liegt für bestimmte LED-Leuchten kein Prüfsiegel vor, können Motorradfahrer ihr Bike trotzdem damit nachrüsten. Sie stehen dann aber in der Pflicht, von einer Prüforganisation testen zu lassen, ob die neue Leuchte den gesetzlichen Vorgaben und Sicherheitsstandards entspricht.

Fazit: Das Nachrüsten von LED-Scheinwerfern trägt zur Verbesserung der Fahrsicherheit bei

Während LED-Scheinwerfer auch Nachteile aufweisen, überwiegen für viele Verbraucher die Vorteile. Durch ihre stärkere Helligkeit tragen sie vor allem zur Verbesserung der Fahrsicherheit bei. Wer LED-Scheinwerfer nachrüsten möchte, sollte prüfen, welche Art von Leuchten für sein Auto zugelassen sind. Besonders praktisch sind die Retrofit-LED-Lampen der Marken Osram und Philips, deren Kompatibilitätslisten sich auch fortwährend verlängern.

Häufig gestellte Fragen zum Thema LED-Scheinwerfer nachrüsten

Xenonscheinwerfer, die seit 1991 verbaut werden, sind zwar besser als altherkömmliche Halogenscheinwerfer – LED-Scheinwerfern sind sie jedoch unterlegen. LED-Scheinwerfer sind nicht nur heller als Xenonlicht, sie haben auch eine deutlich längere Lebensdauer und verbrauchen weniger Energie.

LED-Scheinwerfer haben üblicherweise eine Lebenszeit zwischen 15.000 und 50.000 Stunden.

Ein LED-Scheinwerfer kann zwischen 300 und 3.000 Euro kosten.

Seit 2020 bzw. 2021 sind H4- und H7-Retrofit-LED-Lampen der Marken Philips und Osram auf dem deutschen Markt zugelassen. Scheinwerfer lassen sich also damit nachrüsten.

Für den VW Golf 7 Facelift sind sowohl H7-LEDs von Philips als auch von Osram verfügbar.

Der Audi R8 kam im Jahr 2008 als erstes Auto mit der Option zu Voll-LED-Scheinwerfern auf den Markt.

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