Bericht: Gütesiegel für Opel Insignia – Sitzen erster Klasse

Die Geschichte der Autobestuhlung ist eine des Wandels. Kutschböcke von einst haben mit dem 18-Wege-Premium-Sitz im neuen Opel Insignia nichts mehr gemein. Diesen vorläufigen Höhepunkt in der Sitzentwicklung hat die Aktion Gesunder Rücken (AGR) mit Empfehlungs-Siegel ausgezeichnet.

Grund genug für einen Blick am Beispiel Opel auf alte Folterstühle und die neusten Erkenntnisse zum Thema „Gesund sitzen im Auto“. Ein Rückblick: Der frühe Autobau nahm keine Rücksicht auf rückfreundliches Sitzen. Man fuhr vor über 100 Jahren auf einem Opel Patent Motorwagen System Lutzmann wie ein Kutscher: hochherrschaftlich, aufrecht, steif. Die weich gepolsterte Lederbank ohne Verstellmöglichkeiten war für jeden Rücken hart.

Mit Technik- und Formwandel der Autos änderte sich auch der Sitz. Doch Anforderungen an eine gesunde Position maß man weiterhin keine Bedeutung zu. So war der Fahrerplatz im Opel 4/20 von 1929 zu eng, zu weich gepolstert und ohne Verstellmöglichkeiten. Fehlende Seitenführung und zu kurze Sitzfläche qualifizierten ihn zum Folterstuhl.

Platz für Wohlstandsbäuche

In Nachkriegsmodellen wie dem luxuriösen Opel Kapitän wurde das Sitzen bequemer. Mit den Wohlstandsbäuchen wuchs auch das Platzangebot. Es gab sogar Verstellmöglichkeiten in Länge und der Lehnenneigung. Doch war die Raumökonomie angesichts der Fahrzeuggröße weiterhin erbärmlich, die Polsterung zu weich, sicherheitsrelevante Merkmale kaum vorhanden.

Moderne Sitze mit mehr Komfort und wichtigen Sicherheitsmerkmalen bot Ende der 1970er Jahre zum Beispiel der Opel Monza. Hier war das Gestühl bereits leicht konturiert sowie in Höhe und Länge verstellbar. Auch die Lehne mit Kopfstütze war bereits in Neigung einstellbar, die Platzverhältnisse besser.

Endlich angemessen

Modern wurden Sitze erst in den 1990er Jahren. Im Opel Omega bot das straff gepolsterte Gestühl lange Sitzflächen, gute Seitenführung sowie Höhen- und Längenverstellung. Auch die Kopfstütze war verstellbar. Zudem erfreute sich der Fahrer dank guter Platzverhältnisse über genügend Bewegungsfreiheit.

Tipps für rückenschonendes Sitzen:

Wer folgende Tipps beachtet, schont den Rücken beim Autofahren:

Als Fahrer sollte man so hoch wie möglich sitzen, zwischen Kopf und Dach jedoch eine Handbreit Luft lassen. So sind Übersicht und Beckenposition optimal.

Das Knie sollte bei durchgetretener Kupplung leicht angewinkelt sein. Liegen die Handballen auf dem Lenkrad, sollen die Schultern den Lehnenkontakt nicht verlieren.

Die Lehne sollte im Winkel von 100 Grad eine leicht zurückgelehnte Haltung bieten, um so Muskulatur und Bandscheiben zu entlasten.

Die Sitzfläche sollte leicht ansteigen und dabei der Oberschenkel komplett aufliegen. Der Freiraum zwischen Sitz und Kniekehle sollte aber zwei bis drei Fingerbreit betragen.

Die Kopfstütze ist ideal eingestellt, wenn sich ihre Oberkante mit dem Scheitel auf gleicher Höhe befindet.

Außerdem sollte man auf langen Strecken alle zwei bis drei Stunden pausieren und sich bewegen und strecken.

Auch während der Fahrt sollte man durch Gewichtsverlagerung die Position ändern.

Regelmäßiges leichtes Verstellen der Rückenlehne während der Fahrt bewirkt unterschiedliche Belastung der Muskelpartien in Nacken und Rücken.

Seither hat Opel seine Sitze weiterentwickelt und verfeinert. Im neuen Insiginia kulminieren die Erkenntnisse aus vielen Jahrzehnten zum vorläufigen Höhepunkt. Bereits beim Sitz der Basisausstattung lässt sich die Sitzfläche um sechs Zentimeter verlängern, die Sitzhöhe um 65 und in Längsrichtung gar um 270 Millimeter. Markenübergreifend sind dies Bestwerte. Als Sahnehäubchen haben alle Insignia

Basis gut, Premium besser

So weit, so gut. Laut Aktion Gesunder Rücken sollte ein guter Fahrersitz aber noch über weitere Eigenschaften verfügen: Neben der Höheneinstellung und Sitzflächenverlängerung ist vor allem eine großflächige Lordosenstütze wichtig, um die natürliche S-Krümmung der Wirbelsäule zu stützen. Diese sollte in vier Richtungen verstellbar sein – nach oben, unten, vorne und hinten. Auch für die Kopfstütze ist eine ausreichende Verstellbarkeit in Höhe und Neigung wichtig. Schließlich sollte die Rückenlehne höher als die Schultern sein und Seitenhalt bieten. Bestellt man den Insignia mit Sitzpaket I für 100 Euro, sind diese Anforderungen erfüllt.

Besonders Vielfahrern empfiehlt die AGR einen Fahrersitz mit noch weiteren Ausstattungsmerkmalen. Zu diesen anspruchsvolleren Features zählen elektrische Einstellmöglichkeiten, eine Memory-Funktion, eine Sitzheizung, klimafreundliche Bezüge und eine zugfreie Ventilation. All diese Kriterien bietet der mit dem AGR-Gütesiegel ausgezeichnete Premium-Fahrersitz im neuen Insignia. Die Ventilation gibt es allerdings nur in Kombination mit einer Lederausstattung. Unabhängig von Lederbezug und Ventilation ist der Premium-Sitz für 350 Euro für alle Modellvarianten bestellbar, in der Ausstattungsvariante Sport sogar Serie.

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