Erste Infos: Seat Ibiza – Vernünftiger als erhofft

Die lange kränkelnde VW-Tochter Seat ist wieder auf Kurs. 2007 wurden erstmals schwarze Zahlen geschrieben, eine Modelloffensive soll in den kommenden Jahren den positiven Trend festigen. Einen großen Schritt in eine bessere Zukunft dürften die Spanier bereits 2008 mit dem neuen Ibiza machen.

Die auf der kommenden Polo-Plattform basierende Neuauflage wurde soeben der Öffentlichkeit vorgestellt und soll bereits in wenigen Wochen in den Handel kommen.
Einen Ausblick auf den neuen Ibiza gab Seat bereits Anfang März 2008 auf dem Genfer Autosalon. Mit dem Bocanegra wurde eine seriennahe Studie des künftigen Kleinwagens als Dreitürer mit besonders sportlicher Akzentuierung vorgestellt. Unter anderem dank LED-Scheinwerfer und rattenscharfer Felgen konnte er viel Aufsehen erregen.

Mit Salsa im Bleckkleid

Nicht ganz so aufregend kommt die zunächst als Fünftürer gezeigte Serienvariante daher. Dennoch hat auf der 4,05 Meter gewchsene Kleinwagen auch Salsa im Blechkleid. Auffällig ist die Frontschürze mit großen angedeuteten Luftöffnungen. Die markant gezeichneten Scheinwerfer und die harten Lichtkanten in der Flanke verleihen ihm eine angenehme Schärfe. Den gelungenen Abschluss bildet ein kraftvoll wirkendes Heck. Unterm Strich hat der eigenständige Entwurf allerdings dennoch die typische Aura eines praktischen Kleinwagens.

Mehr Platz, mehr Dynamik

Die Mischung aus sportlichem Flair und Alltagstauglichkeit bietet auch der Innenraum. Dynamische Akzente setzen ein Dreispeichen-Lenkrad und tunnelartige Rundinstrumente. Ansonsten wirkt das Interieur aufgeräumt und funktional. Das Platzangebot dürfte für Passagiere vorne wie hinten gut sein. Der Kofferraum wuchs im Vergleich zum Vorgänger um 25 auf 292 Liter.

Auch hinsichtlich Fahrdynamik soll der neue Ibiza zulegen. Ein etwas längerer Radstand und eine breitere Spur könnten unter anderem dazu beitragen. Gleichzeitig sollen auch Komfort und Sicherheit auf einem höheren Niveau sein. Für letzteres zeichnen unter anderem eine Einparkhilfe, Kurvenlicht und ein adaptives Airbagsystem verantwortlich.

Drei Diesel, drei Benziner

Bei den Motoren gibt es keine Überraschungen. Es wird vorerst drei Benziner geben, die zwischen 70 und 105 PS leisten. Dieselseitig stehen ebenfalls drei Aggregate im Angebot. Die Selbstzünder leisten zwischen 80 und 105 PS. Kombiniert werden die Motoren mit Fünfgang-Schaltgetrieben. Hochleistungsvarianten wie der FR und der Cupra dürften die Baureihe zu einem späteren Zeitpunkt nach oben hin abrunden. Der FR wird dann vermutlich den 170 PS starken 1.4-TSI-Motor bekommen und mit dem neuen Siebengang-DSG bestellbar sein.

Über Fahrleistungen und Verbrauch gibt es von Seat derzeit noch keine konkreten Angaben. Allein bei den CO2-Werten versprechen die Spanier bei den Diesel-Modellen weniger als 120 Gramm pro Kilometer (was rund fünf Litern entspricht) und bei den Benzinern rund 160 Gramm pro Kilometer (= 6,7 Liter). Wenig Gewicht und neue Getriebeabstimmungen sollen für das niedrige Verbrauchsniveau verantwortlich sein.

Bereits auf Tour

Wer den Ibiza möglichst bald einmal in Natura sehen will, sollte nach Lastwagen mit ihm im Gepäck Ausschau halten. Im Rahmen einer Promotiontour fahren die Lkws seit Anfang Apirl diverse europäische Metropolen an. Messepremiere feiert der Ibiza Ende Mai in Barcelona. Kurze Zeit danach ist bereits die Markteinführung. Zunächst wird es den Spanier als Fünftürer geben, später im Jahr wird der Dreitürer nachgereicht. Parallel mit dem Dreitürer dürfte dann vermutlich auch die Stark-Version FR und Cupra antreten und hoffentlich mit einigen Details der Studie Bocanegra noch etwas mehr Emotionen wecken.

Stellt sich noch die Frage nach dem Preis. Derzeit ist die Basisversion des Ibiza für 9.990 Euro zu haben. Ob der neue weiterhin unterhalb der psychologisch wichtigen 10.000-Euro-Grenze bleibt, ist noch unklar.

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