Kommentar: Detroit Auto Show – Detroit back on Track

Man mag verwundert den Kopf schütteln angesichts der Neuheiten auf der Detroit Motor Show Jahrgang 2014. Doch die erste Automesse des Jahres findet nunmal im zweitgrößten Automarkt der Welt statt und nicht in Genf.

Keine neuen Elektroautos? Keine Kleinwagen? Wer sich wundert, dass solche Autos kaum in Detroit zu sehen sind, hat möglicherweise noch die falsche Brille auf. Immerhin zeigen zwar Toyota und Honda ihre Entwürfe für Wasserstoff-befeuerte Elektroautos recht prominent und Fiat nutzt den Chrysler-Stand, um seinen 500 und den 500L dem amerikanischen Publikum zu präsentieren. Doch tatsächlich sind die Showstars auf Amerikas wichtigester Automesse natürlich Fords F-150 Pick-up, die Corvette Z06 und der neue Mustang. Das ist nichts Neues - aber verständlich.

Energie und Wirtschaft

Die USA haben sich in den Jahren nach der Autokrise 2009 von Erdölimporten emanzipiert: Zumindest kurzfristig werden Ölsande und Fracking - trotz hoher Umweltbelastungen dieser Verfahren - den Energiehunger der Amerikaner stillen können, Benzin pegelte sich in den letzten Jahren bei 70 Cent pro Liter ein. Die Wirtschaft zieht an, die Beschäftigung steigt und die Autokonzerne sind erfolgreich entschuldet. Vor diesem Hintergrund kann es nicht wundern, wenn dem Kunden wieder bewährte Autos angeboten werden, die den Mobilitätsbedarf treffen.

Elektro bleibt Nische

Man darf auch nicht vergessen, dass gerade nach der Autokrise nicht nur bei der Standbeleuchtung auf Detroits Automesse gespart wurde, sondern in den Konzernen auch erheblich in Elektromobile investiert wurde. Allein: Der Markt ist nicht so weit. Denn wie auch auf unserer Seite des großen Teichs bleiben Elektroautos ein Nischenprodukt für den urbanen Raum. Und bevor nicht eine bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur zur Verfügung steht, werden sich auch in den USA nur wenige Großstäder auf das zwar immer nötigere, aber eben auch teure Elektroexperiment einlassen. Diese Alternativen stehen also bereit, doch so lange die Autokonzerne nicht auch wachsende Absatzchancen sehen, kann man ihnen kaum den Vorwurf machen, dass sie ihre bisher schon bei den Kunden beliebten Autos in den Vordergrund stellen.

Fortschritt im Detail

Doch unter der Haube der oben genannten Showstars hat sich mehr getan als man ihnen ansieht. Ford speckte den F-150 um satte 300 Kilogramm ab und schrumpft den Basismotor des Fullsize-Trucks auf 2,7 Liter Hubraum. Auch der Mustang, Sinnbild der in den 60ern entstandenen Ponycars, hat einen downgesizeten Turbomotor unter der Haube und die Corvette kann trotz deutlich verbesserter Performance mit noch deutlicher verbessertem Verbrauch trumpfen. Automessen sind Verkaufsveranstaltungen und keine Strategiekongresse. Und so ist die Motor Show in Detroit - mehr noch als die Frankfurter IAA oder der Autosalon in Genf - ein riesiger, glitzernder Showroom, in dem sich der geneigte Autokäufer ein umfassendes Bild des Angebotes machen soll. Also wird angeboten, was sich gut verkauft.

Detroit ist "Back on Track”, doch wenn sich die Rahmenbedingungen ändern, wird das auch schnell den eingschlagenen Weg verändern, also direkte Auswirkungen auf Angebot und Nachfrage haben. Beide Seiten können auch sehr schnell reagieren, das hat die Autokrise 2009 gezeigt.

Es wird nicht der letzte dramatische Einschnitt gewesen sein.

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