Studie: Audi Cross Coupé quattro – Kleines Q

Audi ist dabei, seine Modellpalette signifikant auszuweiten. Auf den für Ende dieses Jahres zu erwartenden Q5 wird rund zwei Jahre später ein kompaktes SUV folgen.

Erste Ausblicke darauf gewährt Audi nun mit der Studie Cross Coupé quattro, die derzeit auf der Shanghai Motor Show gezeigt wird
Shanghai? Wenn es um wegweisende Studien geht, verdrückt sich Audi offenbar gerne ins Ausland. Den Shooting Brake, ein Coupé, das auf den neuen TT hinwies, zeigten die Ingolstädter Ende 2005 in Tokio. Wenige Monate später folgte in Detroit der Roadjet, eine Art A4 Sportback, der bereits nächstes Jahr in Serie gehen könnte.

Das nun in Chinas Boomtown präsentierte Cross Coupé quattro weist auf das kleinste zu erwartende Q-Modell hin. Der Logik folgend müsste es Q3 heißen, doch namensrechtliche Querelen verbieten dies. Die technische Basis bildet nichtsdestotrotz der A3 Sportsback, den das Liquid-silberne Showcar nur um wenige Zentimeter überragt. Obwohl das Cross Coupé lediglich 4,38 Meter misst, beträgt das reguläre Kofferraumvolumen sehr gute 450 Liter.

Design erinnert an den Roadjet

Optisch ist die jüngste Audi-Vorschau nah am Roadjet. Vor allem die Dachlinie, die C-Säule und die Proportionen scheinen eins zu eins übernommen worden zu sein. Erst auf den zweiten Blick fallen die Unterschiede auf, etwa die aggressiver gezeichneten LED-Scheinwerfer, die größeren Lufteinlässe und die stärker segmentierte Flanke.

Premiere feiert im Cross Coupé quattro eine komplett neu entwickelte Generation von Vierzylinder-Turbodieselmotoren mit Common-Rail-Einspritzung, die es auf maximal 2.000 bar Einspritzdruck bringt. Der 2,0-Liter-TDI leistet 204 PS und erreicht ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern, das konstant über einen breiten Drehzahlbereich von 2.000 bis 3.500 U/min anliegt.

Komplett neuer TDI-Motor

Zurückhaltung dagegen beim Verbrauch: Das Aggregat soll mit durchschnittlich nur 5,9 Liter Diesel pro 100 Kilometer auskommen. Inklusive Partikelfilter und Bluetec-Einspritzung kündigt Audi an, strengsten US-Abgasgesetzen ebenso wie den zu erwartenden Euro 6-Vorschriften gerecht zu werden.

Wie von Audi nicht anders zu erwarten werden alle vier Räder angetrieben. Eine elektronisch geregelte Viscokupplung verteilt die Kraft variabel zwischen den beiden Achsen. Geschaltet wird per Doppelkupplungsgetriebe, das die Ingolstädter S tronic nennen.

Mehrere Seelen…

Was die Fahreigenschaften betrifft, nimmt die Audi-Studie viel von dem vorweg, was bei Premiumherstellern künftig Usus sein wird. Autos mit einem spezifischen Charakter wird es nicht mehr geben. Einzelne, schon heute elektronisch veränderbare Komponenten wie Fahrwerk, Motoransprechverhalten und Getriebe - später auch Lenkung, Motorsound, Sitzeinstellung - werden weiter vernetzt und auf Taste gelegt. Per Knopfdruck lässt sich dann das Auto einer Komplettverwandlung unterziehen, von rundum komfortabel auf kompromisslos sportlich switchen.

Der „efficiency“-Modus etwa trimmt Motor und Getriebe ganz auf Spritsparen. Will heißen: Lieber verlangsamt der Tempomat an steilen Strecken kurzzeitig die Reisegeschwindigkeit, als dass die Automatik herunterschaltet und so höhere, verbrauchsintensivere Drehzahlen verursacht. Daneben nutzt die vollvernetzte, radarunterstütze Geschwindigkeitsregelung Streckendaten aus dem Navigationssystem, um etwa vor Kurven selbstständig die Geschwindigkeit zu reduzieren.

Laptop und iPod als Vorbilder

Das Interieur wirkt ungemein aufgeräumt, unter anderem ersetzt eine perforierte Zierleiste im Armaturenbrett die klassischen Lüftungsdüsen. Das MMI-Bedienfeld wurde um ein Touch-Pad erweitert, das beispielsweise vom Finger gemalte Schriftzeichen erkennt. Die Klimaanlage wird - ähnlich einem iPod - über ein zentrales touch wheel gesteuert. Dabei erkennt das System, ob es gerade vom Fahrer oder Beifahrer bedient wird.

Multifunktional ist auch der zentrale Bildschirm - sogar hinsichtlich der Darstellung. Je nachdem von welcher Seite man ihn betrachtet, sieht man eines der beiden, gleichzeitig gesendeten Bilder. Wichtige Information können per Laser direkt in die Windschutzscheibe projjiziert werden.

Eine Vielzahl dieser futuristisch klingenden Features wird schon bald in Serien-Audis zu finden sein. Auch im kleinen, noch nicht näher bezifferten Q. Absurderweise gilt das nicht für das Bodenständigste, was die Shanghai-Studie zu bieten hat: das Stofffaltdach. (bs)

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