Studie: VW Concept BlueSport – VW wieder mit Heckantrieb!

Auf der Detroit Motor Show wurde nicht schlecht gestaunt, als Volkswagen den Concept BlueSport präsentierte. Einen 180-PS-Diesel-Mittelmotor-Roadster mit Heckantrieb und nur 4,3 Liter Verbrauch. Niedriges Gewicht und Verzicht auf Unnötiges sollen wahre Sportfreunde ansprechen.

Volkswagen hat derzeit zwei Cabriolets im Programm. Den betagten Beetle – der Nachfolger kommt 2010 – und den Eos. Sie sind weder sportlich noch sprechen sie wirklich junges Publikum an. Das könnte ab 2010 die just in Detroit gezeigte Roadster-Studie ändern – diese geht rein optisch schon heute als Serienmodell durch.

Schon als Studie zeitlos

Der kleine Offen-VW misst nicht einmal vier Meter in der Länge, ist lediglich 1,26 Meter hoch, dafür aber 1,75 Meter breit. Durch diese kompakten Abmessungen wirkt der Concept BlueSport gedrungen und muskulös.

Die stark ausgeformten Kotflügel vorne und hinten sind dabei ein beliebtes Stilmittel, um das Fahrzeug stämmiger wirken zu lassen. Große 19-Zoll Mischbereifung mit 235/245er Reifen füllen die Radkästen satt aus. Vorne fallen die geschwungenen LED-Tagfahrleuchten auf, die nicht – wie beispielsweise bei Audi – aus einzelnen Dioden bestehen, sondern ein homogenes Lichtband entstehen lassen. Am Heck findet sich in der Rückleuchtengrafik exakt diese Form wieder. Markant sind auch die trapezförmigen Abgasendrohre, die fein in die Heckschürze integriert wurden.

Weitere Designmerkmale der Studie sind die frei stehenden und filigran wirkenden Außenspiegel, die so allerdings nicht in Serie gehen dürfen und das bündig hinter die Sitze gepresste Z-förmige, manuell bedienbare Faltdach. Durch den Verzicht auf einen Elektromotor wird Gewicht gespart. Zudem soll der Klappvorgang nur wenige Sekunden in Anspruch nehmen. Hinter den Kopfstützen befinden sich formschöne Überrollbügel.

Heckantrieb und Mittelmotor

Aber nicht nur designtechnisch soll der Concept BlueSport von sich Reden machen, auch technisch hat er allerhand Besonderes zu bieten – zumindest für VW-Verhältnisse. So könnte der BlueSport für eine Abkehr vom Frontantrieb bei VW sorgen. Die Studie besitzt einen Mittelmotor mit Heckantrieb. Das Layout entspricht somit dem Ideal eines Sportwagens. 45 Prozent des Gesamtgewichts lasten auf der Vorderachse, 55 Prozent drücken hinten drauf und verbessern die Traktion. Gekoppelt ist die Studie mit einem Sechsgang-DSG, das für schnelle Gangwechsel, hohen Komfort, sportliches Fahrgefühl und niedrigen Verbrauch sorgen soll.

113 Gramm CO2

Als Motor wählten die Ingenieure einen Zweiliter-Common-Rail-Clean-Diesel, wie er in ähnlicher Form in den USA schon angeboten wird. 180 PS leistet das Aggregat und schickt 350 Newtonmeter Drehmoment zur Hinterachse. Bei einem Fahrzeuggewicht von rund 1.200 Kilogramm reicht das aus, um den BlueSport in 6,6 Sekunden auf Tempo 100 zu schwingen. Bei 226 km/h ist Schicht im Schacht. Dabei soll er sich nicht mehr als 4,3 Liter Diesel genehmigen. Das entspricht 113 Gramm CO2 pro Kilometer. In Verbindung mit dem 50 Liter Kraftstofftank ergeben sich damit Reichweiten von deutlich über 1.000 Kilometern. Eine Start-Stopp-Automatik hilft, den Spritverbrauch in der Stadt um 0,2 Liter zu verringern. Zudem rekuperiert der Generator im Schubbetrieb Energie und spart somit weiteren Kraftstoff.

Captain Future

Im Interieur zeigt sich der BlueSport kaum noch VW-typisch. Das zerklüftete Armaturenbrett wurde nur mit großen Klima-Drehreglern bestückt. Diese bestimmen nicht nur die Innenraumtemperatur sondern verändern gleichzeitig auch, je nach Drehrichtung, die Illumination der Bedienelemente von Blau (kalt) zu Rot (warm). Einen ähnlichen Weg gingen die Designer beim Lichtschalter. Das Kombiinstrument überrascht dagegen weniger. Langweilige, aber gut ablesbare Rundinstrumente scheinen auch in Zukunft noch salonfähig zu sein.

Auf einen Zündschlüssel wird man hingegen genauso verzichten, wie auf einen Gangwählhebel. Beides ersetzt nun eine Bedieneinheit, die ähnlich wie beim Jaguar XF durch Drehen die Fahrstufe des DSG vorwählt. Direkt davor befindet sich ein berührungsempfindlicher Bildschirm, der neben Navi- und Entertainment-System auch alle weiteren relevanten Fahrzeug-Optionen bedienbar macht. Gebettet werden die Insassen auf ausgeformte Sportsitze mit fest integrierten Kopfstützen. Blankes Aluminium ziert den Innenraum an vielen Stellen und vermittelt technisches Flair. Ein bisschen Nutzwert hat der kleinste Oben-Ohne-VW auch. Zwei Kofferräume mit vorne 112 und hinten 70 Liter Fassungsvermögen sollen den Wochenendtrip zu zweit ermöglichen.

Wann kommt er?

Zu hoffen ist, dass Volkswagen diesen Roadster als Serienmodell bringt, denn das Konzept überzeugt schon auf dem Papier. Heckantrieb und Mittelmotor sind die klassischen Roadster-Zutaten. Kombiniert man diese, so wie VW, mit sparsamen Dieselmotoren, einer leichten Karosse und eine zeitlosem Design, wird es ein Bestseller – garantiert! (mb)

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