Vorstellung: BMW M6 Cabrio – Hut ab, Ohren auf

Neben der irrwitzigen Leistung ist es der fabelhafte Sound, der den Zehnzylinder-Motor von BMW so begehrenswert macht. Mit dem neuen BMW M6 Cabriolet ist man nun ganz nah dran am Renn-Orchester. Dass dieses Open-Air-Vergnügen nicht ganz billig ist, verwundert kaum.

Doch bleiben wir zuerst beim Motor. Das BMW 6er Cabrio hat sich die Sommerfigur antrainiert. Während manch einer verzweifelt versucht, den drohenden Rettungsring abzulegen, hat der Bayer ordentlich zugelegt. Im offenen M6 kommt die Kraft aus zehn Zylindern, zwei Brenntöpfe mehr als beim 650i.

Kraft auf Abruf

Bis zu 507 PS entlockt das Aggregat den fünf Litern Hubraum, und durchbricht damit die magische Grenze von 100 PS pro Liter, die nur wenige Saugmotoren erreichen. Doch bis alle Pferdchen eingespannt sind, braucht’s einen Knopfdruck. Nach dem Start fährt das M6 Cabrio nämlich im so genannten P400-Modus, in dem maximal 400 PS zur Verfügung stehen - allemal ausreichend zum zügigen Cruisen. Erst die Power-Taste gibt die verblieben 107 PS frei.

Bei 7.750 Touren liegt dann die maximale Leistung an, der Drehzahlbegrenzer greift aber erst bei 8.250 Umdrehungen ein: Ein Bereich, bei dem sich die meisten Motoren schon lange in ihre Bestandteile aufgelöst hätten. Das Drehmoment bleibt über die gesamte Breite auf hohem Niveau. Maximal 520 Newtonmeter stemmt der Zehnender bei 6.100 Umdrehungen auf die Antriebswelle. Einzig unterhalb von 2.500 Touren sinkt es unter die 400 Newtonmeter-Marke.

Verwaltet wir die Kraft, die ausschließlich an die Hinterräder übertragen wird, mittels Siebengang-SMG. Das sequenzielle Getriebe wird entweder über den Wählhebel oder Schaltwippen am Lenkrad bedient, alternativ steht ein Automatikmodus mit verstellbaren Schaltzeiten zur Verfügung. Insgesamt bietet das SMG elf Fahrprogramme, sechs zum manuellen Schalten, fünf für die Automatik.

Auf die Plätze…

Das besondere Schmankerl ist die von anderen M-Modellen bekannte Funktion „Launch Control“, die für maximale Beschleunigung aus dem Stand sorgt. Dabei wechselt das Getriebe jeweils zum idealen Zeitpunkt und mit optimal geregeltem Schlupf automatisch die Gänge. So lässt sich die in den technischen Daten angegebene Bilderbuch-Beschleunigung tatsächlich erreichen. In nur 4,8 Sekunden reißt das Aggregat den Zweitonner auf Tempo 100. Nach 22,9 Sekunden ist der Startpunkt bereits einen Kilometer entfernt, selbst der Zwischensprint von 80 auf 120 km/h dauert nur 4,7 Sekunden.

Gelochte Compound-Bremsscheiben (also mit schwimmend gelagerten Bremsscheibenringen) sorgen für beste Verzögerung. Aus Tempo 200 braucht das Cabrio lediglich 140 Meter bis zum Stillstand.

Wohlfühl-Cabrio

Die aerodynamisch optimierte Heckschürze macht das M6 Cabriolet gut fünf Zentimeter länger als den offenen 650i. Die vier auffälligen Auspuff-Endrohre versprechen standesgemäßen Sound. Mit betonten Seitenschwellern und typisch-rundlichen M-Spiegeln kommt der Sechser sowohl dynamisch als auch elegant daher.

Das dreilagige Verdeck öffnet und schließt sich elektrisch - entweder vom Cockpit aus oder per Fernbedienung. Nach nur 25 Sekunden können sowohl Sonnenstrahlen als auch die neidischen Blicke der Passanten ungehindert in den Innenraum wandern. Feine Materialien, das gute Raumangebot und technische Highlights wie das optionale Head-Up-Display sollen zum Wohlfühlen einladen.

Fazit

Lange mussten wir warten, endlich ist er zum Greifen nahe. Der Bayer hat das Zeug zum echten Traumwagen - und zum Spielzeug für Reiche. Zwar ist der Endpreis sowie die genau Markteinführung noch nicht bekannt, doch eins ist sicher: Billig wird er nicht. Wenn man bedenkt, dass zwischen 650i und M6 Coupé schon 35.000 Euro liegen, dürfte das M6 Cabrio rund 120.000 Euro kosten.

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