Vorstellung: Jaguar C-XF – Kopfverdreher

"Nach einem aufregenden Jaguar drehen die Leute ihre Köpfe um. Sie bleiben stehen und wünschen sich, ein solches Auto zu besitzen", behauptet Ian Callum, Designdirektor bei Jaguar und damit verantwortlich für die neuste Studie der Briten: den C-XF.

Keine Frage: Ginge die Studie C-XF so, wie sie Jaguar auf der Detroit Motorshow der Öffentlichkeit präsentiert, in Serie, wären verdrehte Köpfe garantiert.

Was auf den ersten Blick wie ein schnittiges Coupé aussieht, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als extrem durchtrainierte Limousine. Im September wird sie den aktuellen S-Type ablösen.

Athletisch

Die schnörkellose Front wird von einem mächtigen, schwarzen Kühlergrill im Wabendesign dominiert und signalisiert: Hier steckt Kraft dahinter. Die lang gezogene Schulterpartie streckt den C-XF, breite Hüften lassen ihn muskulös wirken.

Am Heck wird die Herkunft des Chefdesigners deutlich. Ian Callum zeichnete zuvor für das Design bei der Konzernschwester Aston Martin verantwortlich. Die breite Rückansicht mit den schmalen Heckleuchten verweisen auf die Luxusmarke.

Wie beim ebenso von ihm verantworteten Jaguar XK verzichtete Ian Callum auch beim C-XF auf das typische Vier-Augen-Gesicht der britischen Raubkatzen. Künftig leuchten große, geschwungene Scheinwerfer den Weg.

Modern eingerichtet

Untypisch ist auch das Cockpit der Studie. Die legendäre grüne Jaguar-Beleuchtung wurde durch kühles Blau ersetzt. Links ist der Tacho platziert, in der Mitte thront ein mächtiger Drehzahlmesser. Rechts informieren zwei Uhren über Öltemperatur und Ladedruck des Kompressors.

Denn: Der C-XF wird vom bewährten V8-Kompressor angetrieben. Rund 420 PS schöpft die Studie aus den 4,2 Liter Hubraum, das maximale Drehmoment liegt bei 500 Newtonmeter. Tempo 290 wäre damit problemlos möglich, bei 250 wird aber elektronisch abgeregelt.

Kombiniert ist das Aggregat mit einer Sechsstufen-Automatik, die gleichzeitig ein weiteres Highlight im Innenraum darstellt. Nachdem der rote Startknopf in der nüchternen Mittelkonsole gedrückt wurde, sinken konzentrische Aluminiumringe nach unten und geben den Griff auf den Automatikwählhebel frei.

Lichtspiele

Zusätzlich wird das Spektakel von einer Lichtershow ohne Gleichen begleitet. Ein blauer Lichtring entspringt aus der Instrumententafel und dehnt sich durch das gesamte Fahrzeug aus bis zu den Rücksitzen. Für die neugierigen Passanten flammt außerdem ein blaues Licht aus dem Kühlergrill auf.

Dass Studien die Spielplätze der Designer sind, ist hinlänglich bekannt, und es ist zweifelhaft, ob dieser Lichtzauber den Einzug in das Serienmodell schafft. Wahrscheinlicher ist es bei einer anderen Technologie, die unter dem Namen JaguarSense vorgestellt wird. Sensoren in den Türen erkennen, wenn eine Hand über sie streicht. Erst dann fahren die Türgriffe aus.

Ein fünfter Sensor am Armaturenbrett gibt ein großes Display frei, wenn man sich ihm nähert. Darunter positioniert sind Aluminium-Tasten für Scheinwerfer, Scheibenwischer und weitere Bedienelemente. Der C-XF kommt gänzlich ohne Lenkstockhebel aus. Eine interessante Lösung, doch auch hier bleibt die Frage, ob die Zeit dafür schon reif ist.

Fazit

Ian Callum bezeichnet den C-XF als den dynamischsten und modernsten Viertürer, den Jaguar jemals auf die Räder gestellt hat. Dem bleibt nichts hinzuzufügen, außer vielleicht die Frage, ob denn der C-XF noch ein echter Jaguar ist. Wer an die klassische Form der Briten gewöhnt ist, wird sich schwer tun, die Raubkatze auf den ersten Blick als Jag zu identifizieren. (mg)

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