Vorstellung: Lotus Evora – Gelandet

Kürzlich sorgte Lotus mit dem Bild eines völlig neuen Sportwagen-Modells für Aufsehen – vorläufiger Projektname Eagle.

Doch die Autowelt wurde nur wenige Tage auf die Folter gespannt: Auf der British Motor Show gab Lotus den endgültigen Namen und weitere Details bekannt – ganz nebenbei kündigten die Engländer noch den neuen Esprit an.
Wer nun das neue Lotus-Modell unter dem Namen Eagle abgespeichert hat, muss also wieder umdenken: Wie eigentlich alle Lotus-Baureihen fängt der Name zwar ebenfalls mit „E“ an, endet allerdings auf „vora“. Der 2009 startende Mittelmotorsportwagen ist übrigens kein Elise-Derivat wie noch der 2006 eingeführte Europa. Vielmehr handelt es sich um ein durch und durch eigenständiges Modell.

Entsprechend finden sich auch optisch nur wenige Parallelen zu aktuellen oder historischen Fahrzeugen der britischen Sportwagen-Marke. Der nur 1,2 Meter flache und über 4,3 Meter lange Hecktriebler ist eine erfrischend eigenständige und sehr schnittige Erscheinung. Das knackige Heck mit breiten Pobacken wird durch die schlanke Taille zusätzlich betont. Optisch geschickt platzierte Öffnungen in der Fahrzeughüfte versorgen den unter einer Glasscheibe in der Heckklappe gut sichtbaren Motor mit Frischluft.

Palazzo Prozzo

Im Vergleich zu aktuellen Lotus-Modellen ist das Evora-Innere ein geräumiger Palast. Das neue Flaggschiff der Briten bietet zwischen Motor und Vorderachse deutlich mehr Raum als die Schwestermodelle. Ein Kofferraum im vorderen Teil des Evora kann 160 Liter Gepäck aufnehmen. Darüber hinaus bietet der neue Zweitürer ein Fond mit zwei zusätzlichen Sitzen. Auf diesen ist allerdings nur Platz für Kinder oder Zwerge. Vorne sollen hingegen auch über 1,90 Meter große Passagiere bequem einsteigen und entspannt reisen können.

Wie es sich für einen Lotus gehört, wurde der Innenraum des Evora sehr sportlich gestaltet. Das Lenkrad ist nach unten abgeflacht, die vielfach verstellbaren Schalensitze dürften sehr guten Seitenhalt bieten und das aufgeräumte Cockpit ist fahrerzentriert. Der elegant gestaltete Innenraum bietet zudem ein nobles Ambiente. Zur Luxusausstattung gehören neben viel Leder noch eine Klimaanlage, eine hochwertige Audio-Navi-Kombination von Alpine, elektrisch einstellbare Außenspiegel, Getränkehalter und ein Handschuhfach. Auch die Sicherheitsausstattung des Evora ist für Lotus-Verhältnisse umfangreich. So gibt es eine Reifendruckkontrollanzeige, zwei Airbags, ABS, eine Traktionskontrolle und Isofix-Halterungen auf den Rücksitzen.

Sportlicher Unterbau

Apropos Sicherheit: Das Alu-Chassis mit Stahlgerüst soll sich durch hohe Steifigkeit auszeichnen. Dies soll nicht nur einen gehobenen Insassenschutz gewährleisten, die Konstruktion bringt zudem noch deutliche Vorteile für sportliches Fahren.

Für ein dynamisches Fahrerlebnis auf gehobenem Niveau sorgen unter anderem auch aufwendige Alu-Fahrwerkskomponenten, Bilstein-Dämpfer und Eibach-Federn. Der Wagen steht vorne auf 18-Zoll-Felgen mit 225er-Reifen. Die Hinterräder messen 19 Zoll und wurden mit 255er-Gummis bereift. Hinter den Felgen drehen sich vorne Bremsscheiben mit 350 und hinten mit 332 Millimeter Durchmesser. In die Zange werden die Scheiben von Lotus-eigenen Rennsport-Bremsättel genommen. Die Stopper dürfte der Motorleistung souverän entgegenwirken.

V6 macht Druck

Weiterhin verbaut Lotus keine eigenen Motoren in seine Fahrzeuge. Wie derzeit bei der Elise, so wird auch der Motor für den Evora von Toyota kommen. Das 3,5-Liter-V6-Aggregat soll bei 6.400 Umdrehungen respektable 280 PS mobilisieren, das maximale Drehmoment von 342 Newtonmeter bei 4.700 Touren anliegen. Damit wird der etwa 1,3 Tonnen schwere Brit-Bolide über 250 km/h schnell und sprintet in unter fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h. Noch gibt es keinen endgültigen Verbrauchswert, doch soll der Motor etwa neun Liter Benzin auf 100 Kilometer konsumieren.

Ab 70.000 Euro

Rund 2.000 Evora will Lotus in 2009 produzieren. Ein genauer Marktstarttermin für Deutschland wurde noch nicht genannt. Doch wahrscheinlich dürften hierzulande die ersten Exemplare im Frühjahr 2009 ab etwa 70.000 Euro zu haben sein.

Der Evora ist übrigens Auftakt für eine regelrechte Neuheiten-Flut von Lotus. Der neue Sportwagen baut auf einer Plattform auf, die bereits 2006 mit der Studie APX vorgestellt wurde. Beim APX handelte es sich allerdings um ein Kompaktvan, während der Evora ein flacher Superrenner ist. Auf der neuen Plattform will Lotus noch eine Reihe weiterer Modelle folgen lassen. Neben stärkeren Evora-Versionen, Elektro- und Hybrid-Varianten sind außerdem noch ein Cabriolet und ein reiner Zweisitzer geplant. Darüber hinaus wurde eine Neuauflage des Esprit angekündigt. Der künftige Luxus-Sportwagen dürfte ab 2011 mit reichlich V8-Power gegen großkalibrige Boliden wie dem Jaguar XKR antreten. (mh)

Wollen Sie jetzt durchstarten?

Alle Artikel

Mega-E-Sportwagen von Lotus: Was kann der Evija?

News

Zukünftig zusammen: Ford und VW beschließen Kooperation

News

Mini Cooper SE – der englische BMW i3

News
Mehr anzeigen