Vorstellung: Porsche 911 GT3 RS – Hart wie Kandis

Selbst die letzten verbliebenen Vor-Facelift-911er erhalten im Spätsommer 2009 ihr technisches Upgrade.

Nachdem Porsche erst vor wenigen Wochen den auf 500 PS erstarkten 911 Turbovorstellte, verraten die Zuffenhausener nun auch Details zum neuen 911 GT3 RS – dem sportlichsten Elfer mit Straßenzulassung. Wie bereits der Anfang 2009 vorgestellte GT3, bekommt auch das schärfere RS-Derivat einen 3,8-Liter-Saugmotor. Doch statt der 435 PS im GT3 wurde die Leistung des Sechs-Zylinder-Boxers für den RS auf 450 PS angehoben. Der RS wird ausschließlich mit einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe mit besonders kurzen Schaltwegen und geringem Gewicht kombiniert. Damit die Leistungsabgabe in allen Geschwindigkeitsbereichen möglichst druckvoll ist, stuften die Entwickler das Getriebe zudem kürzer als im GT3 ab. Damit ist der RS zwar antrittsstärker, aber auch etwas langsamer in der Endgeschwindigkeit.

Die Fahrleistungen sind dennoch höchst beeindruckend. Exakt vier Sekunden soll der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h dauern, mit 310 km/h gibt Porsche die Top-Speed an. Der nur 435 PS starke GT3 braucht 4,1 Sekunden für den Sprint, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 312 km/h und damit etwas höher als beim RS. Selbstredend ist der 911 GT3 RS kein sparsames Mobil, doch sind dreizehn Liter angesichts der Fahrleistungen ein durchaus guter Wert. Der Verbrauch liegt aufgrund des kürzer übersetzten Getriebes übrigens knapp einen halben Liter über dem des GT3.

Fahrwerk noch sportlicher

Um das sportliche Fahrverhalten zu schärfen, besitzt der neue GT3 RS ein spezifisch abgestimmtes PASM-Fahrwerk und erstmals nicht nur an der Hinter- sondern auch an der Vorderachse eine breitere Spur. Entsprechend wurde die Karosserie des neuen RS auch vorne über zusätzliche Radhausverkleidungen verbreitert. An der Vorderachse kommen neun Zoll breite Räder mit Sportreifen der Größe 245/35 ZR 19 und an der Hinterachse zwölf Zoll breite Räder mit Sportreifen der Dimension 325/30 ZR 19 zum Einsatz.

Ebenfalls einer sportlichen Fahrweise zuträglich sollen sogenannte dynamische Motorlager sein. Je nach Fahrsituation verändern die Lager ihre Steifigkeit und Dämpfung, wodurch bei extremer Fahrweise die Anbindung des Triebwerks an die Karosserie verbessert werden soll. Darüber hinaus hat Porsche nach eigener Aussage die Aerodynamik gegenüber dem GT3 auf mehr Abtrieb ausgelegt, was ebenfalls der Rundstreckentauglichkeit zugute kommen soll. Speziell für diesen Einsatzzweck führt Porsche ab 2010 zudem eine neue Option ein: Eine Lithium-Ionen-Batterie anstelle der konventionellen Bleibatterie soll zehn Kilogramm einsparen.

Auffällig und teuer

Der neue 911 GT3 RS signalisiert seine Rennsport-Ambitionen auch optisch. Dies zeigt sich an der tiefen Fahrzeuglage, dem neuen großen Heckflügel aus Sichtkarbon (CfK) mit eigenständigen Flügelstützen aus Aluminium, dem mittig platziertem Doppelendrohr des leichten Titan-Endschalldämpfers sowie durch spezielle Bug- und Heckteile. Understatement sieht in jedem Fall anders aus.

Weltpremiere wird der aufgemotzte GT3 RS im September 2009 auf der Frankfurter IAA feiern. Der Verkauf des neuen Hardcore-Elfers startet in Deutschland im Januar 2010. Der soll bei gut 146.000 Euro liegen, was fast 30.000 Euro über dem Preis des zivileren GT3 liegt. (mh)

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