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Dacia 1310

Die Modelle der Baureihe 1310 entstehen bei Dacia mit Technik von Renault

Als der französische Fahrzeugbaukonzern Renault am Ende der 1990er Jahre seinen Einstieg beim rumänischen Traditionshersteller Dacia bekannt gab, war zunächst nicht klar, welche Strategie die Franzosen mit ihrem Engagement und der bald darauf erfolgenden Übernahme verfolgten. Nicht wenige Experten erwarteten, dass Renault sich Kapazitäten für eine stärkere Stellung der eigenen Kernmarke in den Ländern Osteuropas sichern wollte und dafür bereit war, mit Investitionen die Produktion in Rumänien zu modernisieren. Dass Dacia da erhalten bliebe, war keineswegs ausgemacht. Doch es kam anders: Nach ein paar Jahren war Dacia eine gesamteuropäische Marke geworden und die folgenden Modellgenerationen wurden zu Synonymen europäischer Low Cost Autos. So neu freilich war weder die Präsenz von Dacia auf Auslandsmärkten noch der Einfluss des Technologiespenders Renault. Ein Beispiel für ein Modell, das aus einer frühen Epoche der Zusammenarbeit zwischen Rumänen und Franzosen stammte, war der direkt von einem Renault-Lizenzbau abstammende Dacia 1310.

Die Baureihe 1310 läuft bei Dacia von 1979 bis 2004 vom Band

Ende der 1960er Jahre unterzeichneten Dacia und Renault eine Lizenzvereinbarung, nach der die Rumänen gut zehn Jahre lang den R 12 im eigenen Land fertigen sollten. Die Franzosen lieferten Fabrikationsanlagen und zunächst sogar komplette Bausätze, stimmten allerdings zu, dass die Rumänen den zunächst als Limousine angebotenen Kompaktwagen unter dem eigenen Markennamen als Dacia 1300 vermarkten durften. Wie oft in Fällen, in denen große Hersteller Lizenzen für die Produktion ins Ausland vergaben, blieben die Ur-Modelle dort sehr viel länger im Programm, als auf dem jeweiligen Heimatmarkt der Baureihe. Gleiches galt für den in hohen Stückzahlen produzierten Dacia. Im Grunde unverändert lief der 1300er in Rumänien noch bis ins Jahr 2004 vom Band, während der R 12 als Gebrauchtwagen längst zum Oldtimer geworden war. Eine entscheidende Veränderung gab es jedoch: Zum Übergang in die 80er Jahre benannte Dacia seine Erfolgsbaureihe um und verkaufte die Modelle in unterschiedlichen Karosserieversionen nun unter dem Nummerncode 1310.

Dacia fertigt die Modelle der Reihe 1310 als Limousine, Kombi, Coupé und Pick-Up

Mit dem Übergang zur Generation der Modelle 1310 präsentierte der Hersteller eigentlich nur eine modellgepflegte Version des Vorgängers. Auch blieb es bei den zuvor realisierten Bauformen: So lieferte der 1310 die Vorlage für die Dacia Pick-Up, für die 1410 genannten Coupés und eine Schrägheckvariante als Fünftürer. Die größte Auflage erlebte das Modell 1310 allerdings als klassische Stufenhecklimousine im originalen Stil der in Frankreich bereits mit dem Jahr 1980 ausgelaufenen R 12. Außerdem gab es von Dacia genau wie bei den Franzosen einen 1310 mit langem Laderaum und Heckklappe, jedoch reichten die Produktionszahlen der Kombis nicht an die der Limousinen heran. Ähnliches galt für die Lieferwagenvarianten des 1310.

Am Karosseriedesign des 1310 ändert Dacia während der Bauzeit nichts Wesentliches

Mit seinen verchromten schmalen Stoßfängern, dem fast rechteckigen chromumrandeten Kühlergrill, den Rechteckscheinwerfern und seiner nüchtern kantigen Karosserie war der Dacia 1300 ein typischer Vertreter einer kompakten Stufenhecklimousine der frühen 1970er Jahre, der in dieser Epoche noch als Fahrzeug der Mittelklasse galt. Am Konzept der Karosserie mit ihrem markanten Mittelknick an den Seiten änderte Dacia auch in der Generation der 1310 nichts Wesentliches. Es blieb bei dem mit rund 1,43 Metern recht hohen Dachaufbau und dem charakteristischen schräg abfallenden Kofferraumdeckel. Doch wenigstens konnten die Rumänen ihrem Bestseller ein neues Gesicht geben.

In den 1980er Jahren gibt Dacia seinen 1310 ein neues Front- und Heckdesign

Ein komplett aus Kunststoff gefertigter Kühlergrill mit breiten Lamellen und vier runde Scheinwerfer bestimmten das Aussehen der modellgepflegten 1310. Im Laufe der 80er Jahre entfielen die letzten Chromzutaten, und der Dacia erhielt Seitenspiegel mit schwarzem Plastikgehäuse sowie schwarz belegte Stoßfänger mit integrierten Blinkern. In der Rückansicht zeigten die 1310 rechteckig angelegte Leuchten, die deutlich breiter waren als beim Vorgänger. Zum Übergang in die 90er Jahre bekamen die 1310 dem Zeitgeschmack angepasste voluminösere Kunststoffstoßfänger, schwarze Zierleisten und senkrecht gestellte kleinere Rückleuchten. In dieser Version war der 1310 in Deutschland später allerdings selten zu sehen.

Die Rolle des Dacia der Baureihe 1310 auf dem Markt für Gebrauchtwagen

Der Grund: Exporte des Modells in das bald wiedervereinigte Land versprachen wenig erfolgreich zu sein. Dafür jedoch waren auf dem Markt für Gebrauchtwagen 1310 zu finden, die in den 70er und frühen 80er Jahren von Dacia in die DDR exportiert worden waren. Diese machten einen Großteil der Angebote bei den Gebrauchten der Baureihe aus. Seltener waren ausgerechnet die neueren Modelle, denn immerhin liefen die1310 bei Dacia parallel mit ihren Nachfolgern noch bis 2004 vom Band.

Die Motorisierungen des Dacia der Modellreihe 1310

Für die 1310 der unterschiedlichen Bauformen setzte Dacia zunächst 1,4 Liter Benziner ein, die eine Leistung von bis zu 46 kW (63 PS) abliefern konnten. In späteren Baujahren gab es einen auf 1,6 Liter Hubraum angehobenen Motor mit bis zu 54 kW (73 PS). Außerdem boten die Rumänen ab Ende der 1980er Jahre auch eine Dieselversion des 1310 an.