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Ab wann gilt ein Auto als Youngtimer?

Youngtimer erfreuen sich großer Beliebtheit, denn Vintage ist in. Als Besitzer eines solchen Fahrzeugs wirst du durch den charmanten Retro-Look wieder zurück in deine Jugend versetzt. Außerdem gelten diese Fahrzeuge als gute Wertanlage. Wir klären alle Fragen zum Phänomen Youngtimer.

Ab wann ist ein Auto ein Youngtimer?

Ab wann ein Auto offiziell als Youngtimer bezeichnet werden darf, hat der Parlamentskreis für Automobiles Kulturgut klar definiert: Fahrzeuge mit einem Alter von mindestens 20 Jahren gelten offiziell als Youngtimer und sind damit Kfz-Klassiker. Ab einem Alter von 30 Jahren verlieren die Fahrzeuge ihren Youngtimer-Status und fallen in die Kategorie der Oldtimer. Entscheidend für die Kategorisierung als Young- oder Oldtimer sind vor allem:

  • das Datum der Erstzulassung sowie
  • ein weitestgehend originaler und guter Erhaltungszustand des Fahrzeugs.

Mit zunehmendem Fahrzeugalter macht sich die Abnutzung an einem Auto immer stärker bemerkbar. Deshalb ist es nicht so leicht, einen viel genutzten Wagen als Youngtimer einstufen zu lassen.

Beispiel: Stand 2023 lassen sich Fahrzeuge mit Erstzulassung im Jahr 2003 als Youngtimer zulassen. Fahrzeuge, die diese im Jahr 1993 bekommen haben, qualifizieren sich allerdings bereits für den Status als Oldtimer. Unter diese Klassifizierung fallen übrigens nicht nur Autos, sondern auch Motorräder.

Interessant zu wissen: Besonders beliebt sind Sportwagen oder Oberklasse-Fahrzeuge aus den 1990er Jahren, teilweise auch seltene Coupés und Cabrios. Die Gründe dafür sind unter anderem die einst hohen Anschaffungskosten sowie die gute sicherheitstechnische Ausstattung.

Das sind die Vorteile einer Youngtimer-Zulassung

In erster Linie bietet die Zulassung eines Youngtimers keine besonderen Vorteile. Du bekommst weder ein spezielles Kennzeichen, noch Vergünstigungen bei der Kfz-Steuer. Der einzige Vorteil – neben dem Klassiker-Status und der potenziellen Wertsteigerung – sind gute Konditionen bei der Versicherung. Versicherer bieten nämlich für Liebhaber eine sogenannte Youngtimer-Versicherungen an. Diese beinhaltet einen maßgeschneiderten Schutz für Fahrzeuge zwischen 20 und 30 Jahren, die noch keinen Oldtimer-Status haben. Diese Tarife sind in der Regel günstiger als reguläre Autoversicherungen.

Zulassungskosten für Youngtimer im Überblick

Kfz-Zulassung Kfz-Kennzeichen Wunschkennzeichen Kfz-Steuer Hauptuntersuchung
einmalig 10 - 30 Euro einmalig 10 - 40 Euro zzgl etwa 10 Euro Reservierungsgebühr zum normalen Kennzeichenpreis Jährlich, Kosten variieren alle zwei Jahre, ab ca. 100 Euro

Die Youngtimer-Versicherung

Für Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko bieten Kfz-Versicherer spezielle Tarife an. Teilweise verlangen die Unternehmen mindestens eine Kombination aus Haftpflicht und Teilkasko. Der Vorteil einer solchen Versicherung ist, dass die Versicherung im Schadensfall nicht vom Marktwert, sondern vom tatsächlichen Wert des Autos ausgehen. Bei Saisonkennzeichen schützt eine inkludierte Ruheversicherung das Fahrzeug vor Schäden in der Zeit, in der das Fahrzeug nicht bewegt werden darf.

Youngtimer und der Alltagsauto-Nachweis

Manche Versicherungen bestehen für eine Youngtimer-Versicherung auf einen Nachweis, dass du zusätzlich ein Alltagsauto besitzt. Darüber hinaus wird die Jahreslaufleistung des Fahrzeugs im Vertrag festgehalten. Meist beläuft sich die bis 6.000 bis 9.000 Kilometer im Jahr.

Was kostet ein Youngtimer an Steuern?

 Ein Youngtimer wird wie ein normaler Pkw bepreist. Ein Youngtimer wird wie ein normaler Pkw bepreist.

Die Bepreisung eines Youngtimers erfolgt nach den gleichen Regeln wie bei herkömmlichen Pkw. Eine steuerliche Sonderbehandlung für Youngtimer gibt es seit dem ersten März 2007 nicht mehr. Ob Youngtimer oder modernes Auto, die Kfz-Steuer musst du regulär bezahlen. Außerdem musst du auch mit gewissen Einschränkungen rechnen:

  • Fahrzeuge, die mehr als 20 Jahre alt sind, unterliegen aufgrund der hohen Emissionswerte oftmals keiner gültigen EURO-Norm mehr. Das bedeutet, dass der Besitzer eines Youngtimers aufgrund der veralteten Technologie steuerlich stärker belastet wird. Diese Kosten fallen jährlich an.
  • Auch ein Youngtimer muss wie alle anderen Pkw zur Hauptuntersuchung. Aufgrund der hohen Sicherheitsvorschriften kann das in manchen Fällen problematisch sein. Im schlimmsten Fall bekommt das Fahrzeug keine Plakette und du musst das Auto stehen lassen. Darum gilt: Regelmäßige Wartung und Verschleißteile rechtzeitig ersetzen.
  • Eine grüne Plakette erhalten Youngtimer mit Dieselmotor grundsätzlich nicht. Entsprechend ist das Fahren in manchen Innenstädten mittlerweile nicht mehr möglich.

Für Oldtimer gelten deutlich andere Vorschriften als für Youngtimer. Sobald ein Fahrzeug das Alter von 30 Jahren erreicht, bekommen sie ein H-Kennzeichen und damit eine neue Zulassung. Über diese Zulassung entscheidet jedoch ein Oldtimer-Gutachten. Die Kfz-Steuer für einen zugelassenen Oldtimer, unabhängig von welchem Modell, liegt bei einer Pauschale von 191,73 Euro im Jahr. Für Motorräder fällt ein jährlicher Betrag von 46,02 Euro an. Zusätzlich ist das Fahrzeug vom TÜV befreit. Für Oldtimer empfiehlt sich eine gesonderte Versicherung, da diese auf die Besonderheiten der Klassiker abgestimmt sind.

Youngtimer-Kennzeichen: Diese Regelungen gelten

Allem voran: Ein gesondertes Kennzeichen für Youngtimer gibt es nicht. Diese offizielle Kennzeichnung ist lediglich Oldtimern vorbehalten. Beim Besitz eines Youngtimers kannst du dich dementsprechend, wie bei allen anderen Fahrzeugen auch, zwischen einem regulären Nummernschild, einem Saison- oder Wechselkennzeichen entscheiden. Um herauszufinden, welches Kennzeichen für einen Youngtimer Sinn macht, solltest du deine eigene Fahrzeugnutzung hinterfragen:

Reguläres Nummernschild

Falls du deinen Youngtimer als Alltagsfahrzeug nutzen möchtest, empfiehlt sich ein Antrag auf ein reguläres amtliches Zeichen. Damit kannst du den Wagen das ganze Jahr über ohne jegliche Einschränkungen nutzen. Logischerweise fällt demnach auch jährlich die reguläre Kfz-Steuer an.

Saisonkennzeichen

Besitzt du bereits ein Alltagsfahrzeug und planst nicht täglich mit dem Youngtimer zu fahren, macht ein Saisonkennzeichen Sinn. Aufgrund der saisonalen Zulassung sparst du abgesehen von Spritkosten auch Versicherungskosten und Kfz-Steuer. Die Bezahlung erfolgt je nach Nutzung lediglich für einen definierten Zeitraum zwischen zwei und elf Monaten. Außerhalb der definierten Saison gilt jedoch ein Fahrverbot für das Fahrzeug.

Wechselkennzeichen

Ein Wechselkennzeichen macht dann Sinn, wenn du abwechselnd zwei Kfz der gleichen Fahrzeugklasse (z. B. zwei Pkw) nutzt. Einige Versicherungen berücksichtigen die verschiedene Fahrleistung beider Wagen bei der Berechnung der Versicherungsprämie. Kfz-Steuer kannst du jedoch mit einem Wechselkennzeichen nicht sparen.

Beliebte Youngtimer mit Potenzial

Im Folgenden stellen wir vier sehr beliebte Youngtimer der Deutschen mit potenzieller Klassikerkarriere vor.

BMW 330Ci (E46)

Der von 2003 bis 2006 gebaute BMW 330Ci gilt als einer der schönsten BMW seiner Zeit.

Besonders das Coupé Modell in Verbindung mit einem der besten Sechszylinder-Saugmotoren macht das Fahrzeug zu einem echten Liebling für Youngtimer Fans. Hinzu kommt die kurze Bauzeit des Autos, was eine potenzielle Wertsteigerung verspricht.

Audi TT 8N

Der von 1998 bis 2006 gebaute Audi TT 8N ist eine wahre Designikone. Anfangs als Coupé, folgte im Jahr 1999 auch der Roadster. Die stärkere Version mit dem Allradantrieb Quattro beschleunigte sogar besser als ein Porsche Boxter und war dazu deutlich günstiger. Besonders das Interieur vom TT glänzt nur so von Hochwertigkeit.

Mercedes SLK (1996)

Von 1996 bis 2004 wurde der Mercedes Benz SLK im Werk Bremen gebaut. Das Blechdach, das aus dem Cabrio ein Coupé macht, hatte zu dieser Zeit kein anderes Auto. Dieses Variodach funktioniert trotz anfänglicher Skepsis bis heute zuverlässig. Besonders der Komfort auf langen Strecken sticht beim SLK heraus.

VW Golf (III, IV, V)

Der VW Golf ist mit Abstand der beliebteste Youngtimer der Deutschen. Laut Verband der Automobilindustrie (VDA) sind im Jahr 2018 bis zu 900.000 Fahrzeuge zwischen 15 und 29 Jahren auf den Straßen zugelassen.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass die Thematik rund um die beliebten Youngtimer komplexer ist, als oftmals angenommen. Zwar bietet die Zulassung eines Youngtimers nicht dieselben Vorteile wie die eines Oldtimers, dennoch kann eine spezielle Youngtimer-Versicherung durchaus Sinn machen. Außerdem ist die Wahl des richtigen Kennzeichens sehr wichtig.

FAQ

Fahrzeuge mit einer Erstzulassung vor mindestens 20 bis maximal 30 Jahren gelten als Youngtimer. Alle Kfz ab 30 Jahren unterliegen hingegen der Einstufung als Oldtimer.

Im Jahr 2023 bekommen alle ab 2003 produzierten Fahrzeuge die Chance auf eine Youngtimer-Klassifizierung. Darunter fallen zum Beispiel der Renault Twingo, der Mazda Xedos 9 oder auch der Porsche 993.

Grundsätzlich gibt es keine besonderen Vorteile für Youngtimer. Lediglich in puncto Wertsteigerung sowie einigen Versicherungstarifen können Besitzer von einem Youngtimer-Status profitieren.

In der Regel bieten Versicherer für Haftpflicht, Teilkasko und Vollkasko eines Youngtimers spezielle Tarife an. Der Vorteil: Im Schadensfall geht die Versicherung nicht vom Marktwert, sondern vom tatsächlichen Wert des Autos aus.

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