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Autobianchi

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Autobianchi

Die italienische Automarke Autobianchi war genau 40 Jahre lang Teil des weltweiten Fahrzeugmarktes: Von 1955 bis 1995 stellte das Unternehmen nur eine Handvoll verschiedener Fahrzeugmodelle her, die sich zwar fast alle im Kleinwagen-Segment, preislich aber höher als ebenbürtige Fiat-Modelle ansiedelten. Fiat spielte im Geschehen um Autobianchi eine nicht ganz unbedeutende Rolle. Das begann schon damit, dass der italienische Hersteller zusammen mit Pirelli der Mailänder Fahrzeugfirma Bianci neues Leben einhauchte. Ursprünglich verwendete Fiat die Marke Autobianchi, um ihren neuen und innovativen Konzeptfahrzeuge zu testen, bis diese schließlich ihren Weg ins reguläre Fiat-Portfolio fanden. Das bekannteste und zugleich letzte der wenigen eigenständigen Autobianchi-Modelle ist der A112, ein zweitüriger Kleinwagen in Schrägheck-Bauweise. Aktuell stehen bei Fiat Überlegungen im Raum, die Marke Autobianchi für ihr Niedrigpreissegment wiederzubeleben – ähnlich wie es Renault etwa mit Dacia macht. Das erste Modell soll auf dem 2016 auslaufenden Fiat Grande Punto basieren und mit Startpreisen von 5.000 Euro auf den Markt gehen.

Die Wurzeln von Autobianchi

Die Kinderschuhe der Marke Autobianchi stehen bereits im Jahr 1885, als der erst 21 Jahre alte Edoardo Bianchi eine Firma zur Herstellung von Fahrrädern in Mailand gründete. Das Unternehmen Bianchi machte sich schnell einen Namen, was mitunter zu einigen prominenten Aufträgen für Edoardos Fahrräder führte. Ende des 19. Jahrhunderts begann er mit motorisierten Fahrrädern zu experimentieren und im Jahr 1900 erschien auch schon das erste Automobil der Marke Bianchi. Bald darauf startete zudem die Motorradproduktion, wobei Bianchi zunächst vor allem auf Rennmaschinen setzte, die der Firma zu großen Erfolgen verhalfen. Der Schwerpunkt blieb jedoch stets auf Fährrädern, so verteilte sich die Herstellung beispielsweise im Jahr 1914 auf 1.000 Autos, 1.500 Motorräder und 45.000 Fahrräder.

1931 brachte Bianchi nach diversen anderen Limousinen den ersten Achtzylinder mit 2904 ccm Hubraum auf den Markt. Im Zweiten Weltkrieg ereilte die Firma schließlich das erste schwere Schicksal, als das Werk durch Bomben fast vollständig zerstört wurde. Aber Edoardo Bianchi hielt an seinem Unternehmen fest und setzte das Werk bis 1946 wieder instand. Doch gerade als die Produktion wieder gestartet wurde, kam Bianchi ausgerechnet bei einem Autounfall ums Leben.

Das Automobilgeschäft der Mailänder Firma sackte auch unter der Leitung von Edoardos Sohn Guiseppe Bianchi in den folgenden Jahren weiter ab. Für die Produktion größerer Fahrzeuge fehlte einfach das Geld. Der plötzliche Umschwung kam erst 1955, als Bianchi Junior dem Traditionshersteller Fiat ein Angebot machte: Bianchi‘s Automobilsparte sollte vom Fahrrad- und Motorradgeschäft abgespalten werden und unterstützt durch Fiat und den Reifenhersteller Pirelli als neues Unternehmen an den Markt gehen. So entstand aus dem im Januar 1955 unterzeichneten Dreierbündnis Bianchi-Fiat-Pirelli der Automobilhersteller Autobianchi mit einem neuen Werk in der nahegelegenen Gemeinde Desio. 1968 ging Autobianchi in den Alleinbesitz von Fiat über, die alleinstehende Fahrradmarke Bianchi hat hingegen bis heute Bestand.

Die ersten drei Autobianchi-Modelle

1958 wurde das erste eigene Fahrzeug vorgestellt: Der Kleinstwagen Bianchina trug deutlich die Handschrift von Fiat, denn unter der Sonderkarosserie steckte ein Fiat Nuova 500. Dieser kam optisch in etwa einer Mischung aus VW Käfer und Mini Cooper gleich, allerdings verfügt das italienische Modell über nur zwei Sitzplätze. Folglich auch der Bianchina, der anders als der Nuova 500 in Stufenheck-Ausführung auf den Markt kam, und mit seinen zwei Sitzen damit erst recht ein Hingucker war. Über die Jahre hinweg erschienen dann zwei weitere Varianten: ab 1960 zuerst die offene Version Bianchina Cabriolet und dann die ebenfalls nur zweitürige Kombilimousine Panoramica, die technisch auf dem Fiat Nuova 500 Kombi basiert.

Inzwischen kamen im Jahr 1964 gleich zwei neue Modelle heraus: Der Autobianchi Primula gehört nach heutigen Maßstäben zur Kompaktklasse und war als zwei- und viertürige Schräghecklimousine sowie als Fließheck-Coupé erhältlich. Der Autobianchi Stellina war ein kleiner Spider, der in den Jahren 1964 und 1965 gefertigt wurde. Technisch basierte das Fahrzeug auf dem Fiat 600 D, hatte aber eine eigene Karosserie aus glasfaserverstärktem Kunststoff – es war das erste italienische Auto mit GFK-Karosserie überhaupt.

Im Jahr 1967 ging Autobianchi vollständig an den Fiat-Konzern über, der die Marke davor schon gewissermaßen als Versuchskaninchen für kleine Serien mit neuer ungeprüfter Technik aus den Fiat-Werken einsetzte, ohne damit den Ruf der Fiat-Marke zu gefährden. So kam etwa im Primula ein neues Frontantrieb-Konzept mit Quermotor zum Einsatz oder eine Heckklappen-Variante. Dass die Modelle von Autobianchi immer etwas teurer waren als die von Fiat, lag vor allem an der vergleichsweise edleren Ausstattung.

Die letzten drei Autobianchi-Modelle

Im Juni 1969 erschien zuerst der Autobianchi A111 und im darauffolgenden Oktober der A112. Hier darf man sich nicht von den Zahlen täuschen lassen, denn ersterer war als viertürige Kombilimousine deutlich größer als der zweitürige Kleinwagen A112. Der A111 stammt von der Plattform des Primula, welcher seinerseits auf dem Fiat 128 basiert. Daher kam auch beim A111 der Frontantrieb mit Quermotor zum Einsatz, der hier aus 1,4 Litern Hubraum bis zu 51,5 kW (75 PS) leistete.

Der kleinere A112 war sozusagen der Prototyp des 1971 folgenden Fiat 127 und entwickelte sich zum erfolgreichsten Modell von Autobianchi, so dass es ganze 17 Jahre lang produziert wurde – anders als der A111, der nur drei Jahre lang vom Band rollte. Ein Sondermodell, das rasch Bekanntheit gewann, ist der Abarth A112 70HP, eine mit 70 PS deutlich stärker motorisierte Variante. Parallel zum A111 und A112 lief bei Autobianchi außerdem die Produktion der Kombiversion „Giardiniera“ des Fiat Nuova 500.

1975 stellte Fiat das Autobianchi-Werk unter die Regie der Fiat-Marke Lancia. In der Folge begann ab 1977 nach und nach die Umstellung auf Lancia-Produkte und Bezeichnungen, womit der A112 das letzte Modell von Autobianchi war. Anfangs füllte der A112 noch die Lücke des fehlenden Kleinwagens im Lancia-Programm – ab 1985 ersetzte aber schon der auf dem Genfer Autosalon vorgestellte Nachfolger Lancia Y10 diese Posten. Das auf dem Fiat Panda aufgebaute Fahrzeug lief bei Händlern weltweit als Lancia, nur in Italien blieb der Name wegen des gemeinsamen Händlernetzes bei Autobianchi. Erst als 1995 der Nachfolger Lancia Y eingeführt wurde, verschwand der Name Autobianchi komplett aus der Autowelt.

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