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Pontiac Fiero

Im Sportwagenprogramm von Pontiac nimmt der Fiero eine Sonderstellung ein

LeMans, Grand Am, Grand Prix, mit solchen von berühmten Rennveranstaltungen abgeleiteten Modellbezeichnungen machte der amerikanische Autokonzern General Motors (GM) deutlich, welche Rolle seine Marke Pontiac im Verbund von GM übernehmen sollte. Während die sportlich ausgerichteten Pontiacs außerhalb der nordamerikanischen Märkte in der Regel nicht direkt vermarktet wurden, waren es die Amerikaner und Kanadier bereits seit den 1920er Jahren gewohnt, dass Coupés und Limousinen des Anbieters mit relativ leistungsstarken Sechs- oder Achtzylindermotoren zur Verfügung standen. In den 1950er Jahren tauchten Pontiacs als Pace Cars beim berühmten 500-Mile-Autorennen in Indianapolis auf und verankerten das sportliche Image im Bewusstsein der Kunden. In den 1960er Jahren brachte Pontiac mit dem Firebird dann ein als Coupé und Cabrio gefertigtes Modell auf den Markt, das zu den bekanntesten Fahrzeugen in der Klasse der amerikanischen Muscle Cars gehörte und als Klassiker bis zum Jahr 2002 im Pontiac-Programm blieb. Mit dem Firebird war Pontiac in den 1970er Jahren erstmals auch auf den europäischen Märkten präsenter, wo die Firebirds meistens über Importeure verkauft wurden. Zweiter Klassiker im Sportwagenprogramm wurde im Jahr 1983 der kompaktere Fiero, der aufgrund seiner Konstruktion eine Sonderstellung einnahm und später als Gebrauchter oft die Basis für Umbauten oder Kit Cars lieferte.

Pontiac fertigt den Fiero als Zweisitzer mit Mittelmotor

Mit dem als Zweisitzer gefertigten Fiero realisierten die Konstrukteure einen Sportwagen, der in vielerlei Hinsicht als ein Premierenmodell gelten konnte. Erstmals brachte Pontiac mit dem Fiero ein Fahrzeug auf den Markt, das in der Tradition europäischer Supersportwagen mit einem Mittelmotor ausgestattet war. Damit war Pontiac der einzige Hersteller in den USA, der zu dieser Zeit ein Serienmodell in Mittelmotor-Bauweise vom Band laufen ließ. Eine weitere Besonderheit zeigte die Konstruktionsstruktur des Fiero: Der Hersteller nutzte einen Spaceframe, auf die die selbsttragende Karosserie des Sportwagens aufgesetzt wurde. Diese Bauweise erlaubte es, den Aufbau ohne Schweißarbeiten komplett wieder vom Chassis zu lösen. Pontiac selbst nutzte diesen Vorteil, um den Fiero mit einer im Stil des Ferrari 308 entwickelten Karosserie zu bestücken. Unter dem Namen Pontiac Mera kam das Schwestermodell des Fiero im Jahr 1987 in den USA auf den Markt, wo es jedoch nur kurze Zeit als Kleinserienfahrzeug angeboten wurde.

Als Gebrauchter liefert der Pontiac Fiero die Basis für Replicas

Da die Art der Karosseriedemontage bei anderen Fahrzeugen in der Regel nicht möglich ist, war der Fiero als Gebrauchter auch noch lange nach der Einstellung seiner Produktion im Jahr 1988 als Spenderfahrzeug gesucht. Sein Fahrwerk wurde insbesondere für Replicas berühmter Sportwagen etwa der italienischen Produzenten Lamborghini oder Ferrari genutzt. So hatten zum Beispiel viele Nachbauten des Reventón oder des 355 Spider einen vom Fiero stammende Rahmen und Antriebskomponenten. Darüber hinaus lieferte der Fiero als Donor Car die Basis für Replica Kits, sodass Bastler den Spaceframe des Pontiac nutzen konnten, um darauf Eigenkreationen von Sportwagen zu montieren, die sich etwa von den GT-Modellen des Stuttgarter Produzenten Porsche inspirieren ließen. Angesichts der überaus variablen Verwendungsmöglichkeiten eines gebrauchten Fiero entstanden seit den 1980er Jahren in vielen Ländern zudem Fanclubs, in denen Tuner ihre umgebauten und mit stärkeren Motoren ausgestatteten Pontiac Sportwagen präsentierten. Und auch in Europa galten die in unterschiedlichen Karosserieformen realisierten Fiero bald als US-Klassiker der 1980er Jahre.

Der Pontiac Fiero läuft ab 1986 in zwei Karosserieversionen vom Band

Nachdem Pontiac sein Ausnahmemodell im Jahr 1984 zunächst als Coupé mit stufenförmig ausgestellten Heck auf den Markt gebrachte hatte, nahmen die Amerikaner in den letzten beiden Baujahren des Sportwagens noch eine Schrägheckvariante in ihr Programm auf, die gegen Ende des Jahres 1986 erstmals ausgeliefert wurde. Mit einer Länge von rund 4,10 Metern und einer Breite von 1,75 Metern fielen die Fieros für amerikanische Verhältnisse und im Vergleich zu vielen Muscle Cars eher kompakt aus. Doch brachte der Verzicht auf ausladende Formen Vorteile mit sich: Mit einem Gewicht von rund 1,2 Tonnen gehörte der Fiero zu den leichtesten Fahrzeugen seiner Klasse. Das war allerdings zugleich auch seiner Leichtbaukarosserie zu verdanken, die aus Kunststoffelementen gefertigt wurde und damit eine von den Muscle Cars bekannte Konstruktionsweise in die Sportwagenklasse brachte.

Sachliches 80er Jahre Design für die Pontiac Fiero

Den Auftritt des an der Hinterachse angetriebenen Fiero gestaltete Pontiac betont sachlich und mit der Betonung klassischer Sportwagenelemente der 1980er Jahre. So bekamen die Zweisitzer einen leicht abfallenden keilförmigen Frontaufbau, in den die Klappscheinwerfer integriert waren. Die Fahrgastzelle erhielt eine eher eckige Ausprägung und bot daher trotz ihrer auf gut 1,20 begrenzten Höhe für einen kompakten Sportwagen mit zwei Plätzen viel Kopffreiheit. Während seiner Bauzeit von 1983 bis 1988 bot Pontiac den Fiero in vier unterschiedlichen Ausstattungslinien etwa als 2M4, Indy, Sport oder SE Modell an. Spitzenmodell war der Fiero GT, der sich von den kleiner motorisierten Versionen durch einen feststehenden Heckflügel unterschied.

Die GT-Version wird 1985 das Spitzenmodell der Baureihe Pontiac Fiero

Ähnlich wie die Muscle Cars, die optisch viel versprachen und nicht immer entsprechende Leistungen bieten konnten, startete der Fiero im Modelljahr 1984 mit einer Vierzylindermotorisierung, mit der den Coupés kaum 70 kW (95 PS) zur Verfügung standen. Als Sportwagen interessanter wurde der Fiero erst, als Pontiac ein Jahr nach dem Marktstart das Spitzenmodell mit der GT-Ausstattung nachreichte. Dort setzten die Ingenieure ein von GM stammendes V6-Aggregat mit 2,8 Litern Hubraum ein, das im Fiero immerhin eine Leistung von rund 100 kW (136 PS) mobilisieren konnte. Und auch beim Getriebe besserte Pontiac nach: Liefen die ersten Fiero mit einer manuellen Viergangschaltung vom Band, so waren ab dem Baujahr1985 auch Varianten mit einem Fünfganggetriebe zu haben.

Der Pontiac Fiero bietet Möglichkeiten zum Einbau stärkerer Motoren

Für einen Sportwagen der 1980er Jahre waren die Leistungen des Fiero nach europäischen Maßstäben eher unterdurchschnittlich. Doch innerhalb des GM-Programms mit seinen unterschiedlichen Marken sollte der Fiero von Pontiac als Einstiegsmodell positioniert werden. Zugleich ging es dem Hersteller darum, mit seinem Mittelmotorkonzept zu demonstrieren, dass auch in der Klasse der Sportwagen Modelle mit relativ genügsamen Aggregaten realisiert werden konnten. Die Fans nutzten ihrerseits die Möglichkeit, die Coupés nachträglich mit leistungsstärkeren Motoren wie den V8 Small Block Triebwerken von GM auszurüsten und dem Fiero auf diese Weise einen echten Sportwagencharakter zu geben.