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Der erfolglose Schatten hinter dem VW Golf

Der VW Bora gehört zwar zur Volkswagen-Familie, den meisten VW-Fahrern ist er jedoch unbekannt. Denn das kompakte Fahrzeug der unteren Mittelklasse hat während seiner Bauzeit zwischen 1998 und 2005 nicht wirklich hohe Wellen geschlagen. Dabei sollte gerade dieses Auto frischen Wind in die Jetta-Baureihe bringen und den Absatz steigern. Entsprechend ist der Bora nach einem böigen Fallwind benannt. Doch bis heute wird er eher als “Golf mit Stufenheck” wahrgenommen. Weiterlesen

Technische Daten

75 - 204 PS

Leistung

5 - 11 l/100 km

Verbrauch (komb.)

135 - 264 g CO2/km

CO2-Ausstoß (komb.)Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem "Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen" entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

171 - 235km/h

Höchstgeschwindigkeit

7.4 - 15s

von 0 auf 100 km/h

Technische Daten anzeigen

Die häufigsten Fragen und Antworten.

Für den VW Bora gibt es weltweit mehrere Standorte. Die Modelle für den europäischen Markt wurden in Deutschland gebaut.

Der VW Bora wurde in Deutschland als Stufenheck-Limousine von 1998 bis 2005 und als Kombi von 1999 bis 2004 gebaut.

Neue Bezeichnung für den VW Jetta

Damit liegen die VW-Liebhaber gar nicht so falsch, denn 1979 führte der Hersteller den VW Jetta als Ableger des VW Golf Iin Wolfsburg ein. Die kompakte Limousine positionierte sich etwas oberhalb des Golfs und übernahm viele Bauteile von ihrem Vorbild. Allerdings bekam der Jetta rechteckige Scheinwerfer, eine bessere Ausstattung und ein Stufenheck, welches den Platz für Gepäck im Kofferraum auf bis zu 510 Liter vergrößerte. Doch die erste (1979–1984) und die zweite Generation (1984–1992) brachten nicht den gewünschten Erfolg, weshalb der Hersteller für die dritte Generation eine neue Bezeichnung ausprobierte. Während die Modellreihe außerhalb von Europa ihren Namen beibehielt, kam der Jetta III in Deutschland als VW Vento parallel zum VW Golf III auf den Markt. Während das Modell in den USA gute Zahlen erzielte, brachte die Umbenennung in Deutschland keine große Veränderung. Deshalb versuchte es Volkswagen im Jahr 1998 mit einem weiteren Namen. Das Wort “Bora” ist ein meteorologischer Begriff und bezeichnet einen stürmischen Fallwind an der Küste. Mit dem VW Bora wollten die Wolfsburger endlich einen Imagewechsel herbeiführen und den Bora nicht nur als Abklatsch des VW Golf IV in den Köpfen verankern.

Das Stufenheck fügt sich harmonisch ein

Die viertürige Stufenheck-Limousine erhielt ein sportlicheres Design: mit modifiziertem Grill, einer hohen Abrisskante am Heck, rechteckigen Scheinwerfern und kleineren Rückleuchten. Für die inneren Werte wie Fahrwerk, Lenkung, Sitze und Bremsen bedienten sich die Ingenieure am Golf-Baukasten. Während der Vento noch recht bieder daherkam, fügt sich das Stufenheck beim Bora nun harmonisch in die Karosserie ein und wirkt mit einer gestreckten Seitenlinie etwas eleganter. 2001 wurde der VW Bora sogar mit Chromelementen aufgewertet – parallel zu seinem etwas günstigeren Konzernbruder. Allerdings blieb das Fahrzeug erneut hinter den Erwartungen zurück und wurde nach sieben Jahren Bauzeit 2005 von der fünften Generation des VW Jetta ersetzt – der dieses mal seinen Namen auch für den europäischen Markt behielt.

Kombi-Variante für mehr Platz im Kofferraum

Die Ausstattung des VW Bora ist VW-typisch praktisch und komfortabel. Die Karosserie ist vollverzinkt und verfügt in der serienmäßigen Variante über ABS, Zentralverriegelung und vier bzw. später acht Airbags. Der Bora ist in den vier Ausstattungspaketen Basis, Trendline, Comfortline und Highline erhältlich, wobei das Topmodell sogar über den Allradantrieb 4Motion verfügt, der das Fahrzeug je nach Motor in 7,4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen kann. Von den Maßen her liegt der Wagen in seinem Segment im Mittelfeld und bietet somit eine angenehme Fahrweise bei einem akzeptablen Wendekreis. Die Bora-Limousine ist mindestens 4,3 m lang, 1,7 m breit, 1,4 m hoch und hat einen Radstand von 2,5 m. Der Kofferraum fasst 340 Liter Gepäck, mit umgeklappten Rücksitzen sind es mindestens 670 Liter. Wer noch mehr Platz im Innenraum braucht, der kann den familienfreundlichen VW Bora Variant als Kombi ins Auge fassen, der etwas luxuriöser und kraftvoller ausgestattet ist als der VW Golf Variant. Beim Bora Variant finden 460 Liter Gepäck im Kofferraum Platz, mit umgeklappten Rücksitzen sogar 1.470 Liter.

Viel Power braucht viel Sprit

So wie bei der Ausstattung hat der VW Bora auch bei den Motoren eine große Auswahl im Angebot. Das kleinste Modell bei den Benzinern ist ein 1,4-Liter-Vierzylinder mit 55 kW (75 PS) Leistung und 171 km/h Höchstgeschwindigkeit. Bei den Dieselmotoren ist es ein 1,9-Liter-Vierzylinder mit 50 kW (68 PS) Leistung und 160 km/h Höchstgeschwindigkeit. Die stärksten Benzinmotoren haben fünf oder sechs Zylinder an Bord and bringen mit 2,8 Litern Hubraum und Allradantrieb eine Leistung von 150 kW (204 PS) auf die Straße. Die 235 km/h Höchstgeschwindigkeit schlägt sich jedoch auch in einem hohen Kraftstoffverbrauch von 11,0 Litern auf 100 km sowie schlechteren CO2-Emissionen von 264 g/km nieder. Da sieht es im Mittelfeld der Dieselmotoren schon besser aus. Der Bora 1.9 TDI hat mit dem fünfstufigen Schaltgetriebe einen Kraftstoffverbrauch von soliden 5,0 Litern und seine CO2-Emissionen liegen bei gerade mal 135 g/km.

Ein besserer Golf für mehr Geld

Eigentlich sollte aus dem VW Bora eine eigenständige Baureihe entstehen – mit Kombi, Coupé (als Ersatz für das Sportcoupé VW Corrado und Cabriolet. Dafür präsentierte der Hersteller auf der Detroit Motor Show 1998 seine Studie CJ, die das spätere Design für den Volkswagen Bora festlegte. Doch neben der Limousine schaffte es nur die Kombi-Version auf den Markt, die ab der A-Säule mit dem Golf IV Variant identisch ist. Ein etwas besser ausgestatteter Golf für deutlich mehr Geld – dieser Deal kam bei den meisten Käufern nicht gut an. Mit verschiedenen Sondermodellen sollte der Absatz angekurbelt werden, so entstanden Versionen namens “Edition”, “Special” und “Pacific”. Sogar eine Version mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb wurde im Jahr 2000 als Bora Hy-motion vorgestellt.

Entwicklung Überblick:

  • 1998: Einführung des VW Bora.
  • 1999: Einführung des Kombis VW Bora Variant sowie zwei neuer Motoren (2.8 V6 & 1.9 TDI).
  • 2000–2002: Die Motorenpalette wird weiter ausgebaut und überarbeitet.
  • 2003: Alle 4Motion-Modelle mit Allradantrieb verschwinden aus dem Programm.
  • 2005: Die Herstellung des VW Bora in Europa läuft aus.

In Deutschland ein Ladenhüter, im Ausland ein Erfolg

Doch es half alles nichts, während der Jetta IV in den USA sehr gute Verkaufszahlen erreichte, blieb der VW Bora in Europa ein Ladenhüter. Insgesamt wurden weltweit 4,6 Millionen Exemplare dieser beiden Schwesternmodelle gebaut. 2005 stellte der Hersteller die Produktion ein, zumindest für den europäischen Markt. Ab 2007 war eine überarbeitete Version des Jetta IV in Südamerika, Mexiko und Kanada erhältlich – mit optischen Anlehnungen an den VW Passat, VW Phaetonund den VW Touareg. In China lief der Volkswagen Bora auf Basis der verlängerten PQ35-Plattform des VW Golf V ebenfalls ab 2007 weiter vom Band. Auf der Beijing Auto Show 2018 wurde wieder eine Stufenheck-Limousine namens VW Bora für den chinesischen Markt vorgestellt, die auf dem Jetta VII basiert und sich die meisten Bauteile mit dem VW Lavida Plus teilt. 2019 erschien sogar der e-Bora mit Elektromotor in der Volksrepublik.

Ein Fehlschlag in Richtung obere Mittelklasse

Die ausgewogene Fahrweise und hohe Verarbeitungsqualität des Golf sollte mit einer luxuriöseren Ausstattung kombiniert werden, um dadurch Mitstreitern aus der höheren Mittelklasse wie dem BMW 3er , dem Opel Omega und derMercedes-Benz C-Klasse Käufer abstreitig zu machen. Der Ansatz war nicht schlecht, bei Vergleichstests ging der Wolfsburger regelmäßig als Gesamtsieger hervor. In Sachen Leistung kann er es zwar nicht mit einem BMW 3er aufnehmen, beim Kofferraumvolumen wird er vom Opel Omega geschlagen und bei einem Blick auf den Kraftstoffverbrauch hat die Mercedes-Benz C-Klasse die Nase vorn. Doch der Volkswagen kann mit einem perfekt abgestimmten Gesamtpaket überzeugen. Trotzdem führte er hinter dem VW Golf nur ein Schattendasein und hatte auch noch mit der konzerninternen Konkurrenz wie dem Audi A4 , dem Seat Toledo und dem Skoda Octavia zu kämpfen.

Fazit

Optisch macht der VW Bora auch heute noch eine gute Figur. Und die Verarbeitung ist ebenfalls hervorragend. Also eigentlich stimmen alle Voraussetzungen für ein erfolgreiches Auto. Aufgrund der vielen Ausstattungs- und Motorvarianten gibt es theoretisch eine große Modellpalette an Gebrauchtwagen. Doch leider kam der Wagen vor allem in Deutschland nicht besonders gut an, dafür war die Konkurrenz von ähnlichen Fahrzeugen einfach zu groß. Deshalb ist die Anzahl an Gebrauchtwagen doch überschaubar. Aber gerade als Familienkombi ist der VW Bora Variant sehr gut geeignet.

Fahrzeugbewertungen zu VW Bora

62 Bewertungen

4,4