Test Audi Q7 50 TDI quattro (2024): Der unterschätzte Gigant

Der Audi Q7 50 TDI quattro auf einen Blick
- Zweite Q7-Generation seit 2015
- Letztes Facelift Anfang 2024
- Viel Platz und bis zu sieben Sitzplätze
- Bis zu sechs Isofix-Plätze
- Stark in Fahrdynamik und Qualität
- Grundpreis (50 TDI) ab 82.300 Euro
Marktlage | Innenraum & Infotainment | Fahreindruck | Preise & Alternativen | Fazit
Marktlage: Stark in der Qualität, schwach im Absatz
Da brauchen wir wohl nicht lange um den heißen Brei herumzuschreiben: Der Audi Q7 verkauft sich in Deutschland mehr schlecht als recht und steht klar im Schatten des Q8. Im laufenden Jahr konnten die Ingolstädter gerade einmal 2.200 Kunden (Stand: September 2024) von ihrem großen SUV überzeugen, das erst Anfang des Jahres ein großes Facelift erfahren hat. Anders als Porsche beim Cayenne verzichtete Audi darauf, aus der Modellüberarbeitung direkt eine neue Generation zu machen, und so schreiben wir hier immer noch über den Q7 des Typs 4M – auf dem Markt seit 2015.
Damit ist der 5,05 Meter lange Allradler, nach dem Wegfall von TT und A4, das älteste Modell im Programm von Audi. Macht ihn das zu einem schlechten Auto? Beileibe nicht. Wir würden eher von einem gereiften Fahrzeug sprechen, das insbesondere im Innenraum noch einmal die Fahne für die typische Audi-Qualität hochhält. Bis auf einen nackelnden Gangwahlhebel gab es nichts zu beanstanden. Hervorzuheben ist dagegen die hohe Lederqualität, teils dick geschäumte Kunststoffe und der weitestgehende Verzicht auf Hartplastik.
Innenraum & Infotainment: Raum für Entfaltung
Für mindestens 79.300 Euro darf man derlei freilich auch erwarten, doch wirkt der Audi Q7 zum Teil deutlich wertiger verarbeitet als seine Mitstreiter aus dem Hause Mercedes und BMW. In Sachen Bedienung gewinnt, rein subjektiv, ebenfalls der Ingolstädter. Übersichtlich gestaltet und meist einfach in der Handhabung, stellt das MMI Plus keine erhöhten Anforderungen an den Fahrer. Der Verzicht auf ein Beifahrerdisplay ist heutzutage ebenfalls schon eine Erwähnung wert – man muss nicht jedem Trend hinterherlaufen, wenngleich A5 und Q6 bereits das Gegenteil beweisen.
Neben der Qualität punktet der große Audi auch in Sachen Raumangebot. Vorne wie hinten sitzt es sich sehr bequem, die optionale Rücksitzbank Plus steigert die Variabilität in Reihe zwei zusätzlich. Interessant für alle Großfamilien: Im Audi Q7 wird nicht nur optional eine dritte Sitzreihe angeboten; zusammen mit der als Extra erhältlichen Befestigung für den Beifahrersitz stehen sogar bis zu sechs Isofix-Plätze zur Verfügung. Weniger Kind, mehr Kegel? Dann erfreut man sich über ein Kofferraumvolumen von 865 bis 2.050 Litern, und bereits der schwächste Diesel darf Anhänger bis zu 3,5 Tonnen ziehen.
Fahreindruck: Der starke V6 TDI ist eine Bestbesetzung
Wahrscheinlich würde eben dieser 3,0-Liter-V6-TDI, bezeichnet als 45 TDI quattro, zum Reisen sogar ausreichend sein. 231 PS und 500 Nm Drehmoment waren bei der ersten Audi-Q7-Baureihe schließlich noch ein technischer Meilenstein, bevor etwas später der V8-Diesel zum Einsatz kam. Letzteren gibt es in unserem Testprobanden freilich nicht mehr, aber auch der deutlich als Selbstzünder wahrnehmbare 286 PS und 600 Nm starke 50 TDI quattro ist kein Kind von Traurigkeit. In 6,1 Sekunden wird das 2,3 Tonnen schwere Schiff aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigt, und Schluss ist bei Tempo 241. Derweil lag unser Testverbrauch über zwei Wochen bei 9,2 Litern je 100 Kilometer, gemäß Bordcomputer.
Zwar hat Audi im Zuge der Modellüberarbeitung Anfang 2024 nichts von einem Motorenupdate geschrieben, jedoch wirkt der in Vergangenheit oft als zugeschnürt betitelte Mildhybrid-Sechszylinder für unser Dafürhalten wieder etwas freudvoller. Gekoppelt ist der Antrieb an ein gut abgestimmtes Achtgang-Automatikgetriebe, der Quattro-Allradantrieb ist obligatorisch. Leider nicht im Serienumfang des Q7 enthalten ist das empfehlenswerte Luftfahrwerk, das wir ob seiner Ausgewogenheit sehr schätzten. Noch mehr Agilität versprechen die optionale Allradlenkung sowie eine aktive Wankstabilisierung.
Audi Q7: Preise & Alternativen
Wenngleich nicht offen kommuniziert, dürfte der Audi Q7 in gewisser Weise die Erbfolge des Audi A8 als Chauffeurs-Flaggschiff der Marke antreten. Während die Limousine wohl ohne direkten Nachfolger eingestellt wird, darf der jetzige Q7 noch bis Anfang 2030 Dienst tun. Nichtsdestotrotz: Ein günstiger Spaß ist auch das große SUV nicht. Selbst unser Testwagen, eher übersichtlich ausgestattet, brachte es bereits auf über 110.000 Euro. Wer auf die zahlreichen Individualisierungsoptionen zurückgreift, knackt auch locker die Marke von 140.000 Euro. Dafür gibt es dann ein stattliches Trumm Auto mit viel Platz und einer ausgezeichneten Verarbeitung.
Mitbewerber gibt es freilich viele: Mercedes GLE, Porsche Cayenne und BMW X5 buhlen um die Gunst der Käufer. Aber auch hausintern wird deutlich häufiger zum Audi Q8 gegriffen und Volkswagen zeigt mit dem frisch überarbeiteten Touareg auf der gleichen MLB-Konzern-Plattform eine interessante und deutlich günstigere Alternative auf. Obwohl sich der Touareg ebenfalls sehr komfortabel gibt und auch beim Platz nicht geizt, ist der Audi noch etwas luftiger, in Details besser verarbeitet und verfügt über ein deutlich besseres Infotainment-System.
Fazit
Der Audi Q7 steht bei den Absatzzahlen klar im Schatten des Q8, aber selbst der deutlich teurere BMW X7 wurde zuletzt in Deutschland häufiger verkauft. Nach unserer Testfahrt können wir uns die Zurückhaltung bei den SUV-Käufern nur schwer erklären – denn auch die Mitbewerber sind allesamt teuer, der Q8 etwas weniger praktikabel. Qualitativ, fahrdynamisch, aber auch beim Raumangebot kann der Audi Q7 in seiner Klasse weiterhin brillieren. Maximal das Infotainment-System könnte für viele zu altbacken wirken. Wer sich dennoch für einen dieser großen Ingolstädter entscheidet, erhält ein Auto, das es stellenweise sogar mit dem Bentley Bentayga aufnehmen kann. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)
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