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Porsche Cabrio

Mit dem Porsche 356 beginnt die Cabrio-Tradition des Sportwagenbauers

Als der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche Ende der 1940er Jahre mit der Serienproduktion seines Premierenmodells der Baureihe 356 begann, realisierten die Konstrukteure auf der Basis des Coupés bereits kurz nach dem Marktstart im Jahr 1948 zwei offene Karosserieversionen, die als Cabriolet und Speedster vermarktet wurden und die Tradition der Porsche Cabriolets begründeten. Eine aufwändige Sicherheitskonstruktion für die mit einem per Hand versenkbaren Stoffverdeck gefertigten Modelle war zu dieser Zeit noch nicht der Standard, sodass die verschiedenen Karosserieversionen leichter voneinander abgeleitet werden konnten. Das änderte sich insbesondere wegen der inzwischen erfolgten Verschärfung der Vorschriften bei der Entwicklung der Nachfolgegeneration des Porsche 356, die im Jahr 1963 als Porsche 911 ihre Marktpremiere feierte und für viele Jahrzehnte das Programm des Herstellers dominieren sollte. Die Lösung des Sicherheitsproblems: Porsche entwickelte für seinen 911er ein Targadach mit Überrollbügel, sodass die Targas vorerst die Rolle der klassischen Cabriolets übernehmen konnten. Erst Anfang der 1980er Jahre gab es dann ein echtes 911er-Cabrio. Seither gehörten die offenen Versionen zum festen Programm des Stuttgarter Produzenten, der in späteren Baujahren auch Cabrio-Varianten seiner Modelle Porsche 944 und 968, den als Roadster vermarkteten Boxster sowie Supersportwagen mit offenem Dach anbot.

Die frühen Porsche Cabrios werden heute als Classic Cars hoch gehandelt

Die im Zeitraum von 1948 bis 1965 gefertigten Ur-Porsche gehören auf dem Markt für Gebrauchtwagen längst zu den absoluten Raritäten. Das gilt in besonderem Maß für die Cabrios der frühen Baujahre, die in Zuffenhausen in dieser Zeit mit klassischem Textilverdeck sowie seit Ende der 1950er Jahre auch in einer Variante mit einem herausnehmbaren Hardtop entstanden. Da die offenen Modelle in den Nachkriegsjahren in erster Linie auf dem finanzkräftigen US-Markt abgesetzt werden sollten, vermarktete der Hersteller die Cabriolets der ersten Bauphase unter dem englischen Begriff Porsche Convertible. In der Basisversion lieferten die Schwaben ihre Cabriolets mit einem 1,6 Liter Boxermotor aus, der über ein noch bescheidenes Leistungspotential von maximal 55 kW (75 PS) verfügte. In den 1960er Jahren stieg die Leistung der Cabrios in der Carrera-Version dann auf bis zu 96 kW (130 PS). Die letzten offenen Modelle des 356er Baureihe liefen 1965 in zwei Motorisierungen mit 55 kW (75 PS) und 70 kW (95 PS) vom Band.

Porsche Cabriolets als Einstiegsmodelle

Nachdem die Schwaben Anfang der 1980er ihre klassische Baureihe der 911er um eine offene Modellvariante ergänzt hatten, sollten auch die als Einstiegsmodelle neu eingeführten Porsche 944 durch eine Variante mit klappbarem Textilverdeck aufgewertet werden. In den Generationen des 944 und seines Nachfolgers vom Typ 968 produzierten die Schwaben die Frischluftvarianten bis 1995 mit S2- und Turbo-Ausstattung. Während ihrer Produktionszeit standen die Einsteiger-Cabriolets im Schatten der 911er, doch machten sie als Gebrauchte an Boden gut. Denn sie wurden in eher kleiner Stückzahl von nur wenigen tausend Exemplaren gefertigt und waren damit sehr viel rarer als die klassischen Cabriolets, die Porsche in den unterschiedlichen Generationen seines 911ers anbot. Aber auch einen Nachfolger der fast vergessenen offenen Einstiegsmodelle sollte es bald geben: Mit seinem Boxster präsentierte der Hersteller 1996 einen Zweisitzer unterhalb der Porsche 911. Der blieb zwar dauerhafter im Programm als der 944, wurde jedoch als Roadster vermarktet und machte den 911er Cabrios nicht wirklich Konkurrenz.

Im Jahr 1983 stellt Porsche den Targas die ersten 911er-Cabrios an die Seite

Der Übergang vom Urmodell 356 zur 911er Baureihe war für die Cabrio-Enthusiasten zunächst mit einer Enttäuschung verbunden: Außer dem Targa hatte Porsche im Zeitraum von 1965 bis 1982 nämlich keine offene Karosserieversion im Programm. Erst mit dem Modelljahr 1983 präsentierten die Stuttgarter mit dem 911 SC ein Modell mit versenkbarem Stoffverdeck, dem 1989 ein mit modifiziertem Heck und kleinerem Verdeck ausgestatteter Speedster an die Seite gestellt wurde. Während die Speedster es nur in die Kleinserie schafften und auch später eher eine Ausnahmeerscheinung blieben, wurden die 911er-Cabrios zu einem der wichtigsten Imageträger von Porsche, die relativ hohe Absatzzahlen erreichten und daher in den folgenden Generationen stets neu aufgelegt wurden.

Die Porsche Cabrios des Typs 964 und 993

In der Bauphase des Porsche 964 von 1988 bis 1994 brachte der Produzent die Cabriolets des 911er in zwei Leistungsstufen sowie erstmals auch mit einem Allradantrieb ausgestattet auf den Markt. Zur Auswahl standen die Carrera 2 mit herkömmlichem Heckantrieb sowie das Carrera 4 Cabrios in der Allradversion. Beide bezogen aus ihrem 3,6 Liter Boxermotor eine Leistung von 184 kW (250 PS). Damit erreichten die offenen Modelle eine Höchstgeschwindigkeit von gut 260 Stundenkilometern und legten den Standardspurt von null auf 100 km/h innerhalb von knapp 5,7 Sekunden zurück. Im Bauzeitraum von 1993 bis 1998 erweiterte der schwäbische Sportwagenhersteller das Motorenprogramm und brachte neben Carrera 2 und Carrera 4 nun auch S-Varianten in den Handel. In der stärksten Ausführung konnten die 911er-Cabriolets des Typs Porsche 993 in der Serienversion nun auf bis zu 210 kW (286 PS) zugreifen.

Die Porsche Cabrios vom Typ 996, 997 und 991

Mit dem Wechsel zum Porsche 911 des Bautyps 996 stellte der Hersteller seine Cabriolets mit einer im Vergleich zum direkten Vorgänger stärker modifizierten Karosserie vor, die auf eine Länge von fast 4,44 Meter gestreckt worden war. Auch bei der Technik gab es einen Einschnitt: Die ab dem Jahr 1998 hergestellten Modelle waren die ersten Cabrios von Porsche, die mit einem wassergekühlten Boxermotor ausgeliefert wurden. Die offenen 911er waren bis zur Ablösung durch den Porsche 997 in den Leistungsstufen von 221 kW (300 PS) bis 235 kW (320 PS) als Carrera mit Heckantrieb und als Allradmodell zu bekommen. Mit der Generation des Porsche 997 kehrten die Konstrukteure auch beim Cabriolet zu den klassischeren Formen der 911er-Baureihe zurück und hoben die Leistung des Spitzenmodells auf bis zu 261 kW (355 PS) an. Ebenfalls wieder stark am Klassiker-Look orientiert traten die Cabrios des Typs 991 im Jahr 2011 die Nachfolge an.

Porsche Cabriolets als Supersportwagen der Baureihen GT und 918

Während die Cabriolets der klassischen Baureihe 911 dem eleganten Stil und dem Understatement verpflichtet waren, durften die offenen Supersportwagen ein ganz anderes Gesicht von Porsche zeigen. Spektakulär, auf Hochleistung getrimmt und im Detail an Modellen orientiert, die im Rennsport von den Profis eingesetzt wurden. Ein Beispiel dafür war der als Cabriolet gebaute Carrera GT, der im Zeitraum zwischen 2003 und 2006 in einer Kleinserie gefertigt wurde. Ähnlich der Nachfolger Porsche 918, mit dem der Hersteller erstmals in einem Cabrio aus der Klasse der Supersportwagen einen Hybridantrieb in Kleinserie realisierte.