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SEAT SUV

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Die Konzernmutter VW gibt den Takt der SUV-Entwicklung bei SEAT vor

In einem großen internationalen Markenverbund, wie ihn der niedersächsische Autokonzern Volkswagen schuf, wird es mit jeder Übernahme und jedem Zukauf schwieriger, die unterschiedlichen Marken voneinander abzugrenzen. Die teils auf eine lange Tradition zurückblickenden einzelnen Hersteller konnten zwar die Vorteile nutzen, die sich durch die gemeinsame Verwendung von technischen Komponenten ergab und auf dieser Grundlage eine eigenständige Modellpolitik verfolgen. Aber sobald eine Entwicklung der abseits von Wolfsburg agierenden Konstrukteure drohte, zur konzerninternen Konkurrenz zu werden, legte die Zentrale oftmals ihr Veto ein. Diese Erfahrung machte auch die spanische VW-Tochter SEAT, die sich als Spezialist für kleinere Modelle erst spät durchsetzen konnte, als es um die Erweiterung des Kombi-Programms in der Kompaktklasse ging. Allerdings konnte SEAT da letztlich doch einen Erfolg für sich verzeichnen und ab dem Jahr 2012 nicht nur einen eigenen kompakten Fünftürer in sein Programm aufnehmen. Vielmehr gaben die Wolfsburger auch ihr Einverständnis für eine Crossover-Variante des Kompakten, die Elemente von Kombi und Sport Utility Vehicle (SUV) miteinander verbinden sollte. Auch Allradantriebe durfte SEAT in seinen unterschiedlichen Baureihen schließlich anbieten. Damit aber hörten die Zugeständnisse von VW vorerst auf. Die SEAT-Manager aber hatten sich da längst schon ein neues Ziel gesetzt: Wenn die Konzernmutter mit ihren kompakten und großen Sport Utility Vehicles erfolgreich war, dann wollten die Spanier wenigstens einen eigenen Crossover in der Kompaktklasse entwickeln dürfen.

Mit dem Tribu zeigt SEAT im Jahr 2007 erstmals eine seriennahe SUV-Studie

Tribu nannten die Spanier ihre erste seriennahe SUV-Studie, die sie im Jahr 2007 auf der Frankfurter Automesse IAA der Öffentlichkeit vorführten. Verantwortlich für das Designkonzept war der Belgier Luc Donckerwolke, der zuvor bereits Entwürfe für die Audi-Tochter Lamborghini realisiert hatte. Im Vergleich zu den Supersportwagen fiel das SEAT SUV auffällig unspektakulär aus. Mit einer Länge von gut 4,22 Metern und einem Radstand von 2,52 Metern orientierte sich die SUV-Studie von SEAT ziemlich exakt an den Dimensionen, die von einem Kompakt-SUV der Spanier erwartet werden konnten. Auch die im Stil typischer Crossover-Modelle gezeichnete Front mit ihrem herkömmlichen SEAT-Kühlergrill in Trapezform hätten die Betrachter sich so bei einem Serienmodell vorstellen können. Das einzige Zugeständnis an die normalerweise etwas verrückteren Entwürfe eines Concept Cars machte der Tribu in der Rückansicht: Statt einer normalen Heckklappe zeigte das SUV des SEAT-Entwicklungsteams eine weit auf den Boden reichende Ganzglaskonstruktion, in der die Rückleuchten integriert waren.

Der Tribu gibt einen Ausblick auf die späteren SUV des Herstellers SEAT

Der unter Produktionsgesichtspunkten fast unverändert realisierbar erscheinende Entwurf für den Tribu weckte bereits Erwartungen, dass die Spanier schon im Jahr 2008 oder 2009 mit einem Serien-SUV an den Start gehen würden. Dass der Tribu als bloße Hülle in Frankfurt auftrat und sich unter seiner Motorhaube nichts verbarg, musste dafür kein Hinderungsgrund sein. Denn schließlich stand mit der Technik des VW Tiguan im Konzern nicht nur eine geeignete Plattform zur Verfügung, die von SEAT hätte genutzt werden können. Auch die Motorenpalette des Kompakt-SUV der Konzernmutter wäre für den Tribu durchaus passend gewesen. Doch noch hielten die Wolfsburger ihre Zustimmung zu einem eigenen SUV im Programm der Spanier zurück.

Hybridantrieb für die SUV-Studie SEAT IBX des Jahres 2011

Während die internen Diskussionen weiterliefen, stoppten die Entwicklungsarbeiten im SEAT-Konstruktionszentrum im spanischen Martorell nicht. Im Gegenteil, die Ingenieure wurden mit der Aufgabe betraut, die bereits im Jahr 2010 auf der Genfer Autoschau als Hybridlimousine gezeigte Studie IBE in Form eines SUV zu entwickeln. Schon gut ein Jahr später konnte SEAT mit dem IBX ein Concept Car in der Karosserieform eines SUV in den Messeräumen auffahren lassen. Als Elektrofahrzeug brachte der IBX eine für SEAT bis dato neue Technik, sodass nicht damit gerechnet wurde, das Hybridmodell in unmittelbarer Zukunft in der Serie umgesetzt zu sehen. Dafür jedoch sorgte der wiederum als realitätsnah eingestufte Designansatz des Zukunftsmodells für Aufmerksamkeit.

Mit dem IBX zeigt SEAT sein erstes SUV im Stil von Coupés

Unterschiedliche Stile miteinander zu vermengen und die starren Grenzen aufzuheben, die in früheren Jahren den Karosseriebau auf wenige einheitliche Formen festlegten - das war der große Trend, als SEAT sein Konzept des IBX öffentlich machte. Und auch die Spanier folgten der neuen Designfreiheit. Zwar war der IBX in seinen Proportionen und in seinen wesentlichen Zügen noch immer dem Premieren-SUV Tribu sehr ähnlich. Doch hatten die SEAT-Designer den Dachaufbau nun so verändert, dass die Linienführung an ein Coupé erinnerte. Die klar konturierte Front und die insgesamt sachliche Formensprache des IBX ließen das SUV-Coupé nun noch seriennaher wirken als die Studie Tribu. Damit war zwar längst nicht klar, wie das lang erwartete SEAT-SUV nun wirklich in der Serie aussehen würde. Aber immerhin konnte das spanische Unternehmen dann im Frühjahr 2014 verkünden, dass der Vorstand der Wolfsburger Konzernmutter grünes Licht dafür gegeben habe, dass das erste echte SUV von SEAT ab dem Jahr 2016 in Serie gehen konnte.

Das erste SUV von SEAT soll ab 2016 als kompakter Crossover in Serie gehen

In der Serie sollte sich zeigen, dass die Beobachter richtig gelegen hatten, die den beiden vorherigen Studien Tribu und IBX zugetraut hatten, so oder sehr ähnlich in die Produktion übernommen zu werden. Auffälligster Unterschied: Die Serienversionen liefen wie alle klassischen SUV als Fünftürer vom Band. Die Konzeptautos waren auch noch als Dreitürer aufgetreten. Ansonsten übernahmen die Designer wesentliche Elemente des IBX. So sollte das SUV von SEAT wenigstens mit dezent abfallender Dachlinie vorfahren, damit etwas vom Konzept eines Sportcoupés in SUV-Gestalt erhalten blieb, wie es die Studie vorgeführt hatte und wie es zum sportlichen Image der spanischen VW-Tochter passte. Da als Datum für die Marktpremiere das Jahr 2016 gewählt wurde, hatte Volkswagen wieder den Rhythmus vorgegeben. Denn die Wolfsburger wollten im Jahr 2015 mit der zweiten Generation des Tiguan zunächst ihre eigene Neuentwicklung auf den Märkten einführen. Spekuliert wurde inzwischen darüber, ob mit der Freigabe für ein Crossover-Modell nach Tiguan-Vorbild auch die tschechische VW-Tochter Skoda von der größeren Liberalität bei der Programmgestaltung profitieren würde. Skoda hatte mit dem Yeti bereits einen kleinen Crossover in der Produktion, der entweder durch ein vom SEAT-SUV abgeleitetes neues Modell abgelöst oder aber auf dessen Basis neu aufgelegt werden konnte.