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ZAZ

Aktuelle ZAZ Topmodelle im Überblick

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ZAZ

Die ukrainische ZAZ ist einer der ältesten Automobilhersteller weltweit. Die Abkürzung steht für „Saporisky Awtomobilebudiwny Sawod“ (daher früher auch „SAS“) und heißt übersetzt in etwa „Saporischjaer Automobilbauwerk“, womit auch gleich der Sitz des Unternehmens in der Stadt Saporischschja der südlichen Ukraine genannt ist. Der noch im Russischen Reich gegründete Hersteller begann zunächst mit der Produktion verschiedener Industriegüter, vornehmlich aus den Bereichen Technik und Landwirtschaft, und wechselte oftmals den Besitzer. Die Fertigung von Autos fand erst Ende der 50er Jahre zu Zeiten der Sowjetunion ihren Anfang und hat sich bis heute nicht zuletzt durch Lizenzproduktionen für Mercedes-Benz und General Motors etabliert. Im Jahr 2013 erreichte ZAZ erstmalig vor den Marken des südkoreanischen Hyundai, des russischen WAZ und des chinesischen Geely den besten Absatz auf dem ukrainischen Automarkt.

Die Zeit bei ZAZ vor dem ersten Auto

Der zur evangelischen Freikirche der Mennoniten gehörende Abraham Jacob Koop gründete im südlichen Stadtteil des heutigen Saporischschja im Jahr 1863 eine kleine Fabrik. Damals handelte es sich dabei noch um ein Dorf, das wegen seiner überwiegend deutschsprachigen Bürger unter dem deutschen Namen Schönwiese bekannt war – wie auch einige andere Dörfer in Russland, Tschechien und Polen (früheres Ostpreußen). Zu Beginn stand die Herstellung von Heuschneidegeräten und eiserner Teile für Windmühlen im Vordergrund. Schon bald verlagerte Koop den Schwerpunkt seiner Firma aber auf die Herstellung von Maschinen und Ausrüstungen für die Landwirtschaft. Für diesen Zweck legte er sein Werk mit drei weiteren kleinen Fabriken zusammen.

Zur Zeit des Russischen Bürgerkriegs ab 1918 kam es zur Enteignung der Familie Koop durch das kommunistische Regime – die Fabrik wurde ab 1921 unter der Bezeichnung „Kommunar“ weitergeführt und der Fokus auf Landmaschinen beibehalten. So entstand im Jahr 1929 der erste Dreschkasten bzw. die erste Dreschmaschine, von der von 1930 bis 1952 knapp 130.000 Stück serienmäßig produziert wurden.

Die erste Baureihe: der Saporoshez SAS

Erst Ende der 50er Jahre begann ZAZ mit der Entwicklung erster Fahrzeuge zu experimentieren, wobei 1958 die beiden Prototypen Moskvich 411 und 444 entstanden. Deren Design bildete die Grundlage für die selbsttragende Karosserie des ersten kommerziellen Modells, das Mitte 1959 ebenfalls zunächst als Prototyp präsentiert wurde: Der zweitürige Kleinwagen Saporoshez SAS 965 leitete die 1960 bis 1994 in Serie produzierte Baureihe Saporoshez ein. Das erste Modell SAS 965 erlangte allein schon durch seine eher eigentümliche Bauweise schnell Bekanntheit: Der luftgekühlte V-Motor mit vier Zylindern, 746 ccm Hubraum und einer Leistung von 17 kW (23 PS) fand im Fahrzeugheck seinen Platz. Augenscheinlich auffällig war hingegen der Einsatz sogenannter „Selbstmördertüren“, also Fahrzeugtüren, die hinten statt vorne angeschlagen sind. Zu dieser Zeit ebenso ungewöhnlich zeigten sich die an den Fiat 600 anmutenden, sehr rundlichen Formen von Motorhaube, Dach und Heck – aus diesem Grund war das Modell in der Sowjetunion übersetzt auch als „der Bucklige“ bekannt. Dieses Design blieb ferner bei der Facelift-Variante genau so erhalten: Der Saporoshez SAS 965A kam bereits 1962 auf den Markt und war mit einem größeren und leistungsstärkeren Motor ausgestattet. Ein Jahr später lief die Produktion des Vorgängers SAS 965 aus. Ab 1965 begann der ukrainische Hersteller schließlich, seine Fahrzeuge in mehrere ost- und westeuropäische Länder zu exportieren. In Belgien, den Niederlanden, Skandinavien, Finnland und Dänemark kannte man den SAS 965A als Jalta oder schlicht als ZAZ, in Österreich erhielt das Modell den Namen „Eliette“ – unter den deutschsprachigen Ländern wurde es einzig in der DDR mit dem originalen Markennamen Saporoshez verkauft. In Deutschland hörte man von dem Wagen daher häufig unter dem Spitznamen „Saporosch“ oder einfach „Sapo“. 1969 endete die Produktion des SAS 965A.

Doch schon ab 1966 rollte, zur Jahreszahl passend, der Nachfolger Saporoshez SAS 966 vom Band. In Sachen Motor und Technik brachte das Modell zunächst kaum etwas Neues, allerdings orientierte sich die Karosserie nun stark am Prinz4 der damaligen NSU-Werke – auch die Türen waren nun vorne angeschlagen. Bereits ein Jahr später erhielt der SAS 966 einen stärkeren V4-Motor, der aus 1.197 ccm Hubraum nun 29 kW (40 PS) hervorbrachte. Mit nur sechs Jahren Produktionsdauer bis 1972 war der SAS 966 das zeitlich am kürzesten gebaute Modell.

Die 1971 eingeführte dritte Generation Saporoshez SAS 968 kam zwar nun auch technisch rundum überarbeitet auf den Markt, dafür änderte sich abgesehen von kleineren Details nur wenig an der Karosserie. Doch galt das wie schon beim Vorgänger nur für kurze Zeit, denn schon 1973 folgte das überarbeitete Facelift-Modell SAS 968A. Von dieser Serie erreichte 1976 das millionste Fahrzeug den Kunden. Es wurde bis 1979 gebaut und ist am fehlenden Chrom-Kühlergrill zu erkennen – an der Motorisierung mit rund 40 bis 45 PS änderte sich dagegen nicht viel.

Zum nächsten und letzten Nachfolger Saporoshez SAS 968M fand die Ablösung beinahe nahtlos im Jahr 1979 statt. Hier hatten die Designer nochmals ein Wörtchen mitzureden und versahen das Modell mit einer geglätteten Karosserie, sogar nun mit Verzicht auf die bisher angebrachten, großen seitlichen Lufteinlässe – außerdem mit rechteckigen Rückleuchten, neuen Stoßstangen, neuem Armaturenbrett und größerem Kofferraum. Obgleich der Anteil an Chromteilen beim letzten Saporoshez nochmals weiter zurück ging, kamen an anderen Stellen neue Kunststoffteile hinzu, die eine Gewichtsersparnis von rund 40 kg ermöglichten. Die Produktion des SAS 968M lief noch bis 1994 weiter – in seiner 34-jährigen Lebenszeit wurden mehr als 3,4 Millionen Modelle der Marke Saporoshez hergestellt. Sein von ZAZ betitelter Nachfolger ist bis dahin aber schon längst kein Neuer mehr auf dem Fließband: der ZAZ 1102 Tavria ab 1987.

Die zweite Baureihe: ZAZ Tavria

Mit Einführung der neuen Baureihe änderte sich so einiges, beginnend beim Namen, der nun auf ZAZ und nicht mehr auf SAS hörte. Technisch brisant war der Umstieg vom Heck- zum Frontmotor und damit auch vom Heck- zum Frontantrieb. Außerdem erfolgte die Kühlung der Motoren nun durch Wasser, denn die luftgekühlten Saporoshez-Motoren hatten eine gewisse Neigung zum Überhitzen. Selbst optisch haben die zuletzt ähnlich dem Trabant gebauten Saporoshez-Fahrzeuge kaum Gemeinsamkeiten mit der an den alten VW-Polo erinnernden Tavria-Baureihe. Das erste Modell, das all diese Neuerungen vereinte, war der ZAZ-1102 Tavria mit Fließheck ab dem Jahr 1987. Mit ab diesem Zeitpunkt zwei verschiedenen Modellen auf dem Markt, konnte ZAZ seinen Umsatz schnell weiter steigern und ließ 1989 das dreimillionste Fahrzeug vom Band rollen.

Im Zuge der Produktionseinstellung des SAS 968M konzentrierte sich das Unternehmen ab 1994 nun ganz auf die Weiterentwicklung des Tavria, dessen Produktion erst 2011 eingestellt wurde. Bis dahin erschienen aus der Tavria-Baureihe folgende Modelle: Ab 1993 kam erst die Kastenwagen-Version ZAZ-110550 Tavria Pick-Up auf den Markt, dann ab 1994 die fünftürige Kombi-Version ZAZ 1105 Dana und als deren Nachfolger ab 1999 schließlich der ebenfalls fünftürige ZAZ 1103 Slavuta.

ZAZ nach dem Ende der eigenen Baureihen

Heute stellt ZAZ seine Fahrzeuge vorwiegend in Lizenz für andere Automobil-Unternehmen her und unterhält kaum noch eigene Entwicklungen: So wurde 1997 aus dem Daewoo Lanos beispielsweise der ZAZ Lanos, der Chevrolet Aveo verwandelte sich 2006 zum ZAZ Vida und der seinerseits auf dem Seat Toledo basierende Chery Fulwin 2 kam in Gestalt des ZAZ Forza auf den Markt. Seit 2002 fertigt ZAZ die E Klasse und die ML Klasse in Lizenz für Mercedes-Benz, außerdem für Opel den Astra, den Vectra und den Corsa.

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