EICMA in Mailand: Motorrad-Neuheiten für 2026 | Teil 2

Teil 2 der EICMA Motorrad-Highlights: Von der Ducati Hypermotard V2 über den Crossover-Tourer Suzuki SV-7GX und die große Reiseenduro CFMoto 1000MT-X bis hin zu weiteren italienischen Stil-Ikonen – allen voran die MV Agusta Brutale Serie Oro. Die spannendsten Neuheiten in der Klasse über 125 cm³.

Highlights der EICMA 2025 | Teil 2

Ducati Hypermotard V2: Supermoto-Feeling pur

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Zwanzig Jahre nach der Premiere des ersten Prototyps auf der EICMA 2005 präsentiert Giulio Fabbri, Head of Product Communications, die bereits vierte Generation des Funbikes – die neue Ducati Hypermotard V2. Das ursprüngliche Konzept wurde mit modernster Technik und dem neuen 890-cm³-V2-Motor kombiniert. In der Hypermotard V2 leistet dieser 120 PS (88 kW) und liefert 94 Nm Drehmoment. Der neue Monocoque-Rahmen integriert den Motor als tragendes Element, sorgt für hohe Steifigkeit und ein Gewicht von nur 180 kg (ohne Treibstoff). Dank 13 Kilogramm Gewichtseinsparung gegenüber der Vorgängerin ist sie die bisher leichteste und leistungsstärkste Hypermotard. Die im Bild gezeigte SP-Version bringt noch einmal drei Kilogramm weniger auf die Waage.

Ducati Monster: Fünfte Generation der Naked-Ikone

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Seit ihrer Premiere 1992 gilt die Ducati Monster als der Klassiker unter den sportlichen Naked Bikes. Die fünfte Generation ist leichter, moderner und wieder näher am Originalkonzept. Der neue 890-cm³-V2 leistet in der Monster 111 PS (82 kW) und liefert 91 Nm Drehmoment. Der Motor ist dank variabler Ventilsteuerung sparsamer und kompakter als bei der Vorgängerin. Mit einem Leergewicht von 175 kg (ohne Treibstoff) ist die Ducati Monster insgesamt um vier Kilogramm leichter geworden. Der Monocoque-Rahmen, Showa-Fahrwerk, Brembo-Bremsen und das umfangreiche Elektronikpaket ermöglichen sportliche Fahrpräzision bei maximaler Alltagstauglichkeit.

Ducati Diavel V4 RS: Power-Cruiser auf Superbike-Niveau

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Als neues Mitglied der RS-Familie erweitert die Ducati Diavel V4 RS die Power-Cruiser-Baureihe mit klarem Fokus auf Performance. Der 1.103 cm³-Desmosedici-Stradale produziert 182 PS (134 kW) und 120 Nm — 14 PS mehr als in der Standardversion. Gleichzeitig wurde das Gesamtgewicht um drei Kilogramm gesenkt. Die Ducati Diavel V4 RS beschleunigt damit in gerade einmal 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das hochwertige Öhlins-Fahrwerk ermöglicht in Kombination mit Brembo Stylema-Bremssätteln ein noch präziseres Fahrerlebnis.

Suzuki SV-7GX: Crossover-Tourer nicht nur für Einsteiger

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Mit der neuen Suzuki SV-7GX präsentiert der japanische Hersteller einen vielseitigen Crossover-Tourer, der Agilität mit hohem Langstreckenkomfort verbindet. Basis ist der überarbeitete 645-cm³-V2 aus der V-Strom 650, der 73 PS (54 kW) und 64 Nm liefert. Die Ausstattung umfasst Ride-by-Wire, unterschiedliche Fahrmodi, mehrstufige Traktionskontrolle und einen bidirektionalen Quickshifter. Das Gewicht von 211 Kilogramm und die niedrige Sitzhöhe von 795 Millimetern garantieren Einsteigerfreundlichkeit. Das verstellbare Windschild, Handprotektoren und ein 4,2-Zoll-TFT-Farbdisplay mit Smartphone-Anbindung unterstreichen den Tourenfokus der neuen Suzuki SV-7GX.

Suzuki GSX-R1000R: Supersportler mit Rennstrecken-Genen

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Zum 40-jährigen Jubiläum der GSX-R-Familie erscheint eine Weiterentwicklung der Suzuki GSX-R1000R, die Rennsporttechnik mit Straßentauglichkeit verbindet. Der 999-cm³-Reihenvierzylinder leistet 195 PS (144 kW) und ein Drehmoment von 110 Nm. Er bietet einen breit nutzbaren Drehzahlbereich sowie ein sehr sportliches Ansprechverhalten. Die Elektronik der 203 Kilogramm schweren Suzuki GSX-R1000R beinhaltet Traktionskontrolle, mehrere Fahrmodi, Quickshifter und ein Bremssystem, das auch in Schräglage unterstützt.

Suzuki GSX-8TT: Retro-Bike mit moderner Technik

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Die Suzuki GSX-8TT verbindet klassische Linien mit zeitgemäßer Ausstattung und erinnert optisch an die legendäre T500. Der 776-cm³-Parallel-Twin leistet 83 PS (61 kW) und liefert 78 Nm Drehmoment. Prägend für den Retro-Auftritt sind die kompakte Halbschalenverkleidung und der markante Motorspoiler. Der klassische Stahlrahmen, die hochwertigen KYB-Federelemente und die leichten Gussräder sorgen für ein präzises Fahrgefühl. Traktionskontrolle, mehrere Fahrmodi, Quickshifter und ein 5-Zoll-TFT-Farbdisplay unterstreichen die moderne Seite der 203 Kilogramm schweren Suzuki GSX-8TT.

Harley-Davidson Street Glide: Neue Farben für die Touring-Queen

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Technisch bleibt die Harley-Davidson Street Glide für 2026 unverändert, erhält jedoch eine aktualisierte Farbpalette. Besonders erwähnenswert ist die neue Matt-Lackierung Aurora Blue Denim, die der Street Glide einen zusätzlichen modernen Touch verleiht. Angetrieben wird das Grand American Touring Modell weiterhin vom bekannten Milwaukee-Eight 117 V-Twin, der mit souveränem Durchzug und sattem Klang überzeugt. Die überarbeitete Batwing-Verkleidung reduziert die Turbulenzen und sorgt damit auf der Langstrecke für noch mehr Reisekomfort.

Aprilia RS 457 GP Replica: MotoGP-Look für die Kleine

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Mit der Aprilia RS 457 GP Replica bringen die Italiener eine exklusive Variante ihrer A2-Supersportlerin mit einer von der MotoGP inspirierten Lackierung und Beklebung auf den Markt. Grundlage bleibt der 457-cm³-Parallel-Twin mit 48 PS (35 kW), der als tragendes Element dient und mit dem leichten Aluminiumrahmen für ein ausgewogenes Verhältnis aus Agilität und Stabilität sorgt. Ein Quickshifter gehört serienmäßig ebenso dazu wie Bremsbeläge mit erhöhtem Reibwert für präzisere Verzögerung. Die Soziusabdeckung unterstreicht den Racing-Charakter der 175 Kilogramm schweren Aprilia RS 457 GP Replica.

CFMoto 1000MT-X: Chinas Angriff bei den großen Adventure Bikes

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Mit der CFMoto 1000MT-X präsentieren die Chinesen ihr neues Adventure-Flaggschiff. Der 946-cm³-Reihenzweizylinder leistet 111 PS (83 kW) und liefert 105 Nm Drehmoment. Ein leichter Aluminiumrahmen, voll einstellbare KYB-Federelemente und Brembo-Bremsen sorgen für solide Fahreigenschaften auf Straße und Schotter. Die Ausstattung umfasst fünf Fahrmodi, Kurven-ABS, Traktionskontrolle, Quickshifter, Tempomat und ein 8-Zoll-TFT-Farbdisplay. Mit einem Gewicht von 222 Kilogramm und einem 22,5-Liter-Tank ist die CFMoto 1000MT-X klar für große Reiseetappen ausgelegt.

CFMoto V4 SR-RR: Superbike-Prototyp mit über 210 PS

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Mit der CFMoto V4 SR-RR zeigt der Hersteller aus dem Reich der Mitte einen Supersport-Prototypen, der einen Ausblick auf die künftige SR-Baureihe gibt. Herzstück ist ein neuer 997-cm³-V4-Motor mit über 210 PS (157 kW), der das Superbike auf über 300 km/h beschleunigt. Dank des niedrigen Gesamtgewichts von unter 200 Kilogramm ist ein hervorragendes Leistungsgewicht gegeben. Die CFMoto V4 SR-RR ist mit einem semi-aktiven Fahrwerk und einer Akrapovič-Auspuffanlage ausgestattet. Ein modernes Elektronikpaket mit zahlreichen Assistenzsystemen soll maximale Kontrolle auf Straße und Rennstrecke ermöglichen.

Royal Enfield Bullet 650: Klassiker bekommt Zweizylinder

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Mit der Royal Enfield Bullet 650 präsentiert der indische Hersteller sein traditionsreichstes Modell erstmals mit dem 648-cm³-Parallel-Twin. Der luft-ölgekühlte Zweizylinder leistet 47 PS (35 kW) und liefert 52 Nm Drehmoment. Handgemalte Zierstreifen, geflügeltes 3D‑Logo und Retro-Sitzbank unterstreichen den klassischen Auftritt. Das analoge Rundinstrument wird von einer digitalen Anzeige ergänzt. Die Royal Enfield Bullet 650 wird in Europa ausschließlich in „Cannon Black“ angeboten.

MV Agusta Brutale Serie Oro: Limitiertes Edelgefährt

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Der traditionsreiche Motorradhersteller aus Varese stellt mit der MV Agusta Brutale Serie Oro eine auf 300 Stück limitierte Sonderserie des bekannten Naked Bikes vor. Der neue, ganz auf Performance getrimmte 931-cm³-Dreizylinder leistet 148 PS (109 kW) und liefert ein Drehmoment von 107 Nm. Ein voll einstellbares Öhlins-Fahrwerk, Brembo Hypure Bremsen, Matrix-LED-Scheinwerfer mit Kurvenlicht und ein 5-Zoll-TFT-Farbdisplay gehören zur Serienausstattung. Geschmiedete Räder und zahlreiche Carbonteile unterstreichen den exklusiven Charakter der MV Agusta Brutale Serie Oro.

Moto Guzzi V7 Sport: Im neuen Kleid

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Mit der Moto Guzzi V7 Sport erweiterte der Hersteller aus Mandello del Lario zuletzt seine V7-Baureihe um ein deutlich sportlicher ausgelegtes Modell. Der luftgekühlte V2 mit 853 cm³ Hubraum leistet 65 PS (48 kW) und 73 Nm. Upside-down-Gabel, zwei Bremsscheiben vorn und das umfangreichste Elektronikpaket der V7-Familie schärfen den sportlichen Anspruch. Für 2026 erhält die Moto Guzzi V7 Sport die neue Lackierung Rosso Monza, eine der ikonischsten Farben der italienischen Motorradgeschichte.

Italjet Dragster 459 Twin: Kleinerer Zweizylinder für den Kult-Scooter

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Der Hersteller aus Bologna ergänzt seine legendäre Baureihe um den Italjet Dragster 459 Twin. Dieser basiert auf derselben Plattform wie der 700 Twin, wird jedoch von einem kleineren 449-cm³-Reihenzweizylinder mit 48 PS (35 kW) und 41 Nm Drehmoment angetrieben. Das neue SmartShift-Getriebe erlaubt sowohl vollautomatischen Betrieb als auch manuelle Schaltvorgänge per Lenkertasten. Beim Design bleibt der Kult-Scooter seinem technisch geprägten Look treu: offener Gitterrohrrahmen, freistehende Mechanik und markant futuristische Linien. (Text und Bilder: Armin Hoyer)

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Armin Hoyer

Armin Hoyer ist seit 2025 als freier Redakteur für das AutoScout24 Magazin in Österreich tätig. Mit seiner langjährigen Erfahrung als Motorjournalist und Kommunikationsexperte im Automobil- und Zweiradbereich erstellt der Wahltiroler Content für die Mobilitätsbranche. Für AutoScout24 berichtet er schwerpunktmäßig über seine Erfahrungen mit gebrauchten und neu erschienenen Elektroautos sowie Motorrädern und informiert zudem über die Highlights der wichtigsten Messen des Jahres.

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