Kurztest: Alfa Romeo Spider 1.8 TBi 16V – Dieselstark

Mit zwei neuen Turbomotoren - ein Benziner und ein Diesel - verleiht Alfa Romeo dem Spider neuen Schwung. Und nicht nur der offene Zweitsitzer profitiert von den Aggregaten: Gleichzeitig finden sie in der geschlossenen Variante, dem Brera, sowie in der Mittelklasse-Baureihe 159 Verwendung.
Der 2.0 JTDM 16V genannte Selbstzünder ist eine Weiterentwicklung des bisher verbauten 1.9 Mjet, der hinsichtlich Leistung und Verbrauch optimiert wurde. Nicht zuletzt dank der Hubraumvergrößerung von 1.910 auf 1.956 Kubikzentimeter leistet der Vierzylinder jetzt 170 statt 150 PS und hat sich damit erstmals für den Einsatz im Spider qualifiziert.
Zweiter Diesel
Dort ergänzt er die Diesel-Palette nach unten, Topmodell bleibt der nach wie vor angebotene, 210 PS starke 2.4 JTDM. Mit 360 Newtonmetern zwischen 1.750 und 2.500 Umdrehungen hat das neue Triebwerk ausreichend Kraft, um den Spider flott in Gang zu setzen.
Zur Sportskanone wird der offene Zweisitzer trotz geschmeidigem Antritt und kraftvollen Durchzug allerdings nicht - dafür wiegt er mit über 1,6 Tonnen einfach zu viel. Und auch das etwas holprige Fahrwerk und die hakelige Sechs-Gang-Schaltung sprechen gegen ungetrübten Frischluft-Fahrspaß.
Downsizing
Probleme, vor denen auch das neue Highlight in der Motorenpalette nicht ganz verschont bleibt: der 1.8 TBi 16V. Damit folgt Alfa dem allgegenwärtigen Downsizing-Trend und ersetzt den bisherigen 2,2-Liter-Sauger durch einen hubraumkleineren, dafür stärkeren Turbo-Benziner.
Aus seinen nicht einmal zwei Liter Brennraum schöpft der Vierzylinder satte 200 PS. Noch beeindruckender liest sich allerdings das Drehmoment: Maximal mobilisiert der Benziner 320 Newtonmeter und kommt damit schon nahe an Diesel-Niveau heran. Aber: Die Kraft liegt bereits bei 1.400 Touren an und verweilt auf diesem Niveau bis zu 3.750 Umdrehungen. Und damit stellt der Ottomotor so manchen Selbstzünder in den Schatten.
Spritzig
So kommt es, dass der Alfa Spider mit dem neuen 1.8 TBi deutlich spritziger und flotter unterwegs ist, als mit dem 2.0 JTDM. Zwar lässt sich, wie gesagt, auch hier die schwere Last nicht wegdiskutieren, doch bereitet sie dem Benziner deutlich weniger Mühen.
Der drehfreudige Motor scheint sich nicht einmal den Hauch eines Turbolochs zu gönnen, aus dem Stand weg packt er kräftig zu und verwöhnt seinen Fahrer mit einer gleichmäßigen, harmonischen Kraftentfaltung. In 7,8 Sekunden beschleunigt er den Roadster auf 100 km/h, weiter geht‘s bis Tempo 235.
Fazit
Wenngleich der Benziner den Diesel in Sachen Fahrspaß um Längen schlägt, kann er ihm an der Tankstelle nicht das Wasser reichen. Der Selbstzünder gibt sich im Mittel mit 6,8 Litern zufrieden, durch den Ottomotor fließen auf 100 Kilometer mindestens 8,2 Liter Superbenzin.
Preislich hingegen hat wieder der Turbo-Benziner die Schnauze vorn: Mit einem Preis von 31.950 Euro ist er 4.000 Euro günstiger als der neue Dieselmotor. Zudem senkt Alfa mit der Einführung des 1.8 TBi den Einstiegspreis für den Spider um 2.000 Euro gegenüber dem bisherigen, schwächeren 2,2-Liter-Benziner.
Und wer schnell ist, kann noch mehr sparen: Bis zum 30. Juni 2009 bieten die Italiener den Turbo-Spider als Einführungsangebot für 29.990 Euro an.
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