Dacia Sandero Stepway Eco-G 120 (2026) im Test: Das perfekte Auto gegen hohe Spritpreise

Dacia bleibt dem Verbrenner treu. Der neue Sandero (Stepway) fährt ausschließlich mit Benzinern vor - und bleibt günstig. Mit einem Grundpreis von 13.290 Euro ist der Kleinwagen eine Option für den kleinen Mann mit dem kleinen Geldbeutel. Und wer ein wenig Luxus sucht - auch den gibt es optional.

Dacia Sandero Stepway Eco-G 120 auf einen Blick


Was uns gefällt

Das harmonische und unaufgeregte Fahrwerk.

Was wir vermissen

Irgendwas sportliches unter der Haube.

Ideal wenn…

… man einen preiswerten und sparsamen Kleinwagen sucht.

Die Alternativen

Skoda Fabia, VW Polo, Fiat Grande Panda, Mazda2 Hybrid


Stärken

  • Enorme Reichweite von 1.500 km
  • Attraktiver Einstiegspreis
  • Geringe Verbrauchskosten

Schwächen

  • Einfache Materialqualität
  • Träges Infotaiment-System
  • Knurriger Motor bei höheren Drehzahlen

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Facelift für Europas Liebling

Er ist ein Trendsetter gegen den Trend. Der Dacia Sandero hat sich 2024 die Krone als "Europas meistverkauftes Auto" geholt. Obwohl er zur sterbenden Zunft der Kleinwagen gehört und immer noch auf Verbrenner setzt. Knapp 290.000 Autos wurden neu zugelassen - damit zementiert die rumänischen Renault-Tochter ihren Ruf als Hersteller günstiger PkW, die gute Qualität bieten und mittlerweile auch noch recht schick aussehen.

Das Erfolgsmodell bekommt jetzt ein Facelift. Und das ist in diesem Fall wörtlich zu nehmen. An der Front haben die Designer den Kühlergrill aufgehübscht. Es gibt neue Stossfänger und das Tagfahrlicht verabschiedet sich vom gewohnten Y-Design und wechselt zu einer moderneren Pixel-Optik.

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360-Grad-Kamera, Ladeschale - ist das noch ein Dacia?

Das Interieur wurde mit neuen Stoffen ausstaffiert, das Cockpit mit dem neuen Multimedia-System ausgerüstet. Im Zentrum steht das optionale 10,1 Zoll große Touch-Display, das mitunter recht zäh reagiert. Unterstützt wird es vom 7 Zoll große Digitaltacho, dem Dacia auch gleich noch eine zeitgemäß Grafik verpasst hat. Das sieht nicht mehr nach Verzicht aus.

Lenkradheizung, 360-Grad-Kamera - fast alles kann man sich dazu bestellen. Erstmalig gibt es auch eine induktive Ladeschale für das Smartphone. Verbunden wird es natürlich kabellos über Apple CarPlay und Android Auto. Und auch das Befestigungssystem YouClip, das man mit allerhand Zubehör vom Kleiderbügel bis hin zur Einkaufstasche ausstatten kann, ist mit an Bord.

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Stepway beliebter als der einfache Sandero

Bei den Platzverhältnissen im 4,10 Meter langen Fahrzeug hat sich nichts geändert. Vorne sitzt man gut, hinten wird es dann schon deutlich enger. Das Ein- und Aussteigen ist im Stepway etwas bequemer, weil er mehr Bodenfreiheit (17 Zentimeter) bietet als der einfache Sandero und deshalb auch höher liegt. Vielleicht ist das auch der Grund, warum sich zwei Drittel der Kundschaft für den Crossover mit der Offroad-Optik entscheiden. Das Kofferraumvolumen liegt zwischen 372 und 1.152 Litern und damit auf Augenhöhe der Konkurrenz wie VW Polo oder Skoda Fabia.

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Benzin und Gasbetrieb: Der Sandero Eco-G 120 kommt bis zu 1.500 Kilometer weit

Am meisten getan hat sich beim Motorenprogramm. Das Sandero-Einstiegsmodell mit den Dreizylinder-Saugbenziner, 65 PS und Handschalter bleibt zwar im Programm. Wahrscheinlich, um auch weiterhin mit einem Einstiegspreis von 13.290 Euro kokettieren zu können. Aber bereits der nächst größere Benziner powert mit 100 PS - eine Leistungsspritze von zehn Prozent. Auf 120 PS bringt es jetzt der Eco-G 120 (Preis ab 15.990 Euro), der für beide Karosserievarianten zur Verfügung steht.

Er verbrennt wahlweise Benzin oder LPG und hat deshalb auch zwei Tanks an Bord. Damit dürfte der Sandero der absolute Reichweitenkönig sein. Über 1.500 Kilometer soll man mit den beiden Tankfüllungen kommen. Und günstig ist dieser bivalente Antrieb auch noch, weil LPG viel billiger als Benzin ist. Da lacht der Geldbeutel bei den aktuellen Spritpreisen. Erstmalig bietet Dacia auch ein Doppelkupplungsgetriebe für alle Modelle als Alternative zum Sechsgang-Schalter an. Ende des Jahres gesellt sich noch ein Voll-Hybrid mit 155 PS dazu, den es so auch in den Dacia-Modellen Duster, Bigster und Jogger gibt.

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Aufregend unaufgeregt - so fährt sich der neue Sandero

Ganz abgesehen vom günstigen Preis-Leistungsverhältnis, was macht den Sandero eigentlich so beliebt? Dieser Frage wollten wir bei einer ersten Testfahrt mit dem Sandero Stepway Eco-G 120 auf den Grund gehen. Es war auch gleichzeitig des Autors Erstkontakt mit Europas Liebling Nummer 1. Die Optik mit dem neuen Dacia-Logo und den Pixel-Lichtern gefällt sofort. Auch die neue Lackierung „Amber Yellow“ steht dem Kleinwagen gut. Das Interieur wirkt zeitgemäß. Natürlich kann man beim Material nicht Premium-Qualität erwarten, aber die bietet so mancher deutsche Hersteller bei deutlich teureren Produkten auch nicht immer.

Aufregend unaufgeregt - vielleicht trifft das den Charakter des Sandero am besten. Das gilt auch für das Fahrgefühl. Natürlich nur solange man sich im unaufgeregten Drehzahlbereich bewegt, weil sich der 1,2 Liter große Dreizylinder im Eco-G 120 noch akustisch zurückhält. Bei höheren Drehzahlen wird er knurrig, obwohl das Auto eigentlich recht gut gedämmt ist. Mit 120 PS verfügt der rund 1,3 Tonnen schwere Dacia über ausreichend Kraft, um munter, manchmal sogar frech, im Verkehr mitzuschwimmen. Von null auf 100 km/h dauert es hingegen mehr als zehn Sekunden. Lenkung und Fahrwerk sind ohne Fehl und Tadel. Federn und Dämpfer zählen zur weichen Sorte, weshalb sich der Sandero ziemlich bequem fährt. Die Lenkung ist leichtgängig, vielleicht einen Tick zu leicht und bietet zu wenig Rückmeldung von der Straße.

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Erstes Fazit

Mit dem neuen Sandero Stepway Eco-G 120 hat Dacia ein erstaunlich harmonisches Auto auf die Räder gestellt. Die Fahrleistungen sind halbwegs ansprechend, der Verbrauch vernünftig. Nur knapp sechs Liter Benzin waren es bei unserem Test, bei dem wir nicht gerade zurückhaltend mit dem Gaspedal umgegangen sind. Damit lagen wir auf Augenhöhe mit dem offiziellen Verbrauch von 5,7 Litern je 100 Kilometer. Viel Auto, für wenig Geld - auch beim neuen Sandero bleibt Dacia seiner Erfolgsformel treu. (Text: Rudolf Bögel | Bilder: Hersteller)

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Rudolf Bögel

Rudolf Bögel ist seit 2022 freier Redakteur bei AutoScout24. Er schwärmt für elegante Limousinen und drehfreudige Saugmotoren, fährt privat jedoch überwiegend elektrisch: im Honda e, gespeist von der eigenen PV-Anlage. Seine heimliche Leidenschaft gilt Oldtimern – vom Mercedes-Benz 190 „Heckflosse“ über den Triumph Spitfire Mk II bis hin zum Ford Granada Coupé 2.6 Ghia. Über Geschmack lässt sich streiten, über gute Autos nicht.

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