Mazda CX-5 (2026): Große Form, k(l)eine Leistung

Der Mazda CX-5 e-Skyactiv G 141 auf einen Blick
Was uns gefällt
Wie satt "Soul Red Crystal" in der Sonne glänzt.
Was wir vermissen
Einen Turbo, einen Diesel: Einen Turbodiesel.
Ideal wenn …
… man der unaufgeregte Typ Autofahrer ist.
Alternativen
Dacia Bigster, Kia Sportage, VW Tiguan, Seat Ateca (uvm.)
Stärken
- Sicher und komfortabel
- Viel Platz
- Fairer Basispreis
Schwächen
- Schwacher Antrieb
- Teils günstige Materialien
- Viele Optionen nur im Paket
Kraftlose Neuauflage
Der CX-5 ist nichts weniger als ein Erfolgsmodell für Mazda. Praktisch, komfortabel und mit einem fairen Preisschild versehen, konnte und kann man dem Kompakt-SUV kaum große Vorwürfe machen. Weshalb wir dennoch von einer kraftlosen Neuauflage sprechen, können sich die meisten bereits denken: Unter der Motorhaube arbeitet in der dritten Generation ausschließlich ein 2,5 Liter großer Saugbenziner mit kosmetischer 24-Volt-Mildhybridisierung.
141 PS und 283 Newtonmeter(chen) machen den frontgetriebenen Mazda CX-5 bei einem Leergewicht von knapp 1,6 Tonnen nicht unbedingt zu einem flotten Begleiter. Bisherige Mazda-Kunden werden das von diesem SUV vielleicht auch nicht verlangen, doch Beschleunigungswerte von null auf 100 km/h in 10,5 bis 10,9 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von bestenfalls 187 km/h zeigen, dass die dynamischen Grenzen früh erreicht sind.
Der 2,5-Liter-e-Skyactiv-Vierzylinder zeigt sich im CX-5 laufruhig und sparsam
Während der 2,5-Liter-Benziner in den Modellen Mazda3 und CX-30 durchaus gute Dienste leistet, wirkt er für den 4,69 Meter langen CX-5 schlicht untermotorisiert. Ein Turbo könnte helfen, eine stärkere Elektrifizierung ebenso. Denn grundlegend ist der Vierzylinder ein feiner Antrieb: leise und sehr vibrationsarm konstruiert, zudem sparsam im Verbrauch. Ohne bei den ersten Testrunden nahe Barcelona groß darauf geachtet zu haben, zeigte der Bordcomputer nach unserer Fahrt vernünftige 7,5 Liter pro 100 Kilometer an.
Dass wir es hier darüber hinaus mit einem Mild-Hybrid-Antrieb zu tun haben, merken wir derweil nicht. Die 24-Volt-Elektrifizierung vermag auf der Straße kaum einen nennenswerten Vorteil zu liefern. Doch genug gelästert über fehlende Antriebskraft - wer gleiten will und Autobahngeschwindigkeiten jenseits der 140 km/h ohnehin für teuflisch hält, für den kann das Konzept durchaus funktionieren. Zumal der neue CX-5 an eine sanft schaltende Sechsgang-Automatik gekoppelt ist. Fahrwerk und Lenkung sind ebenfalls komfortabel abgestimmt, etwas direkter dürfte das Volant für unseren Geschmack allerdings dennoch ansprechen.
Neues Infotainment, mehr Hartplastik
Sehr ansprechend gestaltet ist dagegen der Innenraum: Wer die höchste Ausstattungsvariante „Homura“ wählt, kann auch zweifarbiges Leder bestellen, in der Basis gibt es noch Stoffbezüge. Ergonomisch ist alles dort, wo man es erwartet, und auch die Technikjünger und Bildschirmfetischisten kommen ab sofort auf ihre Kosten.
Denn mittig prangt in den Top-Varianten ein 15,6 Zoll großes Touch-Display, bis zur Ausstattungslinie "Exclusive-Line" misst der Infotainment-Screen immerhin noch 12,9 Zoll. Ein Head-up Display gibt es schon aber der "Center-Line". Der Dreh-/Drücksteller wurde derweil aussortiert, dafür gibt es ein Google-Betriebssystem - perspektivisch auch mit Google Gemini. Apple CarPlay ist immer mit an Bord, in der Einstiegsvariante allerdings weiterhin nur kabelgebunden.
Während viele Obermaterialien haptisch sehr ansprechend gestaltet sind, trifft das zum Beispiel nicht auf die oberen Bereiche der Türtafeln zu. Dort regiert für Mazda-Verhältnisse ungewohnt billiges Hartplastik, wohingegen das Armaturenbrett, allerdings nur auf der Beifahrerseite, dick geschäumt ist.
Reichlich Platz für Mensch und Gepäck
Gespart hat man dagegen nicht am Platz. In der Länge um deutliche 115 Millimeter gewachsen, gibt es unterm Strich mehr Raum auf allen Sitzplätzen. Da der Aufbau im Vergleich zum Vorgänger auch um 15 Millimeter breiter und um 30 Millimeter höher wurde, hat sich das generelle Raumgefühl spürbar verbessert. Hinten sitzen klappt auch mit 1,94 Metern tadellos, die Lehne der Rücksitzbank lässt sich serienmäßig neigen und die beiden äußeren Plätze optional sogar beheizen.
Weiterhin eine tolle Sache: das optionale Panoramaglasdach, das sich nicht nur öffnen lässt, sondern sogar über einen elektrischen Sonnenschutz verfügt. Schade: Die klangstarke Bose-Anlage mit zwölf Lautsprechern ist an das höchste Ausstattungspaket gebunden. Generell sorgt das rigide Paketdenken bei Mazda schnell dafür, dass es nicht lange beim fairen Einstandspreis von 34.990 Euro bleibt.
Neben der frontgetriebenen Variante des CX-5 wird alternativ auch eine Allradversion mit dem gleichen 141 PS starken 2,5-Liter-Motor angeboten. Beide Antriebsoptionen dürfen bis zu 2.000 Kilogramm ziehen, der Kofferraum fällt mit 583 bis 2.019 Litern sehr familienfreundlich aus. Ein paar Taschenhaken wären uns allerdings wichtiger gewesen als der als Extra erhältliche LED-Heckklappen-Projektor, der ein großes Mazda-Logo auf den Boden projiziert.
Erstes Fazit
Der Mazda CX-5 bleibt auch in seiner dritten Generation seinen konservativen Wurzeln treu. Neumodisch werden die Japaner einzig bei der Bedienung, indem sie vom bisherigen Infotainment-System mit dem beliebten Dreh-/Drücksteller auf eine neue XXL-Bildschirmlandschaft mit Google-Betriebssystem wechseln. Praktisch, komfortabel und fair bepreist ist das SUV weiterhin attraktiv - ein stärkerer Motor könnte jedoch auch Kunden außerhalb des Mazda-Kosmos ansprechen. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)
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