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Ferrari 208

Ferrari 208 mit spürbarem Steuer-Sparpotenzial

Eigentlich ist es erstaunlich, dass Besitzer eines Ferrari Wert auf die Höhe ihrer steuerlichen Belastung legen. Aber der Legende nach wurde der Ferrari 208 aus genau diesem Grund entwickelt. Die Karosserie und die grundlegende Technik dieses Autos sind baugleich mit dem Ferrari 308. Da aber in Italien der Aufwand für die Anschaffung eines Fahrzeugs nur dann steuerlich absetzbar ist, wenn der Hubraum zwei Liter nicht überschreitet, unterstützt Ferrari seine Kunden mit einem Modell mit kleinerem Hubraum von 1990 ccm. Unter Berücksichtigung des Anschaffungspreises für einen neuen Ferrari ist das Steuersparpotenzial immerhin erheblich.

Zuvor gab es aber auch schon einmal einen anderen Grund, einen Ferrari mit kleinerem Hubraum zu entwickeln. Seit 1967 waren in der Formel-2-Europameisterschaft Autos mit einem Hubraum von 1600 ccm zugelassen. Voraussetzung für die Teilnahme der Fahrzeuge an dieser Rennsportklasse war, dass mindestens 500 Stück davon als Serienfahrzeuge verkauft wurden. Diese Ferraris mit weniger leistungsstarken Motoren wurden zusammen mit Fiat konstruiert und unter der neuen, nach dem verstorbenen Sohn Enzo Ferraris benannten Marke Dino angeboten. Der Dino 206 war das erste Modell dieser Serie, gefolgt vom Dino 246 im Jahr 1969. Diese Fahrzeuge waren mit einem Sechszylinder-V-Motor als Mittelmotor ausgestattet. Zu Beginn der 1970er Jahre erfolgte ein Modellwechsel, der von einer kantigeren, moderneren Form der Karosserie begleitet wurde. Im Rahmen dieses Modellwechsels erhielten auch die neuen Modelle Dino 208 GT 4 und Dino 308 GT 4 V-8-Zylinder-Motoren. Das Modell Dino 308 GT 4 erhielt später die Typbezeichnung Ferrari Dino 308 GT 4 und bildete die Grundlage für den ab 1975 hergestellten Ferrari 308.

Der Ferrari 208 ist der kleine Bruder des Modells 308

Um den geschätzten Kunden zur steuerlichen Absetzbarkeit des Kaufpreises für ihren Ferrari zu verhelfen, entwickelten die Konstrukteure der Scuderia in Maranello den Ferrari 308 ab 1980 mit einem kleineren Motor. An die Stelle des V8-Motors vom Typ F106AB mit einem Hubraum von 2926 ccm trat ein Achtzylinder-V-Motor des Typs F106CB mit 1991 ccm Hubraum. Die ursprüngliche Bohrung von 81 mm wurde auf 66,8 mm verringert, der Hub von 71 mm blieb gleich. Das maximale Drehmoment reduzierte sich von 283 Nm bei 5.000 Umdrehungen pro Minute auf 170 Nm bei 4.200 Umdrehungen in der Minute. An die Stelle der vier Weber-Doppelvergaser 40 DCNF traten vier Weber Doppelvergaser 34 DCNF. So erreichte der Ferrari 208 GTS als Targa und GTB als Berlinetta 155 PS bei 7.000 Umdrehungen pro Minute anstelle der 255 PS der Modelle 308 GTB und GTS. Die Ventilsteuerung über zwei obenliegende Nockenwellen und einen Zahnriemen, die Architektur mit zwei Ventilen pro Zylinder, das Fahrgestell und die Karosserie des Ferrari 308 sowohl als Berlinetta wie auch als Targa blieben dabei zunächst unverändert. Wie die Modelle 308 GTB und GTS ist auch der Ferrari 208 mit einem Fünfganggetriebe mit Mittelschaltung und Hinterradantrieb ausgestattet. Die Radaufhängung vorn und hinten erfolgt über Doppelquerlenkerachsen mit Schraubenfedern. Während der Ferrari 308 eine Höchstgeschwindigkeit von 252 Stundenkilometern erreichte, waren es beim Ferrari 208 GTB und GTS 215 Stundenkilometer. Auch die Innenausstattung der Modelle 308 mit Sportledersitzen, Dreispeichenlenkrad mit Lederbezug sowie umfassenden und optimal angeordneten Instrumenten wurde im Ferrari 208 unverändert übernommen.

Moderne Turbo-Technik verhilft dem Ferrari 208 zu stärkeren Leistungen

Nachdem Turbolader in der professionellen Renntechnik ihren festen Platz hatten, ging man bei Ferrari dazu über, diese neue Technik in die Serienproduktion einzubringen. Der Ferrari 208 mit seinem für die Marke außergewöhnlich kleinen Hubraum erschien prädestiniert dafür, mithilfe eines Turboladers die Leistung zu optimieren. Daher erhielt zunächst 1982 der Ferrari 208 GTB mit der geschlossenen Berlinetta Karosserie eine veränderte Technik. An der von Pininfarina entworfenen Karosserie wurden nur geringfügige Veränderungen vorgenommen. Das Dach erhielt im hinteren Bereich einen Spoiler und vor dem hinteren Radlauf befand sich nun ein NACA-Kanal. Auch das bewährte Fahrwerk wurde nicht verändert. Der Motor erfuhr eine Veränderung im Kompressionsverhältnis, das bei der Turboversion 7:1 beträgt. Dadurch verringerte sich das maximale Drehmoment auf 240 Nm bei 4.800 Umdrehungen pro Minute. An die Stelle der vier Weber-Doppelvergaser trat nun eine Bosch K-Jetronic Einspritzanlage. In dieser Version erreicht der Ferrari 208 GTB eine Leistung von 220 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von 232 Stundenkilometern. Ab 1983 produzierte Ferrari den 208 auf Kundenwunsch auch in einer Targa-Version. Im Jahr 1986 kam es noch einmal zu einer Überarbeitung der Technik des Ferrari 208 Turbo. Durch Installation eines Ladeluftkühlers konnte die Leistung auf 254 PS erhöht werden, sodass eine Höchstgeschwindigkeit von 253 Stundenkilometern möglich war. Damit war der Ferrari 208 Turbo schneller als die ursprünglichen Ferrari 308-Modelle.