Sparsame Stadtflitzer

Kleinwagen

Die beliebtesten Kleinwagen im Überblick

Diese Modelle liegen weit vorne

Kleinwagen als Konkurrenz zur Limousine

Günstig, wendig, aber top ausgestattet: Kleinwagen haben heute weit mehr Vorzüge, als nur einen geringen Verbrauch. Zur Kategorie der Kleinwagen gehören alle Fahrzeuge, die größer sind als Kleinstwagen wie der Smart Fortwo und kleiner als Autos der Kompaktklasse, von denen der VW Golf mit Abstand das bekannteste Modell ist. Aktuelle und geläufige Vertreter der Kleinwagenkategorie sind der VW Polo, der Mazda2, der Toyota Yaris, der Seat Ibiza, der Audi A1, der Honda Jazz, der Ford Fiesta oder der Fiat Punto. Die ursprüngliche Entwicklung von Kleinwagen ging in vielerlei Hinsicht ein wenig an Deutschland vorbei und fand weit mehr in südlicheren und asiatischen Ländern statt – dort werden Kleinwagen zudem häufig als Familienauto verwendet, weshalb sie insbesondere mit möglichst großem Kofferraum und vier Türen beliebt waren und sind.

Die Historie zur Entstehung von Kleinwagen

Die ersten Fahrzeuge, die damals als Kleinwagen bezeichnet wurden, entstanden in den 50er und 60er Jahren. Wohlgemerkt „damals“ wurden diese Modelle so bezeichnet, denn in der heutigen, deutlich differenzierteren Kategorisierung von Karosseriebauformen würden viele der damaligen Vertreter wohl anderen Bauformen zugeordnet. So gehörten etwa die ersten Rollermobile, wie beispielsweise die sehr kleine BMW Isetta der Bezeichnung 600 Ende der 50er Jahre, nach heutigen Standards allenfalls zu den Kleinstwagen. Der Nachfolger BMW 700 Anfang der 60er Jahre hatte im Zuge der Stufenheck-Karosserie (Fahrzeuge mit Schrägheck waren bis in die 1970er-Jahre nicht üblich) gewisse Ähnlichkeiten mit dem berühmten Trabant und mit den heutigen Kleinwagen optisch natürlich nur wenig gemeinsam. Die systemischen Merkmale waren dennoch bereits erfüllt: Statt längs gab es quer eingebaute Motoren mit Front- statt Heckantrieb sowie Platz für vier erwachsene Personen und Gepäck.

Der „erste“ Kleinwagen

Der erste „offizielle“ Kleinwagen kam allerdings schon weit vor diesen Modellen auf den Markt: der Citroën 2CV ab 1949 – bei uns als „Ente“ geläufig. Von der Presse anfangs belächelt, errang der 2CV in Frankreich große Beliebtheit und bald den Status eines Kultfahrzeugs – nicht zuletzt durch die sehr ungewöhnliche „4x4-Sahara“-Version in den 60er Jahren, die durch zwei voneinander unabhängige Motoren – einen vorne und einen hinten zu jeweils 12 bis 16 PS – und somit durch eine Art Allradantrieb Aufsehen erregte. Charakteristisch für Kleinwagen der späten 1950er-Jahre war ein Zwei- oder Viertaktmotor mit einem Hubraum von 500 bis 850 ccm und einer Motorleistung zwischen 10 und 30 PS.

Die ersten Kleinwagen-Variationen

Einen Meilenstein in Europa setzte 1959 hingegen der von Komiker Mr. Bean bekannte Mini der British Motor Corporation (BMC). Einen Meilenstein deshalb, weil der Mini mit einer völlig neuartigen Karosserie in Steilheckform ausgestattet war und auch die Motoren fassten mit 0,85 bis 1,3 Liter deutlich mehr Hubraum. Dementsprechend lag aber auch der Preis des Mini höher als bei den derzeitigen Kleinwagen – er war deutlich teurer als beispielsweise der heckgetriebene VW Käfer, der seiner Zeit jedoch bereits der unteren Mittelklasse und nicht den Kleinwagen zuzuordnen war.

Kleinwagen ab den 60er Jahren

Mit den Baumustern der 1960er-Jahre qualifizierte sich die neue Kompaktbauweise zu familientauglichen PKWs. In Deutschland – oder besser gesagt in der damaligen BRD – dauerte die weitere Entwicklung allerdings etwas länger als in manchen Nachbarländern: So hielt beispielsweise Volkswagen bis 1974 am Käfer fest und auch die Konkurrenten Ford und Opel scheuten vor teuren Umstellungen auf das Frontantriebkonzept zurück. Da war die damalige DDR mit dem Trabant 603 oder dem Wartburg 355 der BRD weit voraus, jedoch gelang die Serieneinführung aus politischen Gründen nicht länderübergreifend – und bedingt durch die fehlende Unterstützung der DDR-Regierung für eine Modernisierung der Autoproduktion musste der Trabant bis 1990 zudem mit einem Zweitaktmotor auskommen. So kam es, dass Frankreich und Italien mit ihren neuen Entwicklungen auf Basis von Viertaktmotoren bald an Deutschland vorbeizogen und die Standards der heutigen Kleinwagen letztgültig etablierten – in dieser Regie dürfen natürlich auch asiatische Hersteller wie Suzuki mit dem Suzulight TL und bald auch Honda mit dem N600 nicht fehlen.

Kleinwagen heute

Das Leistungsvermögen der Motoren steigerte sich trendgemäß über die Jahrzehnte hinweg immer weiter: Waren in den 50er Jahren noch sieben bis 25 kW Leistung üblich, sind gegenwärtig kaum noch Kleinwagen mit weniger als 40 kW (54 PS) erhältlich. Allerdings erhielten Kleinwagen auch immer umfangreichere Ausstattungen mit Komfort- und Sicherheitselementen, so dass das damit zunehmende Leergewicht wenigstens einen Teil dieser Leistungszunahme wieder wett macht.

Die Bauformen umfassen zum weitaus überwiegenden Teil Schrägheckvariationen – Bauformen mit Stufenheck spielen auf dem deutschen Markt kaum noch eine Rolle, allerdings existieren von zahlreichen Kleinwagenmodellen nachwievor solche Ableger, die oft unter einem eigenständigen Modellnamen angeboten werden. Anders verhält es sich in südlicheren Ländern, wo Kleinwagen zu einem größeren Anteil als Familienauto genutzt werden und dafür einen geräumigen Kofferraum und möglichst vier Türen benötigen – daher finden sich dort nachwievor deutlich mehr Stufenheckvarianten. Die verlängerte Bauform übernehmen manche Hersteller auch als Plattform für Kleinwagenkombis (oder für Kastenwagen), allerdings sind Kombis auf Basis von Kleinwagen deutlich weniger etabliert als in der Kompaktklasse.

Die neuesten Entwicklungen ab der Jahrtausendwende richten sich vermehrt an Retrodesigns wie etwa der neue Mini von BMW, der Fiat 500, der Alfa Romeo MiTo, der Citroën DS3 oder der Audi A1. Und natürlich dürfen auch rein elektrisch betriebene Fahrzeuge im Segment der Kleinwagen nicht fehlen, so bietet beispielsweise Renault mit dem ZOE seit 2013 auch einen Stromer mit fünf Sitzen an.

Vorteile von Kleinwagen

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Zuordnung gewisser Vorteile zum Fahrzeug- bzw. zum Aufbautyp gewandelt. So ist der Kraftstoffverbrauch heute beispielsweise kein hervorstechendes Argument mehr für einen Kleinwagen, denn sowohl bei größeren wie natürlich auch kleineren Fahrzeugtypen steht die Reduzierung des Verbrauchs im Zuge des mittlerweile recht geläufigen Downsizings längst genauso im Vordergrund wie beim Kleinwagen, der einst aber zumindest mitunter ein Anstoßer dieses Trends gewesen ist. Nachwievor hat der Kleinwagen gegenüber größeren Fahrzeugmodellen jedoch einige Vorteile: In erster Linie zählen dazu der niedrigere Anschaffungspreis sowie die kleineren Abmessungen und die damit verbundene erhöhte Wendigkeit, die dem Kleinwagen sowohl im Stadtverkehr wie auch beim Einparken Vorzüge im Vergleich zu Limousinen und Kombis verschafft.

Der günstigere Anschaffungspreis zwischen etwa 12.000 und 24.000 Euro ist in der Regel auf die im Vergleich zur nächsthöheren Klasse kleinere Zahl an Ausstattungsdetails zurückzuführen. Dennoch gibt es auch Kleinwagen mit sehr starken Motoren und großzügigen Komfortelementen, die sich dementsprechend eher an zahlungskräftigere Kunden richten. Viele Kleinwagen sind aber auch im Hinblick auf die Unterhaltskosten für die Kfz-Versicherung und -Steuer günstig, wobei das nicht für alle Vertreter gilt, da für die Berechnung der Prämien ja auch die Unfallstatistik eine Rolle spielt.