BYD Atto 2 DM-i (2026): Was kann das 23.000-Euro-SUV?

Der BYD Atto 2 DM-i auf einen Blick:
Was uns gefällt
22.990 Euro für den Atto 2 "Boost" – dieser Preis ist wirklich heiß.
Was wir vermissen
Eine DC-Schnellladefunktion.
Ideal wenn …
… der Arbeitsweg hin und zurück unter 80 Kilometern liegt.
Die Alternativen
MG HS PHEV, Citroën ë-C3 Aircross, VW T-Roc.
Stärken
- Günstig dank Rabatt & Förderung
- Hohe Reichweiten möglich
- Gute Serienausstattung
Schwächen
- Unangenehm lauter Benziner
- Nervöse Assistenten
- Niedrige Ladegeschwindigkeit
Sonderrabatt und E-Auto-Förderung - der BYD Atto 2 DM-i wird vorrübergehend zum Schnäppchen
Noch vor zwei Jahren war BYD nur ein kryptisches Kürzel auf den Werbebanden der EM-Stadien. So mancher Fan vermutete dahinter nur einen Schreibfehler, weil man im Fußball bei BYD eher an ein Bit, also an ein Bitburger Pils, denkt. Das dürfte sich geändert haben. Der chinesische Autohersteller, der hinter BYD (Build Your Dreams) steckt, hat sich gemausert.
23.360 Fahrzeuge hat BYD im Jahr 2025 in Deutschland verkauft – und auch das Angebot ist mit mittlerweile elf Modellen breit aufgestellt: vom rein elektrischen Kleinwagen Dolphin Surf bis zum siebensitzigen Elektro-Dickschiff Tang. Der Atto 2 DM-i tritt im B-Segment an – dem größten Wachstumssektor mit einem Marktpotenzial von rund einer Million Fahrzeuge. Damit spielt er in einer Liga mit dem Toyota Yaris Cross, dem VW T-Roc und dem Peugeot 2008.
Bislang gab es von dem kompakten SUV nur eine mäßig erfolgreiche Elektro-Variante. Jetzt schiebt BYD den Plug-in-Hybrid mit dem zusätzlichen Kürzel "DM-i" nach: Entweder mit einer 7,8 kWh großen Batterie und 40 Kilometer elektrischer Reichweite oder mit einem 18 kWh-Akku und 90 Kilometern. Die Preise sind eine echte Kampfansage an die Konkurrenz. Zunächst einmal bis Ende März, womöglich noch länger, bietet BYD einen eigenen E-Bonus in Höhe von 11.500 Euro an. Die Basisvariante „Active“ kostet dann statt 35.990 nur 24.490 Euro. Der besser ausgestattete „Boost“ kommt auf 27.490 statt auf 38.990 Euro.
Für den Boost kommt zudem die E-Auto-Förderung 2026 von bis zu 4.500 Euro in Betracht, da der Teilzeitstromer die 80 Kilometer rein elektrisch schafft. So könnte man, alle Voraussetzungen erfüllt, bei einem Endpreis von schlanken 22.990 Euro landen. Das ist Dacia-Niveau für einen Plug-in Hybrid!
Knöpfe, Schalter, physische Regler - auch der Chinese macht die Rolle rückwärts
Gefahren sind wir den Atto 2 Boost, der 156 kW / 212 PS Systemleistung auf die Straße bringt – das sind 46 PS mehr als im Basismodell. Optisch unterscheiden sich die beiden kaum, sieht man von den unterschiedlichen Felgengrößen (hier 16, dort 17 Zoll) und dem Panorama-Glasdach mal ab. Schick ist der Atto nicht gerade. Eher bieder und blass mit einem waghalsigen aber nicht gerade schönen Knick in der C-Säule. Dafür bietet das 4,33 Meter lange SUV mit seinem Radstand von 2,62 Metern ordentlich Platz. Hinten eher nur für Kinder, aber zur Not kann hier auch ein Erwachsener sitzen. Der Laderaum schluckt 425 respektive 1.335 Liter. Ein- und Ausladen gelingt rückenschonend, weil die Kofferraum-Kante eine angenehme Höhe von 74 Zentimetern aufweist und der Ladeboden flach ist.
Weiter mit dem Cockpit: Das Bildschirmlayout folgt dem Mainstream: Hinter dem Lenkrad sitzt ein graphisch überfrachtete 8,8 Zoll großer Digital-Tacho. Mitten auf der Armaturentafel thront ein 12,8 Zoll großer Touchscreen. Er wird zum ersten Mal bei BYD von Google gepowert: vom Navi (Maps) bis hin zu den Apps (Google Play). Den eigenen KI-Assistenten von BYD konnten wir nicht testen, weil er während der knapp dreistündigen Fahrt keine Verbindung herstellen konnte.
Für die eigentliche Fahrzeugbedienung stehen Knöpfe, Tasten und Drehregler zur Verfügung. Sogar einen Start-Stopp-Schalter gibt es in der Mittelkonsole, eher unüblich bei chinesischen Produkten, die überwiegend auf eine knopflose Bedienung setzen. Auch bei der Verarbeitung glänzt der BYD. Die Armauflagen sind gepolstert, selbst das Kunstleder fühlt sich gut an und das Plastik bleibt unauffällig.
Wehe, wenn der Verbrenner geweckt wird
Rein elektrisch oder mit Benzinunterstützung? Wir entscheiden uns zunächst einmal für den EV-Modus. Der Akku hat 42 Prozent, der Tank ist voll. Macht eine Gesamtreichweite von 917 Kilometern. Wäre die Batterie komplett aufgeladen, käme man sogar auf 1.000 Kilometer. So etwas baut Reichweitenängste ab. Kraftvoll und zupackend rollen wir vom Hof - allein mit der Power der E-Maschine. Sie treibt die Vorderachse an. Bei feuchtem Asphalt oder abruptem Anfahren drehen die Räder dank 300 Nm Drehmoment durch, aber sonst ist nichts auszusetzen am Elektroantrieb.
Was auf den Hybrid-Modus nicht zutrifft. Hier greift der 1,5-Liter Benziner recht abrupt ein. Entweder als reiner Stromlieferant (serieller Betrieb) oder als Hilfsmotor, der ebenfalls an der Front anschiebt (parallel). Beides ist mit Lautstärke und unangenehmen Vibrationen verbunden. Kein Wunder, denn schließlich wurde der Verbrenner auf maximale Effizienz (thermischer Wirkungsgrad 43 Prozent) getrimmt. Das zerrt an den Nerven und macht das Fahren unentspannt.
Nervöser Spurhalte-Assistent, schulmeisterlicher Aufmerksamkeitswarner
Gleiches trifft auf die nervöse Assistenten-Schar zu. Zwei besonders umtriebige Gesellen seien hier genannt. Der Spurhalte-Assi greift viel zu massiv ein. So wie ein ungeduldiger Fahrlehrer. Und auch der Aufmerksamkeitswarner hat etwas Schulmeisterliches an sich. Schade, denn der Abzug (null auf 100 km/h in 7,5 Sekunden) sorgt für den ein oder anderen Spaßmoment.
Das Fahrwerk arbeitet tadellos, die Lenkung tut sich im Sportmodus schwer, bei Komfort reagiert sie ein wenig gefühllos. Aber das ist alles noch im tolerierbaren Bereich. Auch beim Verbrauch müssen sich die Chinesen nichts nachsagen lassen. Wir hatten nach rund 200 Kilometern 5,1 Liter auf dem Tacho und nur noch 25 von 42 Prozent im Akku. Das ist nach unten ausbaufähig, weil wir schon ziemlich flott auf den Landstraßen unterwegs waren.
Erstes Fazit
Bei einem Kampfpreis von unter 23.000 Euro gerät man glatt in Versuchung, sich den BYD näher anzuschauen. Das ist so wie bei einer guten Mitgift. Da wird so manche Braut dann plötzlich doch noch schöner. Der Atto 2 punktet bei Platz, Verarbeitung und Fahrwerk. Der Hybrid-Antrieb mag effizient sein, ist uns aber zu ruppig. Ein weiteres Manko entdecken wir bei der Ladegeschwindigkeit. Hier sind nur 3,3 respektive 6,6 kW (Boost-Modell) möglich. Schnelladen (wie etwa bei vielen VW-PHEVs) ist nicht vorgesehen. (Text: Rudolf Bögel | Bilder: Hersteller)
AutoScout24 Scores
Diese Bewertung wird von unserem Expertenteam nach umfangreichen Tests des Fahrzeugs vergeben.
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