Kurztest: Jaguar X-Type Facelift – Vorbei, die Kinderzeit

Allen Unkenrufen zum Trotz ist der X-Type mittlerweile die meistverkaufte Limousine in der Firmengeschichte. Und mit dem jetzt präsentierten Facelift ist der Baby-Jag endgültig erwachsen.
Der Jaguar X-Type hat sein Babyface abgelegt, die überarbeitete Version tritt erwachsener und selbstbewusster auf. Optisch orientiert sich der „Kleine“ am großen Bruder XJ, der erst letztes Jahr einer Frischzellenkur unterzogen wurde. Analog zur Luxus-Limousine trägt nun auch der X-Type eine auffälligere, von Kraft zeugende Frontschürze.
Unabhängig von der Motorisierung bekommen alle X-Type-Modelle jetzt einen Maschendrahteinsatz im überarbeiteten Kühlergrill. Am Heck setzt eine über die gesamte Breite verlaufende Chromspange einen exklusiven Akzent. Neue Kotflügel und modifizierte Seitenschweller runden den gestärkten Auftritt ab.
Kein Stoff mehr
Die Zeiten, in denen es Stoffsitze gab, sind passé. Schon die Basisversion rollt mit Ledergestühl vom Band. Gegen Aufpreis gibt es noch exquisitere Tierhäute mit eleganten Kreuzstichnähten auf zehnfach elektrisch einstellbaren Sitzen. Klavierlack, Wurzelholz oder Karbon-Einlagen werten das Cockpit nach dem Facelift deutlich auf, vereinzelte Chromteile tun ihr Übriges.
Wie gehabt stehen drei Motoren zur Auswahl. Die beiden V6-Benziner - wahlweiße 2,5 Liter mit 196 PS oder ein 231 PS starkes 3,0-Liter-Aggregat - sind ab Werk mit permanenten Allradantrieb und einem manuellen Fünfgang-Getriebe kombiniert. Gegen Aufpreis kann eine ebenfalls fünfstufige Wandlerautomatik geordert werden.
Lang ersehnt
Neu ist die lang ersehnte Automatik für den 2,2 Liter großen, jaguar-untypisch frontgetriebenen Diesel. Gegen Aufpreis kann das serienmäßige Sechsgang-Schaltgetriebe jetzt durch einen sechsstufigen Automaten ersetzt werden. „Viele Interessenten haben sich in der Vergangenheit gegen den X-Type entschieden, weil wir den Diesel nicht mit Automatik anbieten konnten“, beklagt Jaguar-Geschäftsführer Jeffrey L. Scott und prognostiziert: „Die meisten Diesel-Käufer werden sich in Zukunft für das neue Getriebe entscheiden“.
Die Entscheidung ist gut: Die neue, von Getrag gefertigte Automatik, passt perfekt zum 145 PS starken, äußerst kultivierten Vierzylinder-Selbstzünder. Exakt abgestimmt verwaltet sie das mächtige Drehmoment von 360 Newtonmetern (bei 1.800 Touren) und schaltet zum richtigen Zeitpunkt, ohne hektisch zu werden. Für den Standardsprint benötigt die Automatik-Version mit 9,9 Sekunden acht Zehntel mehr als der Handschalter und auch die Höchstgeschwindigkeit liegt mit 208 km/h ein wenig niedriger.
Wer will, hat nun auch die Möglichkeit händisch die Gangwechsel vorzunehmen. Allerdings nur über den Automatik-Wählhebel, Schaltwippen am Lenkrad sind nicht im Programm. Darüber hinaus verfügt das Getriebe über einen Sportmodus, der genau das macht, was alle Sportmodi machen: Früher Hochschalten, Gänge länger ausdrehen.
Kein Athlet
Doch selbst im Sportmodus wird der eineinhalb Tonnen schwere X-Type kein Top-Athlet, ihm liegt mehr das entspannte Cruisen. Zumal auch Lenkung und Fahrwerk eher gerade Straßen bevorzugen, als kurvige Alpenpässe. Der Werksangabe entsprechend soll die Kombination Diesel und Automatik den Durchschnittsverbrauch von 6,0 auf 6,9 Liter erhöhen, in der Realität sollte man mit rund einem Liter mehr rechnen.
Obwohl fast 500 Bauteile im Rahmen des Facelifts erneuert oder überarbeitet wurden, bietet Jaguar den X-Type zum gleichen Preis wie bisher an. Der Diesel startet bei 31.500 Euro als Limousine in der Classic-Ausstattung, der Kombi kostet ab 33.350 Euro. Für die Automatik ist ein Aufpreis von 2.080 Euro fällig. Die beiden Benziner sind nur in der höherwertigeren Executive-Ausstattung zu Preisen von 39.400 Euro (2,5 Liter) beziehungsweise 41.900 Euro (3,0 Liter) erhältlich.
Fazit
Was lange währt wird endlich gut: Der Jaguar X-Type befreit sich mit dem Facelift endgültig vom Baby-Jag-Image und präsentiert sich als ausgewachsenes Mitglied der Raubkatzen-Familie. Neben optischen Retuschen sorgt der exklusivere Innenraum dafür, dass der „Kleine“ deutlich selbstbewusster wirkt. Highlight ist die neue Sechsstufen-Automatik, die ihre Arbeit tadellos verrichtet und den ohnehin empfehlenswerten Selbstzünder zusätzlich aufwertet.
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