Sitzprobe Mazda CX-6e (2026): China-SUV mit Kino-Bildschirm

Der neue Mazda CX-6e auf einen Blick:
Was uns gefällt
Form und Farbe.
Was wir vermissen
Eine Plug-in-Variante.
Ideal wenn …
… man mit seinem Elektro-SUV auffallen will.
Die Alternativen
BMW iX3, Volvo EX60, Audi Q6 e-tron, VW ID.4/5.
Halb Japaner, halb Chinese – dazu ein Schuss europäisches Design
Dass die Japaner hochwertige Autos bauen, das wussten wir ja schon immer. Aber mit dem CX-6e legt Mazda auch optisch ein Brett hin. Und das liegt nicht allein an der neuen und purpurfarben schimmernden Lackierung „Nightfall Violet“. Sondern auch an der scharf gezeichneten Frontpartie mit der beleuchteten Mazda-Spange und an dem charakteristischen Heck mit der herumgezogenen C-Säule.
Kühn und trotzdem elegant – der CX-6e ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen dem europäischen und dem fernöstlichen Design-Team, sagt Mazda. Technologisch steckt allerdings ein halber Chinese unter dem futuristischen Blechkleid. Denn ähnlich wie bei der Elektro-Limousine Mazda 6e wurde das SUV gemeinsam mit Changan Automobile entwickelt und steht auch auf der gleichen Plattform. In der Volksrepublik heißt das Modell EZ-60. Es sieht genauso aus. Seit September können ihn die Kunden dort kaufen, in Deutschland ist der Markstart für den Sommer geplant.
Nur der CX-80 ist in der Mazda-Flotte länger
Mit einer Länge von 4,85 Metern und einem Radstand von 2,90 Metern liegt das neue Modell auf Platz zwei in der Mazda-Familie. Der CX-5 ist fast 30 Zentimeter kürzer, der CX-60 immerhin noch zehn Zentimeter. Nur der CX-80 überragt mit knapp fünf Metern alle anderen. Damit schließen die Japaner die eigene Angebotslücke. Platz hat er reichlich.
In den Kofferraum passen 468 Liter, bei umgeklappter Rückbank sind es 1.434 Liter. Tiefe Ladekante, flacher Boden – damit lässt sich locker laden. Praktisches Detail am Rande: Die Heckklappe öffnet man mit einem Knopf am Scheibenwischer-Gehäuse. Einen Frunk gibt es auch noch. Er packt 83 Liter und damit mehr als das obligatorische Ladekabel.
Bluetooth-Lautsprecher in den Kopfstützen
Nun aber zur ersten Sitzprobe. Wie alle modernen Autos bietet der Mazda CX-6e ein Welcome-Szenario, wenn man sich dem Auto nähert. Das heißt die Türgriffe fahren aus, die Seitenspiegel klappen auf – außerdem gleitet der Fahrersitz um zehn Zentimeter nach hinten, um bequem einsteigen zu können. Die Farbe Violett begegnet einem auch im Interieur. So schimmert auch das neue und sich gut anfühlende Kunstleder namens Maztex. Der Innenraum wurde leicht und luftig gestaltet. Licht dringt durch das serienmäßige rund einen Quadratmeter große Glasdach, das UV zu 99,7 Prozent ausfiltern soll. Aber wer will, kann sich auch ein Elektrorollo bestellen.
Viele gepolsterte Flächen, wenig Plastik und eine feine eigentlich schon luxuriöse Verarbeitung – dafür steht Mazda ja bekanntermaßen. Und das ist auch im CX-6e so. Die Sitze fühlen sich bequem an. In den Kopfstützen sind Bluetooth-Lautsprecher eingebaut. So kann jeder in Ruhe telefonieren, ohne den anderen Passagier zu stören, oder die eigene Musik hören. Ausreichend Platz gibt es auch hinten. Sogar ein 1,90 Meter große Mensch dürfte hier ganz kommod sitzen. Und eine eigene Klimasteuerung via Touchscreen gibt es hier auch, sowie beheiz- und kühlbare Rücksitze gegen Aufpreis.
Kino-Display mit 5K-Auflösung und Doppel-Layout
Das Cockpit liegt schwebend im Raum, betont durch die an einen Flügel erinnernde, durchgehende Lichtleiste. Der eigentliche Star ist jedoch der Bildschirm. Er misst 26,45 Zoll in der Diagonalen. Das entspricht stattlichen 67 Zentimetern im ultrabreiten 32:9 Bildschirmformat. Kinoqualität hat auch die Auflösung in 5K. Der Clou ist jedoch die Schnelligkeit des Systems. In Millisekunden reagiert das Riesen-Display auf Befehle. Durch das Dual-Split-Layout hat übrigens auch der Beifahrer seinen eigenen Bildschirm-Bereich, den er personalisieren kann.
Als Tachoersatz dient ein hochauflösendes Head-up-Display mit animierten Navi-Pfeilen. Das System hat sowohl Sprach- als auch Gestensteuerung, was vermutlich dem digitalen Spieltrieb der chinesischen Klientel geschuldet ist. Dazu zählt auch der optionale digitale Seitenspiegel, den wir aber nicht empfehlen würden. Der Grund: Es mag sein, dass das Sichtfeld durch die Kameras um 30 Prozent größer ist. Aber die hochauflösenden Bildschirme sind in den Türen jeweils auf Cockpit-Höhe eingebaut und damit in einer unnatürlichen Blickrichtung. In der Ausstattungsvariante Takumi Plus gehören sie zur Serienausstattung, ebenso wie der digitale Rückspiegel.
Motorisierung und Reichweite: Heckantrieb verspricht Spaß
Apropos Spielerei: Der CX-6e bietet voreingestellte Fahrzeugmodi für alle möglichen Alltagssituationen. Da wäre beispielsweise der „Pet Comfort-Mode“. Hier bleibt die Temperatur konstant für Fifi und Luna, oder man nutzt das Auto als Kühlschrank für Lebensmittel. Bei „Relax“ fahren die Sitze in Liegeposition, Lautstärke und Licht werden gedimmt – und sogar eine Weckfunktion ist mit dabei. Für ein kleines Power-Nickerchen, um die Ladezeit zu verkürzen. Um den 78 kWh großen Akku (brutto) von zehn auf 80 Prozent zu bringen, dauert es laut Mazda 24 Minuten. Also nichts für Langschläfer.
Geladen wird in der Spitze mit bis zu 195 kW. Wenn die Batterie zu 100 Prozent voll ist, dann soll eine Reichweite von bis zu 484 Kilometer drin sein. Da steuert auch die serienmäßige Wärmepumpe ihr Scherflein bei. Gebraucht wird die Energie von einem Heckmotor, der 190 kW / 258 PS leistet. Er lässt sein Drehmoment von 290 Nm auf die Hinterachse los, was Fahrspaß versprechen könnte. Den wollen die Entwicklungsingenieure auf den europäischen Geschmack getrimmt haben. Unter maßgeblicher Beteiligung des Research & Development-Centers im hessischen Oberursel wurden Fahrwerk, Bremsen, Lenkung und Beschleunigung neu aufgesetzt.
Erstes Fazit
Schon die Erstbegegnung mit dem neuen Elektro-SUV war optisch und digital beeindruckend. Da kann man nur hoffen, dass sich dieser Eindruck beim Fahrtermin fortsetzt. Die Preise starten bei 49.990 Euro. Dafür gibt es die schon gut bestückte Ausstattungsvariante „Takumi“. Übrigens die einzig verfügbare neben „Takumi Plus“. Ob noch andere Motorisierungen kommen werdem, das steht in den Sternen. Auf der Changan-Plattform gibt es jedoch auch ein Elektro-Modell mit einem 1,5-Liter großen Benziner als Range-Extender. (Text: Rudolf Bögel | Fotos: Harald Dawo für Mazda)
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