Porsche arbeitete heimlich an einem Macan mit V8-Motor

Während der Entwicklung des ersten Macan experimentierte Porsche offenbar mit einem deutlich extremeren Konzept: Ein Prototyp soll den 4,5-Liter-V8 aus dem Cayenne getragen haben. Am Ende scheiterte das Projekt jedoch.

Der aktuelle Porsche Macan, der als Verbrenner bis Mitte 2026 nur noch außerhalb der Europäischen Union angeboten wird, wurde seit seiner Markteinführung 2014 über viele Jahre hinweg nahezu unverändert gebaut. Technische Basis war bekanntermaßen die erste Generation des Audi Q5 (8R), die bereits 2008 vorgestellt wurde.

Vom Audi übernahm der Macan auch wesentliche Antriebskomponenten. Dazu gehörten unter anderem der beliebte 2,0-Liter-Vierzylinder-TFSI sowie der bis 2018 angebotene 3,0-Liter-Diesel.

Porsche experimentierte mit einem Macan V8

Was bislang kaum bekannt war: Während der frühen Entwicklungsphase experimentierte Porsche offenbar auch mit deutlich radikaleren Motorkonzepten.

Demnach versuchten Ingenieure, den damals aktuellen 4,5-Liter-V8 aus dem Cayenne im deutlich kleineren Macan unterzubringen. Laut einem Unternehmenssprecher blieb es dabei nicht nur bei theoretischen Überlegungen - tatsächlich soll ein fahrbarer Prototyp entstanden sein.

In Stuttgart soll sogar bis heute ein solcher Macan mit V8-Motor existieren. Offiziell zu Gesicht bekommen hat ihn allerdings bislang niemand außerhalb von Porsche.

 Angeblich soll noch ein Macan-Prototyp mit dem Cayenne-V8 überlebt haben. Angeblich soll noch ein Macan-Prototyp mit dem Cayenne-V8 überlebt haben.

Der Cayenne-Motor war zu kopflastig

Im frühen Verlauf der Entwicklung stellte sich jedoch heraus, dass ein Macan mit V8 deutlich zu kopflastig geworden wäre.

Hinzu kam ein weiteres technisches Problem: Für die Dauerhaltbarkeit hätte das ursprünglich vorgesehene Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe aus dem Audi Q5 gegen ein Tiptronic-Wandlergetriebe ersetzt werden müssen. Dieses stand für die SUV-Baureihe jedoch erst ab 2010/2011 zur Verfügung - zu einem Zeitpunkt also, als die V8-Überlegungen bereits wieder verworfen worden waren.

Serienmodelle blieben bei Vier- und Sechszylindern

Am Ende setzte Porsche daher auf die bekannten Vier- und Sechszylinder-Motoren. Die stärksten Varianten des Kompakt-SUV erschienen später als Macan Turbo und Macan GTS mit einem 2,9-Liter-V6-Biturbo. Dieser Motor leistet bis zu 440 PS und kam unter anderem auch im Audi RS 4 zum Einsatz. (Text: tv | Bilder: Hersteller)

Artikel teilen

avataras24.jpg

Thomas Vogelhuber

Thomas Vogelhuber ist seit März 2019 Chefredakteur des AutoScout24 Magazins und verantwortet die inhaltliche sowie strategische Ausrichtung der Redaktion einschließlich der Weiterentwicklung aller Content-Formate, insbesondere im Bereich Video. Er verfügt über langjährige Erfahrung im Automobiljournalismus und beschäftigt sich mit aktuellen Mobilitätstrends, neuen Antriebstechnologien sowie der Entwicklung des Automobilmarktes. Privat fährt er eine Mercedes-Benz S-Klasse S 450 4Matic W221.

Alle Artikel

Alle ansehen
261021 Hyundai Ioniq 3 Ausstattungsvergleich

Hyundai Ioniq 3 im Ausstattungs-Check: Fast 20.000 Euro zwischen Einstieg und Topmodell

Mit dem Hyundai Ioniq 3 schicken die Koreaner ein heißes Eisen in den Kompaktwagen-Sektor. Mit einem Einstiegspreis von 28.950 Euro unterbietet er viele Konkurrenten deutlich. Doch die Preisliste lässt einen gigantischen Spielraum zu. Lohnt sich der Griff zum vollausgestatteten Topmodell?

Mehr lesen
Hyundai Ioniq 3 im Ausstattungs-Check: Fast 20.000 Euro zwischen Einstieg und Topmodell
tiguanvergleichtitel

VW ID. Tiguan startet ab 42.695 Euro und wird zum Abo-König

Mehr Serienausstattung, mehr Abos und ein höherer Einstiegspreis: Der VW ID. Tiguan startet ab 42.695 Euro. Wer bei Leistung und Extras aus dem Vollen schöpft, landet allerdings bei knapp 70.000 Euro.

Mehr lesen
VW ID. Tiguan startet ab 42.695 Euro und wird zum Abo-König
VW ID Batterie

Brandgefahr bei VW & Cupra: Ladebegrenzung auf 80 Prozent und neuer E-Auto-Rückruf

Die nächste unerfreuliche VW-Rückruf-Nachricht: Bei internen Kontrollen wurden eklatante Qualitätsmängel an einzelnen Hochvoltzellen diverser ID.- und Cupra-Modelle festgestellt, die im schlimmsten Szenario zu schweren Bränden führen können.

Mehr lesen
Brandgefahr bei VW & Cupra: Ladebegrenzung auf 80 Prozent und neuer E-Auto-Rückruf