Schnee-Schock: Plötzlicher Wintereinbruch setzt Autofahrer unter Druck

Früher Wintereinbruch und neue Reifenverordnung - was jetzt wichtig ist
Schon am kommenden Wochenende (13. bis 15. September) droht im Alpenraum ein überraschend früher Wintereinbruch. Während im südlichen Flachland hohe Regenmengen erwartet werden, dürfte das kühle Nass ab 700 bis 1.000 Metern in Schnee übergehen. Damit verbunden sind erhebliche Verkehrsbehinderungen in Teilen Südbayerns, Österreichs, der Schweiz und Norditaliens. Für viele deutsche Autofahrer könnte der Zeitpunkt kaum ungünstiger sein. Denn wer noch alte M+S-Reifen mit einem Produktionsdatum vor dem 1. Januar 2018 besitzt, kann nicht einfach von Sommer- auf Winterreifen wechseln, sondern muss sich im Zweifel einen komplett neuen Reifensatz zulegen.
Ab dem 1. Oktober 2024 verlieren nämlich alle M+S-Reifen (Matsch und Schnee) in Deutschland ihren Status als gesetzlich anerkannte Winterreifen. Nur noch Reifen mit dem Alpine-Symbol – der kleinen Schneeflocke im Bergpiktogramm – erfüllen dann die Anforderungen für den Winterbetrieb. Dies bedeutet, dass du bei winterlichen Straßenverhältnissen nur mit diesen Reifen unterwegs sein darfst, um ein Bußgeld in Höhe von mindestens 75 Euro und einen Punkt in Flensburg zu vermeiden. Unabhängig davon gilt, dass Winter- wie Sommerreifen eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern aufweisen müssen, um als verkehrssicher zu gelten. Der ADAC empfiehlt dennoch, Winterreifen mit einer Profiltiefe von weniger als vier Millimetern vorsorglich zu ersetzen.
Wann auf Winterreifen wechseln und wo liegen die Unterschiede zwischen "M+S" und der Alpin-Kennzeichnung?
Winterreifen sind speziell für niedrige Temperaturen und winterliche Bedingungen entwickelt. Sie bieten nicht nur auf Schnee und Eis besseren Halt, sondern sind bereits bei Temperaturen unter sieben Grad Celsius die bessere Wahl. Sobald die Temperaturen regelmäßig unter diese Marke fallen, lohnt sich der Umstieg. Werden die Reifen zu früh gewechselt besteht hingegen die Gefahr, dass sich die Winterreifen auf trockenen Straßen und bei zu hohen Temperaturen verstärkt abnutzen und sich so die Lebensdauer der Reifen reduziert. Wenngleich am kommenden Wochenende Kälte und Schnee vorausgesagt werden, ist für die darauffolgende Woche (ab dem 16. September) wieder mit deutlich milderem Wetter zu rechnen.
Während Winterreifen mit dem Alpine-Symbol speziell für den Einsatz bei winterlichen Bedingungen optimiert sind, besseren Grip, kürzere Bremswege und eine verbesserte Sicherheit auf Schnee und Eis bieten, wurden M+S-Reifen ursprünglich als Ganzjahres- und nur bedingt als Winterreifen angeboten. Sie sind im Vergleich zu echten Winterreifen nicht für extreme Winterbedingungen entwickelt worden. Viele M+S-Reifen haben kein spezielles Profil beziehungsweise keine Gummimischung, die für Temperaturen unter sieben Grad Celsius geeignet ist.
Diese Winterreifen überzeugten beim ADAC Winterreifentest 2023
Von Fachleuten wird empfohlen, den saisonalen Reifenwechsel gut zu planen. Ein Tipp: Achte auf die Wettervorhersagen und ziehe in Erwägung, in Regionen mit plötzlichem Kälteeinbruch, wie den Alpen, frühzeitig umzurüsten. Falls du nicht über die erforderlichen Reifen verfügst, versuche deine Fahrt zu verschieben.
Laut ADAC-Winterreifentest 2023 haben Modelle wie der Continental WinterContact TS 870, der Michelin Alpin 6 und der Dunlop Winter Sport 5 hervorragend abgeschnitten. Alle drei bieten optimalen Grip auf Schnee und Nässe sowie eine lange Lebensdauer – perfekt für wechselhafte Bedingungen in den kommenden Monaten. Eine ausführliche Auflistung der Sieger und Verlierer beim ADAC Winterreifentest 2023 findest du hier. (Text: tv | Bilder: as24)
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