Slate Truck (2027): Der Anti-Cybertruck

Auf das von Elon Musk einst angekündigte 20.000 Dollar teure Elektroauto warten Tesla-Fans bis heute vergeblich. Nun will Amazon-Gründer Jeff Bezos genau das versuchen und kündigt durch das mitbegründete Start-up Slate einen Billig-Pickup mit Kurbelfenstern und ohne Infotainment-Screen an.

In den USA kündigt sich ein neues Elektrofahrzeug für den Einstiegsmarkt an: Die Automarke Slate, hinter der unter anderem Amazon-Gründer Jeff Bezos steht, will ab 2026 einen rein elektrisch angetriebenen Pickup auf den Markt bringen. Das Design des Modells ist geprägt von schlichten und kantigen Formen und erinnert an Fahrzeuge der 1980er-Jahre. Der rund 4,40 Meter lange Zweitürer verfügt über eine 1,50 Meter lange, offene Ladefläche. Ein zusätzlicher Stauraum im vorderen Kofferraum (Frunk) bietet Platz für knapp 200 Liter. Die maximale Zuladung liegt laut Hersteller bei rund 635 Kilogramm, die Anhängelast bei 450 Kilogramm. Später soll auch ein passendes Hardtop angeboten werden, das den Pickup optisch zum SUV mutieren lässt.

Slate Pick-up 1

150 kW Leistung, zwei Akkus, bis zu 400 km Reichweite

Angetrieben wird das Fahrzeug von einem 150 kW/204 PS starken Elektromotor an der Hinterachse, der eine Beschleunigung auf 100 km/h in etwas über acht Sekunden ermöglichen soll. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Slate mit rund 145 km/h an. Zwei Batterievarianten mit Kapazitäten von 53 kWh und 84,3 kWh ermöglichen Reichweiten von etwa 240 beziehungsweise 400 Kilometern. Die Schnellladefunktion erlaubt ein Laden von 20 auf 80 Prozent in rund 30 Minuten.

In der Basisversion soll der Slate als bewusst einfach ausgestattetes Nutzfahrzeug angeboten werden: ohne Lackierung, mit Stahlrädern und Old-School-Kurbelfenster. Eine individuelle Folierung kann optional bestellt und im Do-it-yourself-Verfahren selbst angebracht werden. Beim Thema Sicherheit verspricht der Hersteller hingegen eine solide Ausstattung. Für die Pickup-Version sind immerhin sechs Airbags vorgesehen, für eine spätere SUV-Variante acht. Zudem soll das Fahrzeug serienmäßig mit Kollisionswarner, Rückfahrkamera, ESP, Traktionskontrolle und schlüssellosem Zugang (Keyless Entry) ausgerüstet sein. Ein Fünf-Sterne-Ergebnis im Crashtest nach US-NCAP-Standards wird angestrebt.

Slate Pick-up 2

Ebenfalls nicht im Serientrimm enthalten ist ein Infotainment-System. Besonders für den verwöhnten US-Markt eher ungewöhnlich, will Slate dagegen auf eine Smartphone-Lösung setzen. Offensichtlich hat man sich hier vom europäischen Markt und Herstellern wie Dacia oder Citroen inspirieren lassen, die ihre günstigen Modelle in der Basis ebenfalls ohne zusätzlichen Bildschirm anbieten.

Slate Cockpit 1

Marktstart ungewiss

Interessenten können den Slate schon jetzt gegen eine Reservierungsgebühr von 50 US-Dollar vormerken lassen. Sollte das derzeitige staatliche Förderprogramm für Elektrofahrzeuge in den USA bis zur Markteinführung Bestand haben, könnte der Einstiegspreis tatsächlich unterhalb der Marke von 20.000 US-Dollar liegen. Bis zur Marktreife dürften aber noch einige Jahre vergehen - Slate hat für seinen Pickup noch nicht einmal eine Produktionsstätte gefunden. Das Start-up selbst geht davon aus, dass frühestens Ende 2026 das Serienfahrzeug gezeigt werden kann. (Text: tv, mh/sp-x | Bilder: Hersteller)

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