Unverkäuflich? Viele Stellantis-Neuwagen finden keinen Käufer

Unruhige Zeiten, auch für Stellantis
Es dürfte bekannt sein, dass der Fahrzeugmarkt in Europa, aber insbesondere auch in Deutschland, derzeit nicht in ruhigen Gewässern fährt. Europaweit drohen in der Autobranche Werksschließungen und Massenentlassungen. Auch der Vielmarken-Konzern Stellantis kämpft mit Herausforderungen: Gewinnwarnungen, Absatzrückgänge und zuletzt der Verlust des Vorstandsvorsitzenden Carlos Tavares belasten den multinationalen Autohersteller.
Dennoch vermeldete das Unternehmen am 4. Dezember 2024 einen Anstieg der Neuzulassungen und des Marktanteils in Deutschland. Laut Pressemitteilung konnten von Januar bis November 387.400 Fahrzeuge in Deutschland abgesetzt werden – ein Plus von 8,3 Prozent oder 29.690 Einheiten im Vergleich zum Vorjahr. Dabei wurden auch leichte Nutzfahrzeuge in die Berechnungen einbezogen.
Stichprobenartige Auswertung wirft Fragen auf – so haben wir analysiert
In der Automobilbranche ist es je nach Hersteller mehr oder weniger gängig, gewisse Fahrzeuge über das eigene Händlernetzwerk als Vorführwagen oder mit einer Tageszulassung anzumelden. Diese Autos zählen anschließend als reguläre Zulassungen und beeinflussen die Gesamtabsatzzahlen, beispielsweise in den Statistiken des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Diese Praxis kann jedoch das tatsächliche Marktgeschehen verzerren, da es für diese Fahrzeuge oft noch keinen Endkunden gibt.
Um die tatsächliche Marktsituation bei Stellantis besser zu verstehen, haben wir eine stichprobenartige Auswertung durchgeführt. Dabei haben wir uns die Anzahl der Fahrzeuge angesehen, die aktuell von deutschen Händlern der Marken Opel, Peugeot, Citroen, DS, Fiat, Abarth, Alfa Romeo, Jeep, Abarth und Maserati mit einem Erstzulassungsdatum von Januar bis Dezember 2024 und mit weniger als 150 Kilometern auf AutoScout24 angeboten werden.
Besonders viele Fahrzeuge von Opel und Fiat stehen auf Halde
Mit Stand vom 5. Dezember 2024 waren demnach insgesamt 18.963 Fahrzeuge der Stellantis-Marken (ohne Lancia) mit einem Erstzulassungsdatum zwischen Januar und Dezember 2024 auf AutoScout24.de gelistet. Davon hatten rund 65 Prozent eine Laufleistung von 150 Kilometern oder weniger. Das deutet darauf hin, dass etwa 12.377 dieser Fahrzeuge den Hof des Händlers maximal zu Probe- oder Überführungsfahrten verlassen haben und noch nicht verkauft sind. Besonders hoch sind bei dieser Art der Betrachtungsweise die Neuwagenbestände bei Opel und Fiat mit Abarth, aber auch überdurchschnittlich viele Peugeot und Citroen scheinen ins Leere produziert worden zu sein.
Es sei erwähnt, dass die genannten Zahlen für die Hersteller sogar noch günstig gerechnet sind, da natürlich auch Fahrzeuge nicht verkauft sein können, die deutlich mehr als die genannten 150 Kilometer auf dem Tacho haben.
Vergleich mit deutschen Herstellern
Um den hohen Anteil an Lagerfahrzeugen bei Stellantis in einen Kontext zu setzen, haben wir stichprobenartig auch die Bestände bei Händlern deutscher Marken analysiert. Bei BMW waren von insgesamt 5.647 verfügbaren Fahrzeugen nur 206 (3,65 Prozent) mit einer 2024er Händlerzulassung und einer Laufleistung von bis zu 150 Kilometern gelistet. Bei Audi lag der Wert in Deutschland bei 1.184 von 13.328 Fahrzeugen (8,88 Prozent), während bei Volkswagen von 30.098 angebotenen Fahrzeugen 7.814 (25,96 Prozent) diesen Kriterien entsprachen.
Obwohl diese Berechnungen gewisse Unschärfen enthalten und auch deutsche Hersteller auf die Praxis zurückgreifen, Neufahrzeuge über Händler anzumelden, um ihre Absatzzahlen zu stärken, zeigt sich dennoch eine klare Tendenz: Bei Stellantis scheint der Anteil an unverkauften Fahrzeugen mit 2024er Erstzulassung und minimaler Laufleistung im Vergleich zum gesamten Fahrzeugbestand deutlich höher zu sein als bei anderen Wettbewerbern.
Stellantis hat auch ein Problem mit „alten Neuwagen“
Noch bedenklicher wird es jedoch, wenn wir uns den aktuellen Fahrzeugbestand der Stellantis-Marken mit Erstzulassungsdatum zwischen Januar 2021 und Dezember 2023 anschauen. Bei einem Gesamtbestand auf AutoScout24.de über alle Marken hinweg von rund 35.800 Einheiten stehen 3.438 Neuwagen bei den Händlern, für die es seit bis zu vier Jahren praktisch keinen Käufer gibt. Auch hier gilt zu beachten, dass aus unserer Berechnung jene Fahrzeuge herausfallen, die bei den Händlern mehr als 150 Kilometer zurückgelegt haben. Besonders oft werden alte Neufahrzeuge der Marken Fiat, Opel und Jeep angeboten. Hier vor allem die Modelle Fiat 500 und 500e, Opel Corsa und Corsa-e, Mokka und Mokka-e sowie der Jeep Renegade.
Gute Verhandlungsbasis für Privatkunden
Während die langen Standzeiten für den Konzern und insbesondere für die Händler zunehmend zum Problem werden, eröffnen sie auf der anderen Seite für Privatkunden hervorragende Verhandlungsmöglichkeiten. Da die Händler bestrebt sind, ihre übervollen Lager zu leeren, sind sie oft bereit, großzügige Rabatte und Sonderkonditionen anzubieten. Bereits jetzt werden die Fahrzeuge zu deutlich reduzierten Preisen offeriert, um potenzielle Käufer anzulocken. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: Hersteller)
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