Italienisches Auto nach Deutschland überführen

Für viele Auto-Enthusiasten der Traum schlechthin - ein italienischer Sportwagen! Doch obwohl die Preise in Italien etwas günstiger sind und der Kauf selbst kein Problem darstellt: Eine Überführung des Wagens gestaltet sich trotz geringer Entfernung und gemeinsamer EU-Mitgliedschaft oft schwierig.

Warum ein Auto aus Italien?

Die Namen von Automarken wie Alfa Romeo oder Lancia klingen in den Ohren ihrer Fans wie Musik von Verdi. Italienische Sportwagen von Ferrari, Lamborghini und Maserati lassen Liebhaber in Verzückung geraten. Was liegt da näher, als ein italienisches Auto in Italien zu kaufen?

In Anzeigen und im Internet finden Sie Fahrzeuge aus Italien. Naheliegend ist der Import vor allem bei gebrauchten italienischen Fahrzeugen. Das Angebot ist im Ursprungsland größer. Dazu kommt das Erlebnis, Ihr italienisches Auto selbst aus Italien abzuholen. Auf die Marke kommt es nicht an. Es macht keinen Unterschied, ob Sie einen VW oder einen Alfa importieren wollen.

Der Kauf ist kein Problem

Sie können dank EU in Italien ein gebrauchtes Auto genau so unproblematisch kaufen und einführen wie ein paar Schuhe. Sie zahlen keine Einfuhrumsatzsteuer. Versteuert haben Sie das Fahrzeug ja bereits in Italien. Bei einem Privatkauf entfällt die Umsatzsteuer in Italien genau wie in Deutschland. Den Privatkauf weisen Sie mit dem Kaufvertrag nach.

Anders ist es bei Neufahrzeugen. Hier ist die Umsatzsteuer in Deutschland zu entrichten. Dies gilt nach § 1b Umsatzsteuergesetz für alle Fahrzeug mit weniger als 6.000 Kilometer Laufleistung oder einem Alter von weniger als sechs Monaten.

Italienisches Recht und deutsche Behörden

Sie beauftragen entweder einen Spediteur mit dem Transport oder bringen Ihr Auto auf einem Anhänger selbst von Italien nach Deutschland. Das funktioniert nicht anders als der Transport im Inland. Nur die Zulassung in Deutschland ist etwas aufwendiger. Sie müssen folgende Dokumente vorlegen:

  • Die italienischen Fahrzeugpapiere. Diese haben Sie beim Kauf bekommen.
  • Eine Übereinstimmungsbescheinigung (COC), dass das Fahrzeug den EU-Normen entspricht. Diese gehört zu den Fahrzeugpapieren. Andernfalls bekommen Sie diese beim Hersteller oder Generalimporteur in Deutschland. Fahrzeuge ohne COC benötigen eine Vollabnahme nach § 21 Straßenverkehrszulassungsordnung.
  • Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung, dies Sei beim Kraftfahrtbundesamt erhalten. Sie besagt, dass nicht bereits ein Kfz-Brief in Deutschland für dieses Fahrzeug ausgestellt wurde.
  • Nachweis der Verfügungsberechtigung und Kaufvertrag oder Originalrechnung. Beides erhalten Sie vom Verkäufer.
  • Speziell bei Fahrzeugen aus Italien benötigen Sie den Nachweis des Herstellungsdatums. Diesen erhalten Sie beim Hersteller oder dem deutschen Generalimporteur.
  • Wie bei jeder Zulassung müssen Sie eine ausgefüllte Versicherungsbestätigung (Deckungskarte), die Bescheinigungen über TÜV und ASU (Abgassonderuntersuchung) sowie Ihren Personalausweis vorlegen. Hier gibt es keinen Unterschied zur Zulassung eines im Inland gekauften Kraftfahrzeugs.

Import auf eigenen Rädern

Es ist verlockend, das Auto auf eigenen Rädern nach Deutschland zu bringen. Aber das ist kompliziert. Es gibt keine europäischen Kurzzeitkennzeichen und die deutschen gelten in Italien nicht. Eine Zulassung in Italien zum Export ist schwierig und die Vorschriften ändern sich häufig. Über die aktuelle Rechtslage informiert Sie der ADAC. So bleibt trotz EU der Transport auf dem Hänger die einfachste Lösung.

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