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Kupplung defekt beim Motorrad - was tun?

Woran ist zu erkennen, ob die Kupplung eines Motorrads defekt ist und wie lässt sie sich selbst wechseln oder reparieren? Unser Ratgeber enthält wertvolle Tipps zum Erkennen der Anzeichen und verrät, welche Kosten bei einer defekten Kupplung drohen.

Kupplung defekt - die möglichen Ursachen

Beim Motorrad befindet sich die Kupplung innerhalb des Motors oder des Getriebes. Es sind oftmals Mehrscheiben-Nasskupplungen in Motorrädern verbaut. Diese laufen im Motor- oder im Getriebeöl. Eine Motorradkupplung hat normalerweise fünf oder sechs Kupplungsscheiben. Beim Loslassen der Kupplung zieht sie diese zusammen. Die Kupplungsscheiben können sich nun nicht mehr drehen. Ist nicht genügend Motor- oder Getriebeöl vorhanden, führt dies schnell zu Problemen mit den Kupplungsscheiben. Sie überhitzen, verformen sich oder verschmelzen miteinander. Infolgedessen kann sich die Kupplung festsetzen und zu einem Defekt am Motorrad führen.

Eine weitere mögliche Ursache für eine defekte Kupplung liegt in der Kraftübertragung. Sie verläuft von der Kurbelwelle über einen Zahnradtrieb oder über eine Kette auf den Kupplungskorb. Wenn die Kupplung nicht richtig trennt, ist die Ursache oftmals ein zu straff eingestellter Kupplungsbowdenzug.

Was kann ich dagegen tun?

Es gibt viele Möglichkeiten, diese Probleme zu lösen. Der Kupplungsbowdenzug lässt sich am Kupplungshebel einstellen, sodass ein Spiel zwischen Kupplungshebel und Widerlager an der Hebelhalterung entsteht. Um das Verrutschen oder den Verschleiß der Kupplung zu verhindern, ist das Spiel jedoch bei maximal drei Zentimetern zu halten. Andernfalls ist es nicht mehr möglich, die Kupplung zu reparieren und es muss ein kompletter Austausch erfolgen. Lässt sich das Problem jedoch nicht durch das Einstellen des Kupplungsbowdenzugs beheben und die Kupplung rutscht durch oder verschleißt, könnte es an den Kupplungsscheiben liegen - oder an einem ganz anderen Problem. Dann ist ebenfalls ein kompletter Austausch vorzunehmen.

Wann ist eine Kupplung defekt? Symptome und Anzeichen beim Motorrad

Ein Defekt der Kupplung bei deinem Motorrad kündigt sich in der Regel im Voraus an. Zu den häufigsten Anzeichen gehört das Rutschen der Kupplung beim Losfahren. Mitunter lässt sich trotz Betätigung der Kupplung kein Gang mehr schalten. Ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Kupplung eines Motorrads defekt sein könnte, ist das Geräusch und das Gefühl einer hohen Drehzahl. Eine defekte Kupplung dreht höher als eine funktionierende, weil die Kupplungsscheibe länger braucht, um mit der Drehzahl und dem Drehmoment des Schwungrades in Eingriff zu kommen. Eine defekte Kupplung beim Motorrad äußert sich außerdem durch einen Anstieg des Benzinverbrauchs. Auch hier gilt: Je höher die Drehzahl, desto härter arbeitet der Motor und desto mehr Kraftstoff verbraucht er.

Wie lässt sich eine defekte Motorrad-Kupplung selbst wechseln oder reparieren?

Um sicherzugehen, dass die Kupplung zu wechseln und nicht nur zu reparieren ist, ist es ratsam, die folgenden Schritte zu befolgen:

  • Prüfe, ob der Ausrückhebel und das Kabel das richtige Spiel haben.
  • Schlage im Werk Reparaturhandbuch nach und ermittle die Mindestbreite der Kupplungsscheiben sowie die Mindestlänge der Kupplungsfedern.
  • Liegen die Maße unter dem im Reparaturhandbuch des Motorrads angegebenen Minimum, ist es an der Zeit, die Kupplung zu ersetzen.

Die defekte Kupplung eines Motorrads in einer Werkstatt austauschen zu lassen, ist kostspielig. Den Wechsel selbst vorzunehmen, erfordert wiederum nur einige grundlegende Kenntnisse über den Aufbau eines Motorrads.

Anleitung zum Wechseln

Vor dem Wechsel der defekten Kupplung eines Motorrads ist sicherzustellen, dass alle benötigten Materialien verfügbar sind:

  • Motorradheber,
  • Eine Ölablasswanne,
  • Einen Gummihammer,
  • Ersatz Kupplungsscheiben und Druckfedern,
  • Motoröl,
  • Einige einfache Handwerkzeuge zum Anziehen und Lösen der Schrauben.

Es ist zudem wichtig, das Motorrad zu säubern, um zu verhindern, dass Schmutz hineingelangt. Die folgende Anleitung beschreibt, wie sich eine beschädigte oder defekte Kupplung austauschen lässt:

  1. Bocke das Motorrad auf den Hauptständer auf und lass das Motoröl ab. Wenn ein Kühlerschlauch an der rechten Motorabdeckung befestigt ist, ist das Kühlsystem ebenfalls zu entleeren.
  2. Hänge den Kupplungszug aus und löse die Schrauben vom Getriebeseitendeckel. Wenn sich der Getriebedeckel nicht löst, klopfe ihn etwas mit dem Gummihammer an.
  3. Löse jetzt schrittweise die Schrauben der Kupplungsdruckplatte und schraube diese über Kreuz raus. Entnimm die Druckfedern und entferne die Druckplatte sowie die Reib- und Stahlscheiben.

Tipp

Um die Teile wiederverwenden zu können, ist es wichtig, dass bei der Demontage auf die Reihenfolge zu achten. Die Teile sind genauso wieder einzubauen.

  1. Vermiss nun die Druckfedern. Sie dürfen nicht mehr als 3 mm kürzer sein als die neue Feder. Bei den Stahl- und Reibscheiben verhält es sich ebenso: Sie dürfen nicht mehr als 0,2 mm dünner sein als die neuen Scheiben.

Tipp

Wenn die Federn oder die Kupplungsscheiben nur teilweise verschlissen sind, ist trotzdem der ganze Satz zu erneuern. Ein neuer Satz ist bei vielen Motorradhändlern erhältlich, die eine angeschlossene Werkstatt haben.

Es ist wichtig, neue Scheiben vor dem Einbau ordentlich in Motoröl zu “baden”, da sie nach trockenem Einbau bei der ersten Benutzung verbrennen können.

  1. Sind die Kupplungsscheiben eingesetzt, kommt die Druckplatte darauf. Setze danach die Druckfedern ein und ziehe sie ringsum gleichmäßig an. Danach sind sie mit 10-12 Nm festzuziehen.
  2. Baue den Getriebe-Seitendeckel wieder an und hänge den Kupplungszug wieder ein. Zum Schluss sind das Kupplungsspiel einzustellen und das Öl wieder aufzufüllen.

Ist der Wechsel erfolgreich durchgeführt, lässt sich das Bike wieder starten. Vergewissert du dich vor dem Start, dass die Hinterradbremse ordnungsgemäß funktioniert. Es ist wichtig, auf den ersten Kilometern vorsichtig zu fahren, da sich die Kupplung erst einschleifen muss.

Tipp

Nach dem Austausch der defekten Kupplung eines Motorrads sind die verwendeten Materialien korrekt zu entsorgen. Motoröl ist unter keinen Umständen in den Abfluss zu gießen, sondern ordnungsgemäß, z. B. bei einem örtlichen Autoteilehändler zu recyceln.

Was kostet eine neue Kupplung beim Motorrad?

Die defekte Kupplung eines Motorrads in einer Werkstatt austauschen zu lassen, kostet je nach Modell etwa 600 bis 700 Euro. Diese Kosten gehen größtenteils auf die Arbeitskosten zurück. Wenn du die Materialien jedoch selbst beziehst und kaufst, kosten Lamellen, Kabel und Federn etwa 55, 10 und 15 Euro. Es ist in der Regel sehr viel günstiger, die Teile zu kaufen und die Arbeit selbst zu erledigen.

Die genauen Kosten für Reparatur oder Austausch einer defekten Kupplung hängen insbesondere von folgenden Faktoren ab:

  1. Manuell oder Automatik Die meisten Motorräder verfügen über eine manuelle Schaltung, es gibt aber einen wachsenden Markt für Motorräder mit Automatik. Typischerweise sind Motorräder mit Handschaltung günstiger in der Reparatur als Motorräder mit Automatik, weil sie einfachere Teile haben.

  2. Wie viele Teile sind zu wechseln? Je nach Ausmaß des Schadens ist möglicherweise nur ein einzelnes Bauteil zu ersetzen, z. B. die Druckplatte oder der Kupplungsgriff. Sind Teile jedoch alt und abgenutzt, ist es ratsam, alle Teile der Kupplungsbaugruppe zu ersetzen. Halbherzig durchgeführte Arbeit kann die Kosten langfristig in die Höhe treiben.

  3. Motorrad-Modell Die Marke und das Modell eines Motorrads nehmen Einfluss auf die Reparaturkosten. Luxus- und Hochleistungsmarken könnten spezielle, kostenintensive Ersatzteile oder Arbeitsleistungen erfordern.

  4. Alter des Motorrads Generell gilt: Je älter das Motorrad ist, desto günstiger ist es, die Kupplung zu wechseln oder zu reparieren. Besonders alte Modelle können jedoch über nicht mehr hergestellte Kupplungsteile verfügen. Passende Ersatzteile zu finden, erweist sich in diesem Fall als schwierig und preisintensiv.

Wie lange hält meine neue Motorrad-Kupplung?

Die Lebensdauer einer Motorrad-Kupplung hängt vom jeweiligen Modell und der individuellen Fahrweise ab. Die exakte Lebensdauer einer Motorrad-Kupplung ist schwer abzuschätzen, in der Regel ist jedoch davon auszugehen, dass sie zwischen 30.000 und 90.000 km hält. Um die Kupplung zu schonen, ist es ratsam, sie nicht in der Reibungszone durchrutschen zu lassen und sie regelmäßig zu warten. Andernfalls ist eine Reparatur oder ein Austausch womöglich bereits nach 8.000 km nötig. Bei pfleglicher Nutzung und ordnungsgemäßer Wartung kann eine Originalkupplung jedoch weit über 100.000 km halten.

Wie kann ich die Lebensdauer meiner Motorrad-Kupplung verlängern?

Um die Lebensdauer einer Motorradkupplung zu verlängern, sind folgende Dinge zu beachten:

Durchrutschen der Kupplung vermeiden

Es ist normal, dass die Kupplung beim Anfahren ein wenig durchrutscht, aber besonders bei hohen Drehzahlen ist es entscheidend, sie komplett durchzutreten. Zum Anhalten ist es wiederum wichtig, in einen niedrigen Gang zu schalten.

Regelmäßige Wechsel des Motoröls

Es ist ratsam, für Motorräder kein Auto-Motoröl zu nutzen, da manche Ölsorten reibungsmindernde Stoffe enthalten, die die Kupplungsscheiben rutschen lassen können.

Richtige Einstellung des Kupplungszugs

Der Kupplungshebel sollte das in der Betriebsanleitung angegebene Spiel haben, um ein ständiges Durchrutschen der Kupplung zu vermeiden. Ist das Motorrad mit einer hydraulischen Kupplung ausgestattet, ist es ratsam, den Flüssigkeitsstand regelmäßig zu prüfen und aufzufüllen, wenn er unter der Mindestmarke liegt.

Kettenspannung regelmäßig einstellen

Wenn die Kette zu straff ist, kann die Kupplung schneller verschleißen. Sitzt die Kette zu straff, ist sie zeitnah auszuwechseln.

Fazit: Eine neue Kupplung beim Motorrad - das sollte man wissen

Um Zeit und Kosten zu sparen, empfiehlt es sich, die defekte Kupplung eines Motorrads selbst zu reparieren bzw. auszutauschen. Hierfür bedarf es weniger Grundkenntnisse und der richtigen Ersatzteile. Die richtige Einstellung des Kuppelzugs, sowie der Kettenspannung, regelmäßige Öl-Checks und Wartungen, aber auch eine pflegliche Fahrweise können die Lebensdauer der Kupplung zusätzlich erhöhen.

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