Test BMW X5 M60i xDrive: Noch einmal V8!

Der BMW X5 M60i xDrive auf einen Blick
Was uns gefällt
Dass es sowas überhaupt noch gibt.
Was wir vermissen
Eine vernünftige Tachografik.
Ideal wenn …
… die Tankkosten nicht das Problem sind.
Alternativen?
Doch noch einige: Mercedes-Benz GLE 580, Porsche Cayenne S, Audi SQ7
Die Tage des X5 "G05" sind gezählt
Das Jahr 2026 wird bei BMW vieles verändern. Das zeigte sich bereits vor einigen Wochen bei der Fahrvorstellung des iX3 – dem ersten Fahrzeug der "Neuen Klasse".
Mittlerweile sehen wir auch immer wieder Erlkönige des neuen X5 mit gänzlich neuer Designsprache auf den Straßen, was darauf hindeutet, dass die Tage der aktuellen X5-Generation „G05“ nach acht Produktionsjahren langsam, aber sicher gezählt sind. Zuletzt erhielt das SUV Anfang 2023 eine Modellüberarbeitung. Die Front und insbesondere die Scheinwerfer wurden gestrafft, der X5 M50i wurde zum hier getesteten M60i umbenannt und setzt seither auf ein zusätzliches Mildhybrid-System.
Souverän in jeder Lebenslage
Der integrierte 48V-Startergenerator leistet 9 kW beziehungsweise 12 PS und unterstützt den 530 PS starken 4,4-Liter-V8 beim Anfahren und Spritsparen – zumindest theoretisch. Denn bereits der kombinierte WLTP-Verbrauch von 12,6 Litern auf 100 Kilometer lässt erahnen: Wer Effizienz sucht, greift weiterhin zum Diesel. Entsprechend konsumierte der X5 M60i während unseres 14-tägigen Tests im Schnitt kaum weniger als 14 Liter auf 100 Kilometer.
Spaß kostet, sagt der Volksmund. Und wahrlich: Den hatten wir im 2,4-Tonner reichlich. Mit Vernunft hat das freilich wenig zu tun, eher mit dem Kind im Manne. Freudvoll schnalzt der BMW X5 M60i xDrive von der Stelle, erreicht nach 4,3 Sekunden Tempo 100 und wird elektronisch erst bei 250 km/h eingebremst. Dabei zeigt der 4,4-Liter-Biturbo-V8 dank eines Drehmomentbergs von 750 Nm bei allen Geschwindigkeiten eine überlegene Souveränität.
Kein Porsche, aber trotzdem freudvoll zu fahren
Braucht es da wirklich noch den deutlich härter abgestimmten X5 M? Am Ende ist das nicht nur eine Geschmacks-, sondern auch eine Preisfrage. Während der M60i bei 119.300 Euro startet, kostet der „echte“ M mindestens 167.400 Euro. Beides wirkt zunächst übertrieben teuer. Bis man einen Blick in die Preisliste des Porsche Cayenne wirft. Während insbesondere der aktuelle Cayenne S (seit dem Facelift ebenfalls wieder mit V8) mit den richtigen Fahrwerkszutaten einem Sportwagen sehr nahekommt, gibt sich der X5 M60i trotz optionaler Wankstabilisierung etwas nachgiebiger, etwas spielerischer.
Dann und wann schwenkt auch das Heck (bei sportlicher DSC-Stellung) etwas betonter mit. Das erzeugt Fahrfreud', muss man aber beherrschen können. Für das städtische Parkieren ist ab Werk derweil die Integral-Aktivlenkung an der Hinterachse an Bord. Wer noch mehr Komfort wünscht, kann optional eine Zweiachs-Luftfederung ordern.
Sein wahres Alter zeigt der X5 im Innenraum
Sein wahres Alter kann der aktuelle X5 vor allem im Innenraum nicht mehr verbergen. Zwar wurden auch hier die Bildschirme nochmals aufgewertet, ansonsten darf man fast schon von einem klassischen BMW-Interieur sprechen – und das ist ausdrücklich positiv gemeint. Vor allem das Lenkrad mit seinen physischen Tasten liegt hervorragend in der Hand, das iDrive-System lässt sich weiterhin auch über einen zentralen Dreh-Drücksteller bedienen, und insgesamt überzeugt das Cockpit durch große Wertigkeit.
Gespart wurde beim Facelift sichtbar nur im Detail: So wirken die Verstellnasen der Luftausströmer recht billig, und die Keyless-Go-Bedienfelder in den hinteren Türgriffen wurden schlicht durch einen Annäherungssensor ersetzt. Nicht immer ideal. Weiterhin wenig gelungen wirken zudem die etwas konfusen Tachografiken. Sehr empfehlenswert sind hingegen die äußerst bequemen Komfortsitze, die den X5 noch klarer als Langstreckenfahrzeug ausweisen.
Platz im Überfluss
Auch die Platzverhältnisse eignen sich bestens für lange Fahrten. Vorne wie hinten sitzt man im 4,93 Meter langen X5 angenehm luftig, der Kofferraum fasst zwischen 500 und maximal 1.870 Liter bei umgelegten Rücksitzen. An den Haken nehmen darf der M60i xDrive übrigens die maximal möglichen 3,5 Tonnen.
Fazit
Die Multi-Antriebs-Strategie von BMW scheint sich auszuzahlen. Nie haben die Münchner mehr Elektroautos verkauft, nie mehr Fahrzeuge mit Achtzylindern. Was widersprüchlich klingt, zeigt, wie gespalten die Welt beim Thema Antriebswende derzeit ist. Der BMW X5 (G05) M60i mag ein Ablaufdatum haben, doch bis dahin können wir uns noch an der rohen mechanischen Kraft der vielen Zylinder erfreuen. Wer das nötige Kleingeld mitbringt, erhält nicht nur einen famosen Antrieb, sondern auch einen äußerst souveränen Reisewagen. (Text und Bild: Thomas Vogelhuber)
Technische Daten
| Modell | BMW X5 M60i xDrive (G05) |
|---|---|
| Motor | 4,4-Liter-V8-Biturbo-Benziner mit 48V-Mildhybrid |
| Leistung Verbrennungsmotor | 530 PS (390 kW) |
| Elektrische Unterstützung | integrierter Startergenerator, 9 kW / 12 PS |
| Systemleistung | 530 PS |
| Maximales Drehmoment | 750 Nm |
| Antriebsart | Allradantrieb (xDrive) |
| Getriebe | 8-Gang-Automatik (Steptronic Sport) |
| Verbrauch kombiniert (WLTP) | 12,6 l/100 km |
| CO₂-Emissionen kombiniert (WLTP) | 287 g/km |
| CO₂-Klasse | G |
| Beschleunigung 0–100 km/h | 4,3 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 250 km/h (abgeregelt) |
| Abmessungen (L/B/H) | 4.935 mm / 2.004 mm / 1.765 mm |
| Radstand | 2.975 mm |
| Wendekreis | ca. 12,6 m |
| Leergewicht | ca. 2.410 kg |
| Zuladung | ca. 610 kg |
| Anhängelast gebremst | bis zu 3.500 kg |
| Anhängelast ungebremst | 750 kg |
| Kofferraumvolumen | 500–1.870 l |
| Tankinhalt | 83 l |
| Grundpreis | ab 119.300 Euro |
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